"Hairspray" in Pinneberg : Gesellschaftskritik mit Humor

Ganz im Stil der Swinging-Sixties: Die Darsteller des Musicals Hairspray auf der Bühne des „Cap Polonio“.
Ganz im Stil der Swinging-Sixties: Die Darsteller des Musicals Hairspray auf der Bühne des „Cap Polonio“.

Tolle Lieder, viel Tanz und Anspruch: Die Premiere des Musicals "Hairspray" im Hotel Cap Polonio war ein voller Erfolg.

shz.de von
28. Oktober 2013, 12:00 Uhr

Die sechziger Jahre sind geprägt von einer neuen Jugend, die gegen Rassentrennung ist, dabei Pünktchenkleider trägt und sich die Haare mit Tonnen von Haarspray toupiert. „Hairspray“, so heißt auch das bekannte Broadway-Musical, welches die Pinneberger Musical Company jetzt zum zweiten Mal im Hotel „Cap Polonio“ auf die Bühne bringt. Die Premiere am Wochenende war nach Regisseur Andreas Hettwer „ein voller Erfolg“.

Baltimore, 1962: Die füllige Tracy Turnblad (mit toller Stimme Jessica Göttmann) verfolgt mit ihrer Freundin Penny Lou Pingleton (Amelie Puschbaum) regelmäßig die „Corny Collins Show“ im Fernsehen. Dort wird eine neue Tänzerin für die „Nicest Kids in Town“ gesucht. Gegen den Willen ihrer ebenfalls übergewichtigen Mutter Edna (genial gespielt von Sebastian Christ), die der Meinung ist: „Menschen wie wir kommen nicht ins Fernsehen!“, aber mit dem Segen des Vaters Wilbur (Maximilian von Arnschink) geht sie zum Casting.

Mit einem Tanzmove, den sie sich von ihrem farbigen Freund Seaweed (Edem Hounkali) abgeschaut hat, kann Tracy den Moderator der Show, Corny Collins (Arnfried Oprotkowitz), von sich überzeugen. Und darf endlich neben Link Larkin (Martin Gosch), in den sie schon lange verliebt ist, in der berühmtesten Jugendshow Baltimores auftreten.

Doch die Produzentin der Show, Velma von Tussle (sehr professionell: Jule Illner), ist empört. Sie fürchtet, dass Tracy zum Publikumsliebling wird und statt ihrer Tochter Amber (Sophia Baumgart) den Titel der „Miss Teenage Hairspray“ gewinnen könnte.

Die Bösewichte des Stücks, die von Tussels, versuchen Tracy zu boykottieren. Die wiederum setztihre Popularität ein um gegen die Rassentrennung zu kämpfen. Und landet damit im Gefängnis.

In dem bunten Stück wird mit viel Humor Gesellschaftskritik geübt. Die Inszenierung der Musical Company ist beeindruckend. Das Bühnenbild ist liebevoll und detailreich gestaltet, Lichttechnik (Simon Rittscher, Ole Güllich und Arne Timm) perfekt eingesetzt.

Die Darsteller überzeugen mit Gesang (Coach: Meike Wiekhorst), Tanz (Choreographie: Mirka Lindow) und Leidenschaft und bieten dem Publikum 90 kurzweilige Minuten.

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