zur Navigation springen

Willkommensfest in Wedel : Große Party mit neuen Nachbarn

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Ehrenamtliche Helfer und Flüchtlinge veranstalten am kommenden Sonntag im Rist-Gymnasium ein Willkommensfest für alle Wedeler.

shz.de von
erstellt am 18.Nov.2015 | 00:32 Uhr

Wedel | Seit etwa einem Jahr kümmert sich in Wedel eine bunte Truppe aus ehrenamtlichen Helfern um Flüchtlinge. Sie begrüßen sie Ankömmlinge, organisieren Hausrat, helfen bei Behördengängen. Jetzt ist Zeit, gemeinsam zu feiern: Am kommenden Sonntag, 22. November, steigt ab 11 Uhr in der Aula des Johann-Rist-Gymnasiums ein großes Willkommensfest.

„Was sich hier in den vergangenen Monaten entwickelt hat, ist unglaublich. Ich bin wirklich stolz auf Wedel“, sagt Mitorganisator Hüseyin Inak über die ehrenamtlichen Helfer in der Stadt. „Es wird höchste Zeit, das auch mal zu feiern.“ Bis zu 500 Menschen passten in die Aula des Rist-Gymnasiums. „Das Fest ist nicht nur für Flüchtlinge und Helfer gedacht, sondern für alle Wedeler. Jeder ist herzlich willkommen und ich hoffe, dass möglichst viele die Gelegenheit nutzen, mit unseren Neubürgern in Kontakt zu kommen“, sagt Inak.

Für Inak ist das nicht nur eine gute Gelegenheit, Vorbehalte abzubauen. Er gibt der Aktion auch eine politische Bedeutung: „Wir sagen klar ,Nein’ zum Bürgerentscheid am übernächsten Wochenende, in dem es natürlich auch um eine Flüchtlingsunterkunft an der Feldstraße geht.“ Offiziell stimmen die Wedeler über den Erhalt einer Grünfläche ab, auf der nach Plänen der Stadt Wohnungen für Asylbewerber entstehen sollen. Hauptsächlich geht es am kommenden Sonntag aber darum, gemeinsam zu Essen, zu tanzen, Musik zu hören und zu schnacken. Das Bufett wird von zahlreichen Helfern organisiert. Es gibt Spezialitäten aus der türkischen, deutschen, kurdischen und syrischen Küche. „Jeder bringt was mit“, sagt Nicole Weller, die hinter der Facebook-Gruppe „Wedeler für Flüchtlinge“ steckt. Schweinefleisch, Gelatine und Alkohol sind Tabu. Die Gerichte werden gratis abgegeben, nur für Getränke ist ein kleiner Obolus fällig.

Schüler kümmern sich um die Betreuung von Kindern, auf die eine Schmink-Aktion, Zöpfeflechten, malen und eine Spielecke warten. Zudem haben die Organisatoren ein buntes Begleitprogramm auf die Beine gestellt. Es werden etwa zwei Rockbands, ein Hiphopper, eine Tanzgruppe, ein syrischer Männerchor mit orientalischen Instrumenten und ein Comedian auftreten. „Der Sonntag ist gut gewählt. Das ermöglicht auch Berufstätigen, die häufig am Samstag ranmüssen, vorbeizuschauen“, sagt Weller.

Ein engmaschiges Netz von Flüchtlingshelfern

In Wedel hat sich während der vergangenen Monate ein engmaschiges Netz von Flüchtlingshelfern gebildet. „Es ist erstaunlich, wie schnell sich wichtige Nachrichten über Facebook verbreiten lassen“, sagt Matthias Schwarz, der sich um eine mehrsprachige Gruppe in dem sozialen Netzwerk kümmert. Mitteilungen werden dort auf Arabisch, Persisch, Russisch, Türkisch, Englisch und Französisch übersetzt. „Es ist beeindruckend, wie gut etablierte Organisationen wie das Rote Kreuz, neue Institutionen wie das Willkommens-Café und neue Initiativen ineinandergreifen“, sagt Schwarz.

Inzwischen sind zahlreiche Flüchtlinge selbst als Helfer unterwegs. Heidi Keck vom Organisationsteam sagt: „Es gibt mittlerweile zwei bis drei Leute, die mich unterstützen, wenn es darum geht, Flüchtlinge bei Behördengängen zu begleiten.“ Inak ist begeistert von dem, was in Wedel möglich geworden ist. Rückblickend sagt er: „Ich habe da immer dran geglaubt und schon vor einem Jahr gesagt: Die Wedeler haben ein großes Herz. Das hat sich bis heute bestätigt.“

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert