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Pinneberger Tageblatt

19. August 2017 | 08:06 Uhr

Pinneberg : Gesundheitsthemen auf Türkisch

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Die Kontaktstelle für Selbsthilfe und der Kulturverein organisieren Fachvortrag - weil vielen Migranten der Zugang zu verständlichen Informationen fehlt.

Zu vielen Gesundheitsthemen gibt es Informationen satt. Ärzte beraten, Medien berichten und Firmen werben. Doch es gibt eine Gruppe von Menschen, die nur schlecht versteht, was gesagt und geschrieben wird. Besonders betroffen sind ältere Migranten, die bis heute Probleme mit dem Deutschen haben.

Ende Juli hatte die Zentrale Kontaktstelle für Selbsthilfe des Roten Kreuzes im Kreis Pinneberg mit einem neuen Projekt begonnen (diese Zeitung berichtete). Ziel ist, Migranten für Selbsthilfegruppen zu gewinnen. Nun steht der Termin für die erste Veranstaltung. Am Sonntag, 15. September, spricht der türkische Arzt Fatih Yildiran aus Hannover über Krankheiten wie Diabetes, Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Beschwerden. Er referiert in Türkisch.

„Mein Vater hat mich als achtjährigen Jungen als Dolmetscher mit zum Arzt genommen“, erinnert sich Baris Karabacak vom Verein Brücken der Kulturen. Gemeinsam mit dem Roten Kreuz organisiert der Verein die Veranstaltung. „Die Türken bilden die größte Gruppe unter den Migranten. Deswegen beginnen wir jetzt erst einmal mit einem Vortrag auf Türkisch“, sagt Kerstin Kreuzhage vom Roten Kreuz.

Rotes Kreuz und Kulturverein wollen aber nicht nur über Gesundheitsthemen aufklären. Sie wollen auch das System der Selbsthilfe bekannter machen. Damit sind viele Migranten laut Kreuzhage nicht vertraut.

„In der Türkei gibt es oft Nachbarschaftshilfe. Extrem formuliert: Wenn jemand seinem Nachbarn von Beschwerden berichtet, empfiehlt der Nachbar gleich ‚was Gutes‘ aus dem eigenen Tablettenschrank“, sagt Karabacak. In Selbsthilfegruppen werde fachlich fundiert nach Lösungen gesucht und notfalls ein Arztbesuch empfohlen. „Mit den Selbsthilfegruppen wollen wir die Menschen zu Experten für ihre eigenen Krankheiten machen“, sagt Kreuzhage.

Karabacak hofft auf große Resonanz: „50 Teilnehmer kommen bestimmt. Vielleicht werden es mehr.“ Einladungen seien in der Moschee, in Cafés, auf Hochzeiten sowie in der türkischen Gemeinde verteilt worden und an türkischsprachige Medien gegangen. Die Veranstaltung beginnt am Sonntag, 15. September, um 14 Uhr im Pinneberger Rathaus in der Bismarckstraße 8. Auf dem Programm stehen außerdem eine Fragerunde mit dem Arzt Fatih Yildiran, die Analyse von Blutzucker- und Blutdruckwerten sowie eine Verlosung.

 

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erstellt am 09.Sep.2013 | 16:00 Uhr

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