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Pinneberger Tageblatt

22. Oktober 2017 | 12:37 Uhr

Große Liebe im Theater gefunden

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

PorträtAnna Bonkewitz brennt für das Pinneberger Forum Theater, wo sie als Kind ihren jetzigen Verlobten kennenlernte

Die Geschichte von Dorothy Gale, einem jungen Mädchen aus Kansas, ihrem kleinen Hund Toto, der Vogelscheuche, dem Blechmann ohne Herz und dem feigen Löwen hat schon viele Kinder verzaubert. Für Anna Bonkewitz (27) und Jan Lübeck hatte der Stoff des Kinderbuches „Der Zauberer von Oz“ eine ganz besondere Bedeutung. Die Pinnebergerin und ihr heutiger Verlobter lernten sich im Zuge der Proben fürs Kinderstück beim Forum Theater kennen. Anna Bonkewitz spielte damals das Mädchen Dorothy und Jan Lübeck den feigen Löwen. Die beiden sind inzwischen schon seit sechs Jahren ein engagiertes Theaterpaar und spielen bei diversen Stücken des Pinneberger Vereins mit.

Bei Anna Bonkewitz entflammte die Liebe zum Pinneberger Theaterverein allerdings schon um einige Zeit früher. Seit ihrem achten Lebensjahr spielt sie bei der Pinneberger Institution. Durch in der Stadt verteilte Werbeplakate des Vereins wurde sie im Jahr 1997 aufs Forum Theater aufmerksam. Der Verein spielte das Stück „Maschimaschine“ von Paul Maar. Mutter Anja Beeck ging gemeinsam mit ihrer Tochter zum Paul-Maar-Weihnachtsmärchen in die Aula der ehemaligen Karl-Sörensen-Schule. „Ich fand es beeindruckend, wie die Kinder geschauspielert haben“, erinnert sich die 27-Jährige. „Maschimaschine“ war eines der ersten Kinderstücke, die der Theaterverein inszenierte. „Meine Mutter hatte mir zu der Zeit auch die Sams-Bücher von Paul Maar vorgelesen“, sagt Bonkewitz. Der märchenhafte Stoff, gekoppelt mit der kindgerechten Aufführung, habe es ihr ermöglicht, sich „in die Theaterwelt zu träumen“.

Die Amateurschauspielerin weiß es zu schätzen, sich auf den Brettern, die die Welt bedeuten, verwirklichen zu dürfen. „Das Schauspielern ermöglicht es mir, Kind zu bleiben und verschiedene Rollen auszuprobieren“, erläutert Bonkewitz. Sie hat viel Spaß daran, sich „in eine komplett andere Person mit einer dazugehörigen Geschichte“ hineinzudenken. Die 27-Jährige verkörperte in den Weihnachtsmärchen bereits diverse Tiere, darunter eine Fliege, aber auch Kinder wie die Dorothy beim „Zauberer von Oz“.

Darüber hinaus hat es ihr das klassische Fach angetan: Bonkewitz spielte bei dem Shakespeare-Stück „Was ihr wollt“ die Zofe Maria und entdeckte, dass sich beispielsweise Shakespeares Texte mit ihrem melodischem Klang „relativ leicht“ lernen lassen. Sie denkt auch gerne an Proben und Aufführungen fürs Stück „Kabale und Liebe“ von Schiller zurück. Die Pinnebergerin schlüpfte in die Rolle des jungen Mädchens Luise.

Die Theaterarbeit im Zuge von Kinder- und Erwachsenenstücken bereichert das Leben der Amateurschauspielerin auf unterschiedliche Weise. „Proben mit Kindern sind wie ein Überraschungsei“, sagt die gelernte Erzieherin. Sie enthielten immer Spannung, Spaß und Überraschung. Die Erwachsenen-Proben erinnern sie hingegen eher an eine „Konfetti-Bombe“. „Das Spiel mit den älteren Darstellern bringt immer Spaß. Man hat viel zu lachen, gerade wenn es gilt, in einen der Persönlichkeit eher fremden Charakter zu schlüpfen“, erläutert sie.


Weihnachtsstück wird geprobt


Bei Erwachsenen-Proben sei es wichtig, dass das gesamte Team gut zusammenarbeitet, damit sich die Schauspieler komplett aufs Spielen konzentrieren können, weiß Bonkewitz. Es sei enorm erleichternd, wenn andere fähige Leute Gebiete wie Kostüme, Technik, Soufleuse, Bühnenbau und Werbung abdeckten. Bonkewitz probt aktuell zweimal in der Woche für das Stück „Frohe Weihnachten, Miss Carey“. Dabei handelt es sich um das einzige Erwachsenenstück des Forum Theaters in diesem Jahr. „Bei ‚Miss Carey‘ stimmt das Ensemble und das Backstage-Team. Wir sind eine tolle Einheit“, sagt Bonkewitz. „Ein ganz besonderer Moment ist immer das Lampenfieber vor der Aufführung“, berichtet die Pinnebergerin. Sobald ihr erster Schritt auf die Bühne erfolge, vergesse sie die Welt um sich herum. „Je mehr Reaktionen des Publikums kommen, desto mehr Leistung möchte man dann auch erbringen“, erläutert sie.

Was die Zukunft betrifft, wünscht sich Anna Bonkewitz eine gesicherte Spielstätte für den Verein. Die Ernst-Paasch-Halle, der Sitz des Forum Theaters, ist derzeit gesperrt (wir berichteten). Das Team leide sehr unter der ungewissen Raum-Situation. Von sechs geplanten Aufführungen in diesem Jahr mussten die Pinneberger deswegen drei Erwachsenen-Stücke streichen. Sie hofft darüber hinaus, in noch „vielen tollen Stücken, mitspielen oder Regie führen zu dürfen“.

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