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Pinneberger Tageblatt

21. Oktober 2017 | 04:21 Uhr

Pinneberg : Gewerbe soll ins Rehmenfeld

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Der Ausschuss beauftragt die Verwaltung mit der Ausarbeitung von Bebauungsplänen. Bürgerinitiative will sich gegen Entwicklung wehren.

shz.de von
erstellt am 02.Okt.2014 | 10:00 Uhr

Pinneberg | Das Rehmenfeld. 17 Hektar Fläche zwischen dem Fahlt und Thesdorf. Seit Jahren wird über eine Bebauung des Areals nachgedacht. Am Dienstagabend gab der Stadtentwicklungsausschuss den Startschuss: Die Verwaltung wurde mit der Entwicklung von Bebauungsplänen beauftragt. Was genau auf dem Rehmenfeld entstehen soll, steht noch in den Sternen. Der Flächennutzungsplan der Stadt sieht sowohl Gewerbe- als auch Wohnbebauung vor. Die Verwaltung soll nun zwei bis drei unterschiedliche Konzepte entwickeln und diese dann der Politik zur Beratung vorlegen. Auch eine frühzeitige Bürgerbeteiligung wird angestrebt.

Gegen die Pläne der Ausschussmehrheit gibt es Widerstand. Zahlreiche Vertreter der Bürgerinitiative „Rehmenfeld-Retter“ waren zur Sitzung ins Rockville-Zimmer gekommen und meldeten in der Einwohnerfragestunde ihre Bedenken an. Eine Kosten-Nutzen-Rechnung für das Projekt fehle bisher, es sei unklar, ob sich die Bebauung für Pinneberg überhaupt lohne. Auch die Lärmbelastung durch ein höheres Verkehrsaufkommen bereitet den Anwohnern Sorge. Im Gespräch mit dieser Zeitung gab sich BI-Sprecherin Anke Petersen kämpferisch: „Persönlich denke ich immer noch, dass man versuchen sollte, eine Bebauung grundsätzlich zu verhindern.“ Die zirka 100 Mitglieder der Initiative sollten jetzt mobilisiert werden. „Pinneberg verschleudert wieder etwas Positives im Stadtgebiet“, so Petersen.

Doch auch die Volksvertreter sind sich keinesfalls einig. Grüne & Unabhängige lehnten die Vorlage der Verwaltung ab, FDP und Bürgernahe enthielten sich der Stimme.

Grüne & Unabhängige bezeichneten das Verfahren als überstürzt. „Wir haben keinen Strukturbericht, wir haben keine Kosten-Nutzen-Abwägung“, betonte Ratsherr Manfred Stache. Sein Fraktionschef Joachim Dreher sagte: „Das ist ein Blindflug.“ Die Grünen machten klar, dass sie das Projekt frühstens 2016 anfassen wollen. Klaus Seyfert (CDU) hielt dagegen: „Wir brauchen die Einnahmen aus den Gewerbesteuern – wenn wir erst 2016 mit der Entwicklung des Rehmenfelds beginnen, fließen die Steuern erst 2025.“ Bis dahin sei Pinneberg vielleicht schon pleite, so der Christdemokrat.

Bauamtsleiter Klaus Stieghorst bestätigte: „Das ist nur der erste Schritt. Wenn wir in fünf bis sechs Jahren fertig sind, können wir uns glücklich schätzen.“ Auch CDU-Fraktionschef Andreas Meyer hielt den Grünen entgegen, dass noch viel Zeit zur Debatte über Details bliebe.

Grüne & Unabhängige positionierten sich darüber hinaus eindeutig gegen eine mögliche Wohnbebauung. Auch die anderen Parteien räumen der Gewerbeentwicklung Vorrang ein.

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