Förderungsbeweis in Rellingen : Geste von großer Symbolkraft

Johann Behringer (links) und Wolfgang Grandinger, Leiter und Mitarbeiter des Ortskuratoriums Hamburg der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD), überreichen der Rellinger Pastorin Martje Kruse die Stiftungsplakette.
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Johann Behringer (links) und Wolfgang Grandinger, Leiter und Mitarbeiter des Ortskuratoriums Hamburg der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD), überreichen der Rellinger Pastorin Martje Kruse die Stiftungsplakette.

Künftig prangt eine Tafel der Deutschen Stiftung Denkmalschutz an der Barockkirche von 1756 in Rellingen.

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21. Juli 2015, 14:00 Uhr

Rellingen | Sie misst wenige Zentimeter in Länge und Breite. Umso größer ist die Symbolkraft der metallenen Stiftungstafel der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD), die Johann Behringer und Wolfgang Grandinger an Rellingens Pastorin Martje Kruse jüngst überreichten. Die Vorsitzende des Kirchengemeinderats dankte dem Leiter und seinem Mitarbeiter des Ortskuratoriums Hamburg für die symbolstarke Geste.

Ein Standort für die Plakette der DSD mit Hauptsitz in Bonn konnte Kruse gleich präsentieren: vor dem Eingangsbereich an der Informationstafel. Voraussichtlich ab August weist die edle Gabe darauf hin, dass die Sanierung des Dachtragewerks nach Befall mit Echtem Hausschwamm sowie der Gauben – angegriffen durch Verwitterung und Wassereintritt – der 1756 von Cai Dose (um 1700-1768) gebauten Barockkirche durch die DSD gefördert wurde.

Insgesamt hat der „chirurgische Eingriff“ von April bis Oktober 2013 gedauert. Auf 400.000 Euro war das Finanzvolumen kalkuliert worden, zu guter Letzt wurden unter der Regie der Architektin Christine Johannsen von Architekten Johannsen & Partner aus Hamburg genau 415.998 Euro fällig.

Ein breiter Schulterschluss war nötig, um die hohe Summe zu spenden. Mit dabei: die DSD. Sie beteiligte sich mit 25.000 Euro, die Stiftung zur Bewahrung kirchlicher Baudenkmäler (KiBa) war mit 20.000 Euro dabei. Die Höhe des Schecks der Hermann-Reemtsma-Stiftung lag bei 30.000 Euro. Bundesmittel in Höhe von 130.000 Euro aus dem Denkmalschutzsonderprogramm III des Beauftragten der Kultur und der Medien (BKM), die der Oetker-Stiftung mit 20.000 Euro, des Fördervereins zum Erhalt der Rellinger Kirche mit 40.000 Euro, der Gemeinde Rellingen mit insgesamt 10.000 Euro, des Kirchenkreises Hamburg-West/Südholstein mit 68.200 Euro sowie Eigenmittel der Kirchengemeinde in Höhe von 72.798    Euro sorgten für eine Abdeckung der Kosten.

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) wurde 1985 gegründet und  genießt das Vertrauen von 200.000 Förderern. Schirmherr ist der jeweilige Bundespräsident.  Gestützt wird die Arbeit durch bundesweit mehr als 500 Freiwillige in etwa 80 Ortskuratorien.   Seit ihrer Gründung konnte die DSD mehr als 500 Millionen Euro für ihre Projektarbeit einsetzen. Nutznießer waren bereits mehr als 4500 Denkmale, die denkmalgerecht saniert wurden. 2015  werden voraussichtlich 19 Denkmale gefördert werden. Die endgültige Zahl der geförderten Projekte hängt von der tatkräftigen  Unterstützung der etwa 200.000 Förderer der Stiftung, den Erträgnissen der  Stiftungen der DSD und den Zweckerträgnissen der GlücksSpirale, der Rentenlotterie von Lotto, im laufenden Jahr ab. Förderverträge haben unter anderem bereits erhalten die Johanneskirche in Seester, die Maria- Magdalenen-Kirche in Bad Bramstedt, die Kirche auf  Langeneß  und erneut das Heiligen-Geist-Hospital in Lübeck.   Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz konnte seit ihrer Gründung 1985 bundesweit etwa 550 Millionen Euro für mehr als 4700 Denkmale zur Verfügung stellen.   Die Stiftung kann ihren wichtigen Beitrag zum Erhalt des kulturellen Erbes und zur  Bewusstseinsbildung für die Denkmalpflege letztlich nur dank des großen bürgerschaftlichen Vertrauens und der Unterstützung durch die Rentenlotterie GlücksSpirale von Lotto leisten.

Das Kuratoriums-Duo aus der Hansestadt zeigte sich überaus beeindruckt von dem Ergebnis. Dass die DSD-Spende laut Pastorin Kruse ein „wesentlicher Baustein“ für die Sanierung sei, hörten die Denkmal-Schutzexperten mit Genugtuung. Gleichzeitig betonten Behringer und Grandinger, dass die Stiftung lediglich Finanzierungen anschieben könne, um einen Dominoeffekt auszulösen. „Die Auszeichnung mit der Plakette ist ein Qualitätsnachweis. Damit können Einrichtungen bei weiteren Förderern vorstellig werden“, beschreibt Behringer die Strategie des Hauses.

Damit reiht sich die Rellinger Architekturpreziose in eine Phalanx von mehr als 160 geförderten Projekten mit 223 Restaurierungsmaßnahmen seit 1985 in Schleswig-Holstein ein. Unter anderem prangt eine DSD-Plakette am Adligen Kloster/Klosterkirche in Uetersen.

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