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Pinneberger Tageblatt

17. August 2017 | 20:00 Uhr

Goldgräberstimmung nutzen

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Die Hochseeinsel Helgoland hat in den vergangenen Jahren Touristenrekorde verbucht / Weitere Projekte für Gäste sind bereits geplant

Atlantis versank einst auf Nimmerwiedersehen in den Fluten. Deutschlands einzige Hochseeinsel nutzt den Namen des sagenhaften Eilands nun, um das Gegenteil anzukündigen: Helgoland, der frühere „Fuselfelsen“, will hoch hinaus und sich zum Top-Urlaubsziel aufschwingen. Erste Erfolge sind an steigenden Übernachtungszahlen ablesbar, nun soll die Offensive richtig Tempo aufnehmen. Unter dem Arbeitstitel „Die Heimat im Herzen, die Zukunft in der Hand. Atlantis 4.0 – unser Konzept für Helgoland“ legen Gemeinde und Tourismusverantwortliche den 1400 Helgoländern bei einer Einwohnerversammlung am 22. März ein Zukunftspapier mit zahlreichen Projekten vor.

Seit 2011 profitiert der Rote Felsen vom Boom der Windkraft auf See. Unweit der Insel produzieren inzwischen drei große Offshore-Parks Strom. Die Bauarbeiter sind wieder weg, doch den Schwung der Goldgräberstimmung und der gestiegenen Gewerbesteuereinnahmen will die zum Kreis Pinneberg gehörende Insel mitnehmen.

Geplant sind Maßnahmen im zweistelligen Millionenbereich, wie Tourismusdirektor Klaus Furtmeier zum Saisonstart des Katamarans „Halunder Jet“ erläuterte. Dieser fährt ab heute von Hamburg über Wedel und Cuxhaven zur Insel. Ziel sei es, die Zahl der Helgoland-Gäste bis 2020 um etwa ein Fünftel auf 400  000 jährlich zu steigern. Das verbesserte Angebot solle nicht zuletzt mehr Besucher dazu bringen, länger als ein paar Stunden zu bleiben. Lange Zeit war die Doppelinsel in der Nordsee vor allem Ziel für Tagesgäste, die günstig Schnaps und Tabak einkauften. Der aktuelle Trend bestätigt die neue Ausrichtung. 2015 kletterte die Zahl der Übernachtungen erneut um zirka vier Prozent auf 312 000, die der „echten“ Urlauber um ein gutes Prozent auf 75  200 – Rekord.

Damit Helgoland mehr zu bieten hat als raue See, Kegelrobben und Lange Anna, sind viele Neuerungen schon umgesetzt, andere angeschoben oder in Planung. Im Design-Hotel Atoll entsteht ein derzeit ein neues Welcome Center für Touristen. Die Eröffnung ist für 2017 oder 2018 vorgesehen. Das baufällige Aquarium, das bis zum vergangenen Jahr vom Alfred-Wegener-Institut betrieben wurde, wird grundsaniert. Anschließend soll eine Ausstellung den Besuchern Meeresforschung und Klimawandel anschaulich machen.

Die historischen Bunkeranlagen auf der Hochseeinsel werden erweitert. Nahe der Nordostmole ist das erste Vier-Sterne-Plus-Hotel mit 100 Zimmern geplant. Dazu sagte Furtmeier: „Ein Betreiber für 20 Jahre steht bereit, den Investor hoffen wir in den nächsten Monaten vorstellen zu können.“

Helgolands Binnenhafen wird zudem ertüchtigt und zur Marina umgestaltet. Baubeginn für dieses Projekt ist im Juli. Auf der Düne eröffnet im April zudem eine Sauna für sechs bis acht Personen. Nach der Hitzesitzung ist die kühle Nordsee nur 60 Meter entfernt. Am Gründonnerstag eröffnet das Literaturhotel „Hotel auf den Hummerklippen“. Es liegt am Felsrand des Oberlandes, bietet Autoren-Zimmer und regelmäßige Lesungen an.

Punkten kann Helgoland nun auch als Wlan-Insel. „Wir haben eine annähernd 100-prozentige Abdeckung“, sagte Alexander Bernhardt von Freifunk Hamburg. 78 Router sorgen für drahtloses Gratis-Internet auf der Hauptinsel und der Düne – obendrein gibt es auch einen schwimmenden Knoten auf dem „Halunder Jet“.

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erstellt am 19.Mär.2016 | 16:00 Uhr

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