„Geschichte muss begeistern“

Heinz Reinholdt (links) und Peter Clauss (rechts) wollen zusammen mit dem Vorsitzenden Dirk Cholewa ihren Verein für jüngere Generationen interessanter gestalten.
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Heinz Reinholdt (links) und Peter Clauss (rechts) wollen zusammen mit dem Vorsitzenden Dirk Cholewa ihren Verein für jüngere Generationen interessanter gestalten.

Dirk Cholewa vom Appener Heimatverein will die Historie der Gemeinde erhalten – und dabei moderner werden

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20. April 2018, 16:14 Uhr

Historische Gemälde, alte Fotos, Hilfsmittel aus früheren Zeiten wie Hobel oder Butterkübel: Im Heimatverein Appen wird all dies sorgfältig gehegt und gepflegt. Nur wissen tun das die wenigsten – zumindest die jüngere Generation der Gemeinde. „Da müssen wir anpacken, das soll sich ändern“, erklärt Dirk Cholewa. Seit 2017 ist der Mann Vorsitzender des Heimatvereins Appen. Und wie so viele Vereine im Pinneberger Umland hat Cholewa mit einem nicht unerheblichen Problem zu kämpfen: der Überalterung. „Unsere Mitglieder werden nicht jünger und der Nachwuchs fehlt“, erläutert Cholewa. Deshalb stand der Verein im vergangenen Jahr fast vor dem Aus. Der Vorstand musste neu besetzt werden, doch gab es niemanden, der nachrücken konnte oder wollte. Bis mit Cholewa und weiteren Appener Bürgern doch noch ein neuer Vorstand gebildet werden konnte.

Dabei kommt Cholewa ursprünglich aus Itzehoe, wohnt erst seit 1994 in der Gemeinde. „Ich wusste zunächst überhaupt nicht, was im Dorf so los ist“, erklärt er lachend. Warum hat er also nun den Vorsitz? Den Vorsitz eines Vereins, der sich als Treffpunkt für Menschen, die in der Gemeinde groß geworden sind, versteht. „Ich bin Geschichtslehrer. Historisches zu Bewahren, liegt mir am Herzen“, sagt Cholewa und ergänzt: „Ich wollte mit gutem Beispiel vorangehen, anpacken.“ Dabei will er „Altes Bewahren und Neues reinholen“, wie er sagt. Genauer: Der Heimatverein soll moderner werden – auch, um jüngere Generationen anzusprechen. Doch die interessieren sich laut Peter Clauss und Heinz Reinholdt, die beiden Archivare des Vereins, kaum noch für die Geschichte ihrer Gemeinde.

Was also tun? „Wir wollen eine Homepage gestalten, um mit unseren Mitgliedern und der Öffentlichkeit besser zu kommunizieren“, erläutert Cholewa. Auch ein E-Mail-Verteiler soll eingerichtet werden. Bisher läuft der Vorsitzende nämlich noch eigenständig durch das Dorf, um Informationen per Post zu den Mitgliedern zu bringen. 84 Mitglieder zählt der Verein momentan. Die 100er-Marke möchte Cholewa gern zum Ende des Jahres knacken. Eine Altersgrenze gibt es dabei nicht. „Wir müssen versuchen, die Jüngsten bereits für unsere Geschichte zu begeistern“, sagt Cholewa. In Zukunft soll das in Zusammenarbeit mit der örtlichen Grundschule gelingen. Auch das Sommerferienprogramm der Gemeinde wird genutzt. „Wir werden Vorträge über Ritter anbieten“, so Cholewa.

Die ersten Monate seines Vorsitzes sieht Cholewa durchweg positiv. „Hellauf begeistert“ sei er. Vor allem vom Team. „Wir ergänzen uns. Ich versuche neue, moderne Ideen einzubringen, Heinz und Peter haben das Wissen über das Archiv“, sagt er. Das können Clauss und Reinholdt nur bestätigen. Der „neue Wind“ im Vorstand tue gut. Bei den Räumlichkeiten des Vereins sieht Cholewa allerdings noch Handlungsbedarf: „Es wäre schön, wenn wir barrierefreie Räume zur Verfügung hätten. Die Treppe vom Bauhof rauf zum Verein ist ziemlich steil.“ Größer könnten die Räume ebenfalls sein – man platze sonst zukünftig aus allen Nähten. Zudem hoffen die drei Historiker, dass der Verein bekannter wird. Vor allem hinsichtlich der 750-Jahr-Feier der Gemeinde Appen im kommenden Jahr. Vielleicht könne man den künftigen Bürgermeister der Gemeinde diesbezüglich ein wenig „aufmerksamer“ machen, fügen die drei Männer augenzwinkernd hinzu. Damit die Geschichte Appens auch für kommende Generationen erhalten bleiben. Nächste Woche: Wiebke Wieschendorf, Grundschulleitung Borstel-Hohenraden.

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