Projekt im Geschwister-Scholl-Haus : Großes Theater der Berufsschule

Witziges Teleshopping mit Wolga-Olga und Fancy-Nancy.
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Witziges Teleshopping mit Wolga-Olga und Fancy-Nancy.

Drei sozialpädagogische Fachschul-Klassen in Pinneberg zeigen eigene Theaterproduktionen.

shz.de von
27. Januar 2015, 16:00 Uhr

Pinneberg | Das hat es so an Pinnebergs Beruflicher Schule noch nicht gegeben: Drei sozialpädagogische Fachschul-Klassen brachten im Geschwister-Scholl-Haus einen Vormittag lang Theaterproduktionen auf die Bühne, die sie selbst erdacht hatten. Der Anstoß zu dem Projekt kam von Katrin Siebel, seit einem Jahr Kunstlehrerin an der Schule. Stürmischer Beifall der Zuschauer, unter ihnen auch Schulleiter Ulrich Krause, belohnte Mimen und Produzenten.

Mit Einfallsreichtum hatten sich die jungen Leute auf das Thema „Theater“ gestürzt. Eine Klasse konzentrierte sich auf witzige Szenen, nicht länger als Werbespots im Fernsehen. Die nahmen sie dann beim „Teleshopping mit Wolga-Olga und Fancy-Nancy“ gehörig auf die Schippe. Daneben gehörten Ausflüge in die Grimmsche Märchenwelt sowie Auftritte von Teletubbies und anderen Fernsehsendungen für Kinder zu ihrem Programm.

Eine andere Klasse kam als Irrenhaus daher. In jedem Zimmer hatten die Bewohner andere Eigenheiten. Mit köstlicher Mimik und tänzerischer Beweglichkeit zeichneten sie ein buntes Bild menschlicher Schwächen und Stärken. Es ging darum, allen mit Respekt und Toleranz zu begegnen.

Die dritte Klasse nahm das Theater selbst unter die Lupe. Ein echter Shakespeare sollte es werden. Stattdessen sorgten die abgefahrenen Typen auf der Bühne für nicht enden wollendes Drama, ganz egal, ob sie Schauspieler waren, Regie führten, sich mit technischen Tücken abplagten oder als Putzfrauen mit Feudel und Eimer dazwischenfunkten. Ein herrlicher Klamauk zur liebevollen Enttarnung des allzu Menschlichen.

Es habe am Anfang des Projekts für sie nur eine Hürde gegeben, fasste Siebel ihre erste Theatererfahrung am neuen Arbeitsplatz zusammen. Sie habe ihren Schülern erst einmal den Blick schärfen müssen, wie viel kreatives Rollenspiel mit ihrer künftigen Arbeit als Erzieher, Kita-Betreuer oder auch als Sozialpädagogen zu tun habe. „Das ist nämlich nicht Theorie sondern Praxis“, stellte sie klar. Sobald ihre Klassen davon überzeugt waren, seien alle mit Enthusiasmus dabei gewesen. Das Ergebnis begeisterte auch Julia Rogge, Abteilungsleiterin des sozialpädagogischen Fachbereichs der Schule.

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