zur Navigation springen

Das Sonntagsgespräch : „Gospel gehört nicht nur in die Kirche“

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Heute mit Catrin Jacobsen, Chorleiterin von Voice and Spirit.

Appen | Seit neun Jahren gibt es Voice and Spirit, den gemeinsamen Gospelchor der beiden Kirchengemeinden St. Johannes in Appen und St. Michael in Moorrege-Heist. Im Sonntagsgespräch erklärt Chorleiterin Catrin Jacobsen, warum Gospel-Musik die Menschen so sehr berührt.

Was fasziniert Sie an Gospel-Musik?
Die musikalische Vielfalt mit Elementen aus Jazz und Pop finde ich beeindruckend. Dazu finde ich toll, dass Gospel mit Herz und Seele dargeboten wird. Die Kombination aus Lebensfreude und Nachdenklichem ist einfach faszinierend.

Was zeichnet den Chor Voice and Spirit aus?
Alle 55 Mitglieder sind mit wahnsinnig viel Freude dabei und lassen sich auf alle Herausforderungen ein, die ich ihnen stelle. Ich finde es zudem schön, dass so viele unterschiedliche Menschen mit ganz verschiedenen Berufen zu einer Gemeinschaft zusammengewachsen sind. Alle stehen füreinander ein. Das ist nicht selbstverständlich. Ungewöhnlich ist auch, dass die Solisten aus unserem eigenen Chor kommen. Das ist bei anderen Chören eher selten.

Wie sieht Ihre Arbeit als Chorleiterin aus?
Lieder und Noten aussuchen, Workshops für die Solisten, Vorbereitungen auf die Proben – es fällt einiges an. Aber auch, wenn ich mich auf die Übungsabende immer sorgfältig einstimme: Wie es genau abläuft, merke ich erst bei den Proben. Das ist das Spannende an meiner Arbeit. Ich muss mich auf die Situation und die einzelnen Menschen einstellen und darauf reagieren. Schließlich sind alle da, weil sie Spaß am Singen haben und mitgenommen werden wollen. Der Ehrgeiz, sich zu verbessern ist da und durch die Erfolge in den vergangenen Jahren eher noch größer geworden.

Haben Sie vor den Auftritten Lampenfieber?
Lampenfieber eher nicht. Es ist aber eine große Anspannung da, die mir hilft, mich zu konzentrieren. Beruhigend muss ich vor allem auf die Solisten einwirken, die diesen Part noch nicht so häufig übernommen haben.

Gibt es Auftritte, die Ihnen besonders in Erinnerung geblieben sind?
Bewegend war ein Konzert in Moorrege, in dem der Chor zum Schluss ein Spalier gebildet hat, durch das die Leute Richtung Kirchenausgang gingen. Währenddessen sang der ganze Chor weiter und sogar einige Besucher sangen mit. Das war für alle Beteiligten emotional sehr ergreifend. Unvergesslich ist für mich auch das Weihnachtskonzert in der Appener Kirche im vorletzten Jahr. Die Kirche war schon 40 Minuten vor dem Auftritt voll und es kamen immer mehr Menschen. Der Auftritt war einfach gelungen, weil das ganze Publikum mitmachte. Ein tolles Erlebnis war außerdem im Rahmen unseres regelmäßigen Chor- austausches der Besuch eines Chores aus Eastbourne, mit dem wir gemeinsam in der Ernst-Barlach-Schule in Wedel aufgetreten sind. Ich freue mich auch schon auf die Festwoche, die 2016 zur Feier unseres zehnjährigen Jubiläums geplant ist.

Catrin Jacobsen ist verheiratet und hat einen Sohn. Sie wohnt in Pinneberg-Waldenau. Wer mehr über den Chor erfahren möchte, erhält unter Telefon 04101-3757966  Informationen.

Wer ist für das Singen im Gospel-Chor geeignet?
Alle, die Freude an der Musik haben. Es wäre schön, wenn einige jüngere Mitglieder zu uns stoßen. Gerade im Bereich der 20- bis 30-Jährigen könnten wir Verstärkung gebrauchen.

Gehören Gospel-Musik und Kirche zusammen?
Auf jeden Fall. Es geht schließlich um das Lob Gottes. „Gospel“ bedeutet ja übersetzt auch „gute Nachricht“. Das heißt aber nicht, dass Gospel nur in die Kirche gehört. Wir treten genauso an anderen Orten auf. Gerade im europäischen Raum übernehmen die Gospelchöre zudem immer mehr Elemente aus der Popmusik.

Voice and Spirit sind schon seit Jahren beim weltweiten Gospelday dabei, wenn Chöre auf der ganzen Welt „We are changing the World“ singen. Was ist das Besondere an der Aktion?
Man hat das Gefühl, bei einem weltweiten Flashmob dabei zu sein. Es ist schön, die Besucher in der Rathauspassage zu begeistern und sogar Mitglieder anderer Chöre zum Mitmachen zu bewegen. Mit diesem Lied startet außerdem der Chor- aktionstag gegen Hunger und Armut in der Welt. Dieses Thema ist ja aktueller denn je und liegt uns natürlich auch am Herzen.

zur Startseite

von
erstellt am 11.Okt.2015 | 15:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen