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Schülerwettbewerb „Eine Spur für Deinen Ort“ : Geschichte zwischen 1933 und 1945 im Kreis Pinneberg

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Die Vergangenheit unter der Lupe: Der Verein „Gegen das Vergessen“ organisiert den Schülerwettbewerb. Der Gewinner erhält 500 Euro.

Kreis Pinneberg | In Zeiten, in denen Menschen gegen Flüchtlinge demonstrieren und Asylheime angezündet werden, sei es wichtiger den je, sich mit der Geschichte Deutschlands zwischen 1933 und 1945 zu befassen, sagt Rudolf Arendt vom Förderverein „Gegen das Vergessen – Spurensuche im Kreis Pinneberg und Umgebung 1933 - 1945“. „Es ist wichtig Schülern anhand der NS-Zeit aufzuzeigen, wozu die Ächtung der Menschen aufgrund ihrer Religion, Herkunft und Parteizugehörigkeit bei uns direkt vor Ort bereits geführt haben“, sagt Arendt. Darum haben er und seine Vereinsmitstreiter nun den Schülergeschichtswettbewerb „Eine Spur für deinen Ort“ ins Leben gerufen. Teilnehmen können nicht nur Schüler aller weiterführenden Schulen in der Region, sondern auch Auszubildene. Nicht nur Schülergruppen, sondern auch einzelne Jugendliche können sich beteiligen.

„Dabei geht es um die konkrete Geschichte vor Ort“, so Arendt. Die besten Beiträge erhalten Geldpreise. So vergibt die Jury, die aus Vertretern der Kooperationspartnern – der Bürgerstiftung der VR Bank Pinneberg, der Landeskoordinationsstelle gegen Rechtsextremismus und dem Landesbeauftragten für Politische Bildung – Schirmherr Kreispräsident Burkhard Tiemann und Vereinsmitgliedern besteht, Preisgelder in Höhe von 1000 Euro. Der erste Preis ist mit 500 Euro, der zweite Preis mit 300 Euro und der dritte Preis mit 200 Euro dotiert. Außerdem werden 30 Bücherpreise vergeben.

Die Wettbewerbsteilnehmer sollen sogenannten Spuren in ihren Orten nachgehen und diese auf der Internetseite www.spurensuche-kreis-pinneberg.de präsentieren. „Eine Spur besteht aus einem Ort, einer Straße, einer Hausnummer und Namen“, sagt Erhard Vogt.

Die Schüler könnten sich etwa mit der Umbenennung einer Straße oder Schule beschäftigen oder etwas über Opfer oder Täter schreiben. „Etwas, was man gut erforschen kann ist auch die Geschichte der NSDAP-Ortsgruppe“, sagt er. „Oft sind noch Dokumente vorhanden und Vorfälle auch noch nicht veröffentlicht“, ergänzt Arndt. Diese Vorgänge werden dann auf der interaktiven Webseite publiziert. Die Spuren sollen dokumentieren, wo und wie Menschen in NS-Organisationen ihre Macht brutal eingesetzt haben, aber auch, wie Menschen sich dagegen zur Wehr gesetzt haben.

Erinnerung öffentlich machen

Laut Schirmherr Tiemann ein zukunftsweisender Weg des Erinnerns. „Je weiter die Greueltaten des Nationalsozialismus zurück reichen, desto wichtiger ist es daran zu erinnern“, sagt der Kreistagspräsident. Die „Spurensuche“ sei ein Instrument, um Erinnerung öffentlich zu machen.

Jugendliche, die Interesse haben sich zu beteiligen und auf Spurensuche zu begeben, müssen sich per E-Mail an info@spurensuche-kreis-pinneberg.de anmelden. In der Anmeldung muss nicht nur die Schule, beziehungsweise der Ausbildungsbetrieb genannt werden, sondern auch bereits welcher Spur sie nachgehen wollen. Die Schüler beziehungsweise Auszubildenen erhalten dann Unterstützung vom Förderverein. Einsendeschluss ist Sonnabend, 28. November. „Wenn es gut läuft, können wir uns vorstellen, den Wettbewerb regelmäßig zu veranstalten“, sagt Vereinsmitglied Arndt.

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erstellt am 27.Aug.2015 | 16:00 Uhr

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