Grabsch-Attacke im Schwimmbad?

Ein Quickborner steht wegen sexuellen Missbrauchs vor dem Jugendschöffengericht in Pinneberg.
Ein Quickborner steht wegen sexuellen Missbrauchs vor dem Jugendschöffengericht in Pinneberg.

Prozess Mann aus Quickborn wegen sexuellen Übergriffs angeklagt / Mutmaßliche Opfer sagen aus

shz.de von
31. März 2017, 16:00 Uhr

Prozessauftakt in Pinneberg: Ein 28 jahre alter Mann aus Quickborn soll am 20. Juli des vergangenen Jahres im Quickborner Freibad ein minderjähriges Mädchen begrabscht haben. Deswegen muss er sich nun vor dem Jugendschöffengericht in Pinneberg verantworten. Die Anklage lautet auf sexuellen Missbrauch und versuchten sexuellen Missbrauch von Kindern.

Laut Staatsanwaltschaft hatte sich im Sommer Folgendes abgespielt: Der Angeklagte war zunächst hinter einem Mädchen hergeschwommen. Schließlich griff er ihr von hinten in den Schritt. Das gleiche versuchte er später erfolglos bei einem zweiten Mädchen. Die Mädchen und ein befreundeter Junge meldeten sich beim Schwimmbadpersonal. Ein Bademeister forderte den 28-Jährigen auf, das Becken zu verlassen. Die Polizei brachte ihn schließlich zur Kripo nach Pinneberg.

Der Angeklagte stritt die beiden Taten gestern ab. Er habe sich zunächst mit zwei Freunden getroffen und Bier getrunken. Drei Dosen seien das gewesen. Später seien die drei in das große Schwimmbecken des Bads gegangen. Das Becken sei zwar gut besucht gewesen. Kinder hätten sich aber nicht in seiner unmittelbaren Nähe befunden. „Ich wusste nicht, warum ich das Becken plötzlich verlassen musste. Selbst die Polizei hat mir nicht klargemacht, was ich falsch gemacht haben soll“, sagte er gestern aus.

Noch im Schwimmbad machte ein Polizist einen Alkoholtest. 2,3 Promille seien laut Polizeiprotokoll festgestellt worden, wie Richterin Dagmar Trüller sagte. Der deutlich zuverlässigere Bluttest etwa zweieinhalb Stunden später hätte noch 1,79 Promille ergeben. Einer der Polizeibeamte, die nach dem Vorfall im Einsatz waren, sagte gestern als Zeuge: „Der war schon ordentlich stramm.“ Der Angeklagte habe stark nach Alkohol gerochen und sei beim Gehen unsicher gewesen.

Auch die beiden Mädchen und deren Freund, mit dem sie im Schwimmbad waren, sagten vor Gericht aus. Die Öffentlichkeit schloss Richterin Trüller während der Befragung aus. Der Schutz der Privatsphäre der Kinder wog schwerer als das öffentliche Interesse an dem Prozess.

Ebenfalls als Zeuge geladen war einer der Begleiter des Angeklagten. Er bestätigte im Wesentlichen dessen Aussage. Die Gruppe habe zuerst außerhalb des Freibads etwas getrunken und sei anschließend zum Baden gegangen. Einen Vorfall, an dem Kinder beteiligt waren, habe es nicht gegeben.

Der Prozess wurde gestern unterbrochen. Er wird am kommenden Montag fortgesetzt. Dann wird auch ein Urteil erwartet.

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