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Repowering : Groß Nordende wehrt sich gegen Windkraft-Riesen

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Kleine Windkraftanlagen in Uetersen sollen durch große ersetzt werden. Doch die Gemeinde Groß Nordende sagt nein. Die Beteiligung am Projekt ist nicht gewollt.

Gross Nordende | Die Pläne für den Ausbau des Windparks in Uetersen werden immer konkreter. Nun wächst der Widerstand in Groß Nordende und Neuendeich. Nachdem Investor Planet Energy, ein Tochterunternehmen von Greenpeace Energy, während der vergangenen Wochen Bürgern und Politikern mehrfach seine Ideen präsentiert hatte, will Ute Ehmke, Bürgermeisterin in Groß Nordende, nun stärker in die Öffentlichkeit. „Wir wollen in Uetersen präsenter sein, um die Menschen zu sensibilisieren“, sagte Ehmke gestern während eines Informationsgesprächs in Groß Nordende, an dem auch Neuendeichs Bürgermeister Reinhard Pliquet teilnahm. Juristische Mittel seien ebenfalls nicht ausgeschlossen.

Planet Energy will ein Repowering, also die alten Anlagen durch neue, bis zu 200 Meter hohe, ersetzen. „Man kann nicht von einem Windpark sprechen. Unter Park verstehe ich was Positives. Das hier ist eine Industrieanlage mitten in einem Landschaftsschutzgebiet“, sagte Ehmke. Die Kritik: Die neuen Anlagen würden weithin sichtbar sein. Sie fielen wegen der Leuchtfeuer auch nachts auf. Es gäbe mehr Lärm und Schlagschatten. Und neue Windräder seien wirtschaftlich unnötig. „Der Investor rechnet mit Gewinnen und Gewerbesteuer für Uetersen ab 2017. Das glauben wir nicht“, sagte Ehmke. Eine eigene Beteiligung an dem Projekt sei keine Option. „Wir wollen die neuen Anlagen nicht. Und wir glauben nicht an das Erlösmodell“, sagte die Bürgermeisterin.

Die Entscheidung, ob Planet Energy ausbauen kann oder nicht, wird in Uetersen getroffen. „Noch ist nichts beschlossen“, sagt Uetersens Bürgermeisterin Andrea Hansen. Es gebe auch in Uetersen noch Skepsis unter den Politikern. Der Austausch mit den Nachbarorten sei aber konstruktiv.

Planet Energy weiß um die Sorgen. „Wir können eine Zusatzbelastung mit Lärm oder Schlagschatten ausschließen“, beruhigt Geschäftsführer Nils Müller auf Anfrage. „Optisch wird es jedoch deutliche Veränderungen geben.“ So seien auch Höhen von 180 Metern denkbar. Die Bürger im Umland sollen mit einer finanziellen Beteiligung vom Projekt profitieren. Die Anlageform sei jedoch noch nicht festgelegt, sagte Müller.

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erstellt am 20.Feb.2014 | 12:00 Uhr

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