Wirtschaftsentwicklung : Gewerbesteuern in Pinneberg fast verdoppelt

Wirtschaftsförderer Stefan Krappa steht vor einem Luftbild des Gewerbegebiets Müßentwiete. Die Vermarktung beginnt noch in diesem Jahr.
Wirtschaftsförderer Stefan Krappa steht vor einem Luftbild des Gewerbegebiets Müßentwiete. Die Vermarktung beginnt noch in diesem Jahr.

In den vergangenen acht Jahren sind die Einnahmen von 10,5 auf 19,7 Millionen Euro gestiegen.

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18. Januar 2018, 12:30 Uhr

Pinneberg | Die Achillesferse der Stadt Pinneberg, so hieß es bislang, seien die geringen Gewerbesteuereinnahmen. Selbst Orte mit weniger Einwohnern würden meist mehr Einnahmen generieren. Doch die neuesten Zahlen, die Wirtschaftsförderer Stefan Krappa in seinem Tätigkeitsbericht vorlegt, versprechen eine rosige Zukunft für die Kreisstadt, was die Finanzen betrifft. In den vergangenen acht Jahren haben sich die Einnahmen fast verdoppelt. Sie stiegen von 10,5 Millionen Euro (2009) auf 19,7 Millionen Euro (2017). Für 2018 erwartet die Stadt Gewerbesteuereinnahmen von 19,5 Millionen Euro.

Doch diese Schätzung hält Krappa sogar noch für konservativ. „Ich rechne damit, dass wir auf 20 Millionen Euro kommen“, sagt Pinnebergs Wirtschaftsförderer. Dass die kommunalen Einnahmen für die Kreisstadt weiter steigen werden, davon ist Krappa fest überzeugt. Argumente dafür hat er. Er nennt sie in seinem Bericht. „Durch die Vermarktung des Gewerbegebiets Müßentwiete, den kommenden Gewerbegebieten Rehmenfeld, Ossenpadd und Gehrstücken-Süd sowie durch die Realisierung von Gewerbebauten in der Parkstadt Eggerstedt und auf dem ehemaligen Ilo-Areal besteht ab 2018 die Chance, dass leistungs- und umsatzstarke Unternehmen zusätzliche Steuerkraft auch im Gewerbesteuerbereich entfalten und die Einnahmen weiter steigen“, führt der Wirtschaftsförderer aus.

Beispiel Parkstadt Eggerstedt, das ehemalige Kasernengelände: „Aus den Verkäufen im Bebauungsgebiet Nummer 115, zu dem außer den Kasernenflächen noch zwei Grundstücke am Kreisel Westring gehören, wird die Stadt Einnahmen von etwa 15,5 Millionen Euro generieren. Davon sind bereits jetzt etwa 11,34 Millionen Euro geflossen“, so Krappa. Auf das Areal der ehemaligen Kaserne entfielen davon allein etwa 11, 3 Millionen Euro. Hinzu kämen die zukünftigen Gewerbesteuereinnahmen.

Rückblick: Als erster Betrieb hatte Heiz 24 im Jahr 2014 seine Tätigkeit aufgenommen. Die Firma expandierte kräftig. Im Sommer 2017 wurde das Gebäude „Haus 3“ erworben. 2018 seien die Bautätigkeiten der Firmen zu erwarten, die sich bereits unbebaute Grundstücke gesichert haben, so Krappa. Aktuell stehe auf dem Areal nur noch eine Gewerberestfläche zum Verkauf.

Die Erschließung der Müßentwiete steht 2018 ganz oben auf der Agenda der Stadt. „Die Müßentwiete ist vor allem durch den Bau der Westumgehung für zahlreiche Firmen interessant geworden, die sich für den Erwerb von unbebauten Gewerbegrundstücken interessieren.“ 2018 soll die Akquisition erfolgen. Die Wirtschaftsförderungs- und Entwicklungsgesellschaft des Kreises Pinneberg (WEP) soll Pinneberg dabei unterstützen.

Für den Ansiedlungserfolg des Toom-Baumarkts im Rosenfeld sei auch der Bau der Westumgehung entscheidend gewesen. Mangels entsprechender Angebote in diesem Bereich seien etwa 16  Millionen Euro jährlich ins Umland abgeflossen. Krappa bezieht sich auf das Ergebnis einer Einzelhandelsstudie der BBE Handelsberatung Hamburg. Jetzt soll das Geld in Pinneberg bleiben. Im Februar wird der Toom-Markt eröffnen.

Krappa wirft auch einen Blick auf die Innenstadt, wo die Leerstandquote nur noch bei 6,6 Prozent liegt. „Im westlichen Teil des Fahltskamps existieren seit Anfang Dezember 2017 keine Leerstände in den Ladenflächen der Erdgeschosse mehr“, berichtet er. Für den Boom in Pinneberg ist nach Angaben von Krappa noch kein Ende absehbar. „Wir haben ein positives Investitionsklima in Pinneberg. Die Stadt wächst aus sich selbst heraus.“ Pinneberg ziehe viele Vorteile aus der exzellenten Lage mitten in der Metropolregion Hamburg, sagt der Wirtschaftsförderer. Zwar schauten die ganz großen Investoren auf Hamburg, aber das wirke sich auch auf Pinneberg aus.

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