„Großer Herr, o starker König“

Einklang: Der Kammerchor der Erlöserkirche Halstenbek und das Ensemble Schirokko sangen und spielten gemeinsam Johann Sebastian Bachs Weihnachtsoratorium.
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Einklang: Der Kammerchor der Erlöserkirche Halstenbek und das Ensemble Schirokko sangen und spielten gemeinsam Johann Sebastian Bachs Weihnachtsoratorium.

Nach Weihnachten ein Jauchzen und Frohlocken beim Weihnachtsoratorium in Halstenbek / Kantor Stefan Rasch gefeiert

shz.de von
02. Januar 2014, 16:00 Uhr

Mit Johann Sebastian Bachs Weihnachtsoratorium (Teil 1 und 3) sowie dem Gloria aus seiner h-Moll-Messe hatten sich die vier Solisten Christiane Canstein, Ilona Ziesemer-Schröder, Henning Kaiser und Konstantin Heintel, der Kammerchor der Erlöserkirche und das Ensemble Schirokko aus Hamburg ein strammes Programm gesteckt. Nach Weihnachten kam das Konzert unter Leitung von Kirchenmusiker Stefan Rasch in der vollen Erlöserkirche zur Aufführung.

Canstein (Sopran), Ziesemer-Schröder (Alt), die kurzfristig für den erkrankten Bariton Michael Lieb einsprang, Kaiser (Tenor) und Heintel (Bass) begeisterten allesamt mit punktgenauer Intonation und Klangschönheit. Besonders hervor hoben sich allerdings Kaiser mit seinem extrem ausdrucksstarken Gesang in den vielen Rezitativen und Heintel mit seiner starken, obertonreichen Stimme, etwa in der großen Bassarie „Großer Herr, o starker König“.

Der Kammerchor der Kirche, geleitet von Rasch, durchlief bis auf eine kleine Ausnahme mühelos die etwas schwierigeren polyphonen Stücke des Oratoriums. Ein anderes Kaliber war dagegen das Gloria aus Bachs h-Moll-Messe, das zwischen dem ersten und dritten Teil des Oratoriums eingelagert war: Der Chor wob sorgfältig und akkurat ein feines Netz aus den komplizierten kontrapunktischen Strukturen.

Das Weihnachtsoratorium – wie ursprünglich von Bach vorgesehen an den Weihnachtstagen zwischen Heiligabend und Heilige Drei Könige aufzuführen –, war Raschs Idee. Passend zu dieser historischen Aufführungspraxis spielten das Ensemble Schirokko unter der Leitung von Soloviolinistin Rachel Harris ausschließlich auf Barockinstrumenten, deren sanfter Klang in der Kirchenakustik eine sonore Tiefe verliehen bekam und sich harmonisch mit den Stimmen mischte.

Das Publikum, das auch auf der oberen Galerie vor der Orgel noch Platz genommen hatte, bedankte sich mit Applaus und stehenden Ovationen bei den Sängern und Musikern.

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