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Amt Moorrege : Große Mehrheit ist für die Reform

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Politik spricht sich im Ausschuss für die Umstrukturierung des Amts Moorrege und einen Amtsdirektor zum 1. April 2015 aus.

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erstellt am 24.Nov.2014 | 16:23 Uhr

Die beiden Hauptdarsteller gingen am Freitagabend unterschiedlich mit der Ungewissheit um, als der Amtsausschuss im Dörpshus Neuendeich über die Zukunft des Amts Moorrege abstimmte. Der Leitende Verwaltungsbeamte (LVB) Rainer Jürgensen machte aus seiner Anspannung keinen Hehl. Amtsvorsteher Walter Rißler (CDU) versuchte dagegen, gelassen zu wirken.

Am Ende durfte Jürgensen jubeln. Der Ausschuss sprach sich in einer geheimen Abstimmung mit 16 zu sieben Stimmen dafür aus, zum 1. April 2015 den Amtsdirektor einzuführen. Ohne Gegenstimme wurde danach entschieden, die dafür erforderliche Änderung der Hauptsatzung vorzunehmen. Dadurch wird das Amt Moorrege von einer ehren- zu einer hauptamtlichen Verwaltung.

Ebenso einhellig beschlossen die Politiker, auf eine Ausschreibung zu verzichten und die Aufgabe dem derzeitigen LVB zu übertragen. Als Amtsdirektor bekommt Jürgensen zusätzliche Befugnisse und mehr Geld. Dafür muss der ehrenamtliche Amtsvorsteher und Holmer Bürgermeister Walter Rißler (CDU) Aufgaben abgeben und verdient weniger. Jürgensen ist anstelle Rißler nun offiziell Chef der Verwaltung.

Vor der klaren Entscheidung standen emotionale Debatten. Welche Bedeutung die Umstrukturierung hat, zeigte die hohe Besucherzahl. Etwa 60 Zuhörer waren in das Dörpshus gekommen, darunter etliche Mitarbeiter des Amts. Sogar Torneschs Bürgermeister Roland Krügel verfolgte die Diskussion. Vor allem die Holmer CDU-Politiker Uwe Hüttner und Horst Schaper warfen sich für Rißler in die Bresche und wollten die Einführung des Amtsdirektors verhindern.

Die Verwaltung funktioniere schließlich hervorragend, Amtsvorsteher Rißler habe keine Probleme, seinen Aufgaben nachzukommen und sei erst im vergangenen Jahr mit deutlicher Mehrheit gewählt worden, betonte Hüttner. „Warum sollten wir ihn jetzt ins zweite Glied schicken?“, fragte er. Der CDU-Politiker war offenkundig der Auffassung, dass es auch darum gehe, Rißler auszubooten.

Die Gegner der Reform kritisierten zudem, dass Mehrkosten zu erwarten seien. Letztendlich hatten sie keine Chance. Die Weichen für die Umstrukturierung waren schon vor der Sitzung längst gestellt worden. „Es geht nicht darum, einen Amtsträger abzuwählen, sondern darum, das Amt zu stärken“, sagte Hans-Peter Lütje (CDU Appen). Derjenige, der die Kompetenz habe, müsse die Verantwortung tragen. Dem Ehrenamt seien Grenzen gesetzt. Deshalb Lütjes Appell: „Wir müssen aus der Stärke heraus Weichen stellen, damit sich das Amt nach außen noch besser darstellen kann.“ Eine Argumentation, der die breite Mehrheit folgte.

Der künftige Amtsdirektor Jürgensen freute sich am Ende über das Ergebnis der Sitzung. Er betonte, dass dadurch unabhängig von seiner Person die Zukunft des Amts gesichert werde. Der LVB ist sicher, dass bei einer nach seiner Auffassung auf alle Fälle kommenden Reform die ehrenamtlich organisierten Verwaltungen zuerst zerschlagen werden. Probleme bei der künftigen Zusammenarbeit mit Rißler erwartet Jürgensen nicht. „Persönliche Dinge und Angriffe sind hier fehl am Platz. Ich verstehe mich menschlich mit Walter Rißler sehr gut, und das wird auch so bleiben“, betonte der künftige Amtsdirektor.

Das Amt Moorrege kümmert sich um die Verwaltung der Gemeinden Appen, Holm, Heist, Neuendeich, Heidgraben, Groß Nordende und Moorrege und betreut zusammen etwa 19000 Einwohner. Weitere Ämter im Kreis Pinneberg  sind das Amt Pinnau, das Amt Rantzau, das Amt Haseldorf, das Amt Elmshorn-Land und das Amt Hörnerkirchen. Das Amt Elmshorn-Land hat vor kurzem  ebenfalls den Amtsdirektor eingeführt.
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