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Pinneberger Tageblatt

18. August 2017 | 14:51 Uhr

Pinneberg : GeWoGe investiert in die Zukunft

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Pinneberger Genossenschaft sucht händeringend nach Grundstücken. Der Neubau am Von-Ahlefeld-Stieg kostet 7,5 Millionen Euro.

Pinneberg | Die Baugenossenschaft Neue GeWoGe will weiter wachsen. Das bestätigen die Vorstände Kai Lorenz und Wolfgang Hermann im Gespräch mit dem Pinneberger Tageblatt. Geplant sei, den derzeitigen Bestand von 2200 Wohnungen binnen acht Jahren um 250 Wohnungen aufzustocken. Auch das Pinneberger Stadtgebiet, in dem die Genossenschaft derzeit 1200 Wohnungen anbietet, rückt in den Fokus. Ein Problem bleibt der Mangel an geeigneten Grundstücken.

In den Jahren 2007 bis 2012 hatte die Wohnungsbaugenossenschaft massiv in ihren Bestand investiert. Rund 58 Millionen Euro flossen in die Sanierung älterer Gebäude. Grundsätzlich werde derzeit ein Strategiewechsel vollzogen, so Lorenz: „Wir orientieren uns verstärkt in Richtung Neubau.“ Momentan stammten 85 Prozent des Bestands aus den 50er und 60er Jahren. Es bestehe also Handlungsbedarf.

Ein Projekt ist bereits im Werden: Am Von-Ahlefeld-Stieg im Herzen der Kreisstadt entsteht ein viergeschossiges Wohnhaus mit einer Büroeinheit. Dort sollen im Sommer 2015 die ersten Mieter einziehen. 7,5 Millionen Euro werden investiert. Die GeWoGe hatte das Grundstück vom Kreis Pinneberg erworben, nachdem die Kreisverwaltung ihren Abgang nach Elmshorn verkündet hatte. Die Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum sei fraglos da, so Hermann: „Es gibt einen konstanten Druck aus Hamburg.“ Der Trend, ins Umland zu ziehen, sei ungebrochen. Die Klientel setze sich aus allen Schichten der Gesellschaft zusammen. „Es gibt sowohl Anfragen von Studenten, die von Pinneberg schnell die Hamburger Uni erreichen, als auch von Senioren, die ihre Einzelhäuser aufgeben und in die Stadt umsiedeln.“ Sogar Menschen, die horrende Mieten für Wohnungen in der Hamburger Hafencity bezahlten, meldeten mittlerweile Interesse an Objekten in der Kreisstadt an. Zur Erinnerung: Die GeWoGe hatte 2012 mit einem architektonisch auffälligen Bau an der Generaloberst-Beck-Straße für Aufsehen gesorgt. Dort waren neben öffentlich geförderten auch hochwertige Wohnungen entstanden. Und die gingen weg wie warme Semmeln.

Grundsätzlich bleibe es jedoch Hauptziel der Genossenschaft, Geschosswohnungen zu moderatem Mietzins anzubieten, so Hermann. Die Tatsache, dass das Land die Förderbedingungen korrigiert habe, sei ein gutes Zeichen. Kiel hatte die Einkommensgrenze für Mieter öffentlich geförderter Wohnungen kürzlich angehoben.

Auf der Suche nach Entwicklungsflächen steht die GeWoGe laut Lorenz derzeit in Verhandlungen mit mehreren Kommunen im Kreisgebiet. In Pinneberg besitzt die Genossenschaft ein noch unbebautes Areal an der Lindenstraße. Das Interesse an einem seit Jahren brach liegenden Filetstück in der City ist ungebrochen. „Ja, wir können uns vorstellen, 180 bis 200 Wohneinheiten auf dem Ilo-Gelände zu bauen“, so Lorenz. Im Frühjahr war ein erster Anlauf gescheitert. Seinerzeit hatten Projektentwickler des Unternehmens Bouwfonds angefragt – mit der GeWoGe als Partner. Das Projekt war jedoch gescheitert, weil der Politik die Gesamtanzahl der geplanten Wohneinheiten mit bis zu 700 zu hoch erschien. Das direkt an der Bahn gelegene Ilo-Gelände gehört den Erben des verstorbenen Kaufmanns Mashallah Rahimi. „Aktuell gibt es keinen Kontakt zu den Besitzern“, so Lorenz.

Die Neue GeWoGe zählt derzeit 1871 Mitglieder. Gestartet war das Unternehmen 2005 mit gerade einmal sieben Mitgliedern. Bei der Genossenschaft sind 26 Mitarbeiter beschäftigt. Jährlich werden zehn Millionen Euro umgesetzt.
Das an der Bahnlinie gelegene Ilo-Gelände ist eine der attraktivsten Entwicklungsflächen der Kreisstadt. Das Areal gehört – wie auch der alte Güterbahnhof – einer Erbengemeinschaft um die Familie Rahimi. Teilflächen sind derzeit vermietet. Mit dem mittlerweile verstorbenen Immobilienkaufmann Mashallah Rahimi hatten sowohl die Stadt als auch der Kreis  Pinneberg Zoff. Er hatte sich unter anderem um den Bau eines neues Kreishauses auf dem Grundstück des Ex -Güterbahnhofs beworben, war jedoch nach langem Hin und Her ausgebremst worden.
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