Gewappnet für Katastrophen

Matthias Lüdke (vorn, Mitte), Revierleiter-Vize von Rellingen, berät sich beim Einsatz am 4. August auf dem Areal der Firma Hofmann. Die Feuerwehr bemängelte fehlende Gebäudepläne. Die sind nur bei Neubauten Pflicht. Evakuierung und Löschmaßnahmen waren nach der  Explosion eines Kochers mit Thermalöl trotzdem erfolgreich.
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Matthias Lüdke (vorn, Mitte), Revierleiter-Vize von Rellingen, berät sich beim Einsatz am 4. August auf dem Areal der Firma Hofmann. Die Feuerwehr bemängelte fehlende Gebäudepläne. Die sind nur bei Neubauten Pflicht. Evakuierung und Löschmaßnahmen waren nach der Explosion eines Kochers mit Thermalöl trotzdem erfolgreich.

Hauptausschuss Montag berät das Gremium über Gefahrenabwehrplan / Bislang fehlen Strukturen

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16. September 2017, 16:00 Uhr

Öl- und Giftalarm, Großbrände, Kampfmittelfunde, Ausfall der Energie- und Wasserversorgung – Szenarien von massiven Katastrophenlagen gibt es reichlich. Dessen ist sich auch Rellingens Verwaltungsspitze – Bürgermeister Marc Trampe ist auch Chef der Ordnungs- und damit der Gefahrenabewehrbehörde – bewusst. Und schlägt Alarm. Im Hauptausschuss am Montag, 18. September, soll ab 19 Uhr unter Tagesordnungspunkt 5.3: „Erstellung eines Gefahrenabwehrplanes für die Gemeinde Rellingen“ ein Defizit beseitigt werden: die Aufstellung eines Gefahrenabwehrplans für die Gemeinde Rellingen.

Es ist kaum zu glauben: „Bisher wurden in der Gemeinde Rellingen Gefahrenlagen ohne vorhandene Struktur und anlassbezogen abgearbeitet. Für einige wenige Lagen existieren einfache Einzelpläne in Form von Telefonlisten. Auf Großschadenslagen ist die Ordnungsbehörde nicht strukturiert vorbereitet.“ Da dürften im Gremium die Alarmglocken schrillen. Denn Bedrohungssituationen gibt es laut Trampe eine Menge. Dazu gehören „Großveranstaltungen, Unwetterlagen, Massenunfällen von Verletzten, Flugzeugabstürze, Kernkraftwerksunfälle im In-und Ausland, Freisetzung von Gefahrstoffen, Sturmschäden, Großunfälle im Straßenverkehr, Epidemien/Pandemien, Tierseuchen, Lebensmittelvergiftung größeren Ausmaßes, Umweltstörungen, internationale Spannungslagen, Verteidigungsfall sowie Bedrohung kritischer Infrastruktur, sprich Einrichtungen“.

Verwaltungschef Trampe dürfte beim Gedanken an solch ein Drama-Tableau kaum ein Auge zumachen. Denn „die Gefahrenabwehr und der Bevölkerungsschutz sind gesetzliche Aufgaben des Bürgermeisters als Ordnungsbehörde“, heißt es aus dem Rathaus. Entsprechend drängt die Verwaltung darauf, dass die Kommune ihrer Verantwortung als Gefahrenabwehrbehörde gerecht werden muss. Denn selbst auch im Katastrophenfall, in dem „die Einsatzleitung nach Entscheidung des Landrats an den Kreis übergeht, werden die Gemeinden nicht aus ihrer Verantwortung entlassen, sondern sie bleiben als eine Unterstützung der Koordinierung der Maßnahmen erhalten“, lautet die Vorgabe.

Trampe und sein Team legen dem Gremium Strukturen und Vorgehensweisen für Gefahrenlagen vor. Dazu gehören
>  Information und Zusammenarbeit mit anderen Stellen
>  Zuständigkeit beim ersten Angriff
>  Organisation und Einrichtung eines Stabes
>  Notfallplanung (Risikoanalysen und Ablaufpläne für einzelne Gefahrenlagen)
>  Information der Bevölkerung sowie Evakuierung.

„Bündelung der Kompetenzen“ lautet das Zauberwort. Im Entscheidungs-Boot sind Ordnungsamt, Wehrführung, Polizei, DRK und Leitungen betroffener Querschnittsämter. Das muss koordiniert werden. Trampe kündigt bereits an: „Nach Fertigstellung des Plans erfolgt eine gesamte Mittelanmeldung für die Umsetzung des Gefahrenabwehrplans.“


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