zur Navigation springen
Pinneberger Tageblatt

14. Dezember 2017 | 18:26 Uhr

Glaube ist ein Geschenk ohne Bedingungen

vom

shz.de von
erstellt am 18.Mai.2013 | 01:14 Uhr

Pinneberg | "Ich würde ja gerne glauben, aber ich kann es irgendwie nicht", sagt mir ein Mann im Gespräch. Geht es hier wirklich um menschliches Können? Gibt es Menschen, die besonders religiös sind und deswegen besser glauben können?

Glaube ist ein Geschenk, und kein Fest macht das deutlicher als Pfingsten. Jesus hatte seinen Jüngern versprochen, ihnen den Heiligen Geist als Tröster, Ermutiger und Stimme Gottes zusenden würde. Sie sollen nicht allein sein, sondern seine Gegenwart erfahren. An Pfingsten hat Gott seinen Geist gesandt. Die Folgen sind unübersehbar. Eben noch verängstigte und zurückgezogene Jüngerinnen und Jünger Jesu gehen auf die Straße zu den Menschen und erzählen von Gott und der Erlösung durch Jesus Christus.

Es waren Menschen aus verschiedenen Kulturen zu der Zeit in Jerusalem. Sie alle sprechen verschiedene Sprachen und verstehen plötzlich, worum es geht. Der Heilige Geist will verbinden, Brücken bauen und Verständnis schaffen. Wer Glauben lernen will, kann entdecken, dass Gott sich längst auf den Weg gemacht hat. Gott sucht den Weg zu uns Menschen.

Der Heilige Geist führt Christen aus ihren gesicherten Häusern zu den Menschen. Paulus schreibt im Korintherbrief, dass unser Körper ein Tempel für den Heiligen Geist sein soll. Gott wohnt nicht mehr in Gebäuden, sondern in Menschen. Schon Jesus sagte, dass man Gott überall ansprechen könne und dazu nicht erst in den Tempel nach Jerusalem pilgern müsse. Viele Menschen suchen Gott in sakralen Räumen. Man kann ja auch in einer Kirche gut zur Ruhe kommen, aber Gott wohnt eben in Menschen. Wo Menschen Gott loben, wohnt Gott in ihrer Gemeinschaft. Das hat auch Auswirkungen auf die Atmosphäre eines Ortes.

Aber seit Pfingsten ist Gott überall erreichbar und er wohnt in Menschen. Er will alle Menschen erreichen, aber er ist auch ein "Gentleman", er drängt sich nicht auf. Wer sich für Gott öffnen will, zu dem kommt Gott durch seinen Geist. Wer Glauben erleben will, muss keine Bedingungen erfüllen. Aber es geht um eine Antwort: Ich öffne mich für das Wirken Gottes. Ich lasse mich mit Glauben beschenken.

Pfingsten hat auch mit Gebet zu tun. Im Römerbrief (Römer 8,26) beschreibt Paulus, wie der Heilige Geist uns beten hilft. Wenn wir mit Gott reden wollen und uns die Worte fehlen und auch wenn wir nicht mehr beten können, hilft er weiter. Wer in seiner Verzweiflung zu Gott betet, darf damit rechnen, dass Gott versteht. Vielleicht so: "Ich möchte gerne glauben, überwinde meinen Unglauben."

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen