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Frauen sollen stärker mitbestimmen : Gleichstellungsbeauftrage des Kreises Pinneberg starten Aktion „Im echten Norden: Mehr Frauen in die Kommunalpolitik“

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Die landesweite Kampagne soll die Frauen ermutigen, Verantwortung in den Gemeinden zu übernehmen.

shz.de von
erstellt am 17.Dez.2015 | 16:30 Uhr

Kreis Pinneberg | Im Durchschnitt sind etwa 29 Prozent der Mandate in Stadt- und Gemeinderäten der großen Kommunen im Kreis von Frauen besetzt. Während die Sitze in der Gemeinde Halstenbek pari aufgeteilt sind und mit Bürgermeisterin Linda Hoß-Rickmann (parteilos) eine Frau die Verwaltung führt, kommt Tornesch nur auf eine Frauenquote von 17,4 Prozent. „In kleinen Kommunen ist die Situation noch dramatischer“, sagt Deborah Azzab-Robinson, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Pinneberg. Gemeinsam mit ihren festangestellten Kolleginnen will sie mehr Frauen für die Politik begeistern.

„Im echten Norden: Mehr Frauen in die Kommunalpolitik“, lautet der Titel einer landesweiten Kampagne, die Frauen ermutigen soll, Verantwortung in den Gemeinden zu übernehmen. „Schon seit der Gründung des Grundgesetztes merken wir, dass Positionen nicht paritätisch vergeben sind“, sagt Azzab-Robinson. Sie sieht in der Initiative eine Stärkung des demokratischen Prinzips. „Dabei geht es nicht nur um Politikerfrauen wie ich Frauen mit entsprechend beruflichem Hintergrund nenne, sondern auch alleinerziehende Frauen, die aus schwierigen Lebensverhältnissen kommen“, so Azzab-Robinson.

Vor dem offiziellen Auftakt der Initiative im Kreis Pinneberg hatte die Kreisgleichstellungsbeauftragte Petra Thies-Klapp bereits ein Seminar mit dem Thema „Kommunale Haushalte“ organisiert. 22 Personen nahmen teil. „Das war bunt gemischt von Frauen, die bereits in der Politik aktiv sind, bis zu kompletten Neueinsteigern“, freute sich Thies-Klapp über die gute Resonanz. Diese soll sich beim Kampagnenstart am Donnerstag, 3. März, fortsetzten. Von 18.30 bis 21 Uhr wird Professorin Ruth Laskowski, Rechtsexpertin für Öffentliches Recht, Völker- und Europarecht an der Universität Kassel, mit einem Referat in das Thema einführen und an der anschließenden Diskussion teilnehmen. „Das wird nicht dröge, sondern das wird echtes Entertainment“, verspricht Dorathea Beckmann, Gleichstellungsbeauftragte der Gemeinde Rellingen. Im Vorfeld wollen die Gleichstellungsbeauftragten mit verschiedenen Aktionen auf die Initiative und die Veranstaltung aufmerksam machen. In den kommenden Tagen sollen Postkarten mit dem Slogan „Lässt Du wohl die Finger davon“ in den Gemeinden verteilt werden. „Diese haben schon für einige Diskussionen gesorgt“, weiß Azzab-Robinson.

Dabei setzten die Gleichstellungsbeauftragen auch auf die Zusammenarbeit mit Parteien. „Wir wollen diese aktiv ansprechen und mit ihnen zusammenarbeiten und nicht mit dem Finger auf sie zeigen“, sagt Azzab-Robinson. Für viele Frauen sei die Zugehörigkeit zu einer Partei eine Einstiegshürde in die Politik. „Wir wollen die Demokratie stärken. Das ist unser kleinster gemeinsamer Nenner“, sagt Azzab-Robinson und ergänzt: „ Unsere Demokratie soll eine repräsentative Demokratie sein.“ Derzeit seien 51 Prozent der Wahlberechtigten Frauen. „50 Prozent der Mandate würden uns aber reichen“, sagt Azzab-Robinson grinsend. Dabei sei allen bewusst, dass eine Veränderung Zeit braucht. Dafür müssten sich etwa die Diskussionskultur oder auch hierarchische Strukturen in Parteien ändern. „Die Parteien müssen für Nachwuchs sorgen und hinterfragen, ob sie noch zeitgemäß sind“, mahnt Thies-Klapp.

 

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