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Elmshorn : Gericht verurteilt Kneipenschläger

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

"Er hat jeden angemacht und von jedem eine geknallt gekriegt": In der Uetersener Gaststätte König Eck ging es laut den Zeugenaussagen hoch her.

Das Urteil im Prozess wegen einer Kneipenschlägerei im Uetersener König Eck ist gestern gesprochen worden. Vier Männer im Altern zwischen 25 und 30 Jahren waren von der Staatsanwaltschaft angeklagt, dort am 26. Januar gemeinschaftlich eine schwere Körperverletzung an einem 31-Jährigen begangen zu haben. Bereits am vergangenen Mittwoch, am ersten Prozesstag, wurde das Verfahren gegen zwei der Angeklagten eingestellt. Nur noch Tobias K. und Timo M. mussten sich gestern wegen dieser Sache vor Gericht verantworten. Sie wurden schuldig gesprochen.

Insgesamt hatte das Gericht für den gestrigen Prozesstag acht Zeugen geladen, doch nicht alle erschienen. Polizist Peter A. aus Uetersen sagte als erster aus. Zur eigentlichen Tat könne er keine Angaben machen, da er mit seinen Kollegen erst später hinzugerufen wurde. Der Geschädigte habe die Polizei gegen 3.30 Uhr verständigt und gesagt, dass er von mehreren Personen zusammengeschlagen worden sei, so A..

Als die Polizei an der Uetersener Gaststätte eingetroffen sei, habe der 31-Jährige blutend vor dem Lokal gestanden und unbedingt wieder in die Gaststätte gewollt. Eine normale Vernehmung durch die Polizei sei nicht möglich gewesen, denn „er war absolut wild und kaum zu bändigen“, schilderte A.. Ein Zeuge habe am Tatabend zu A. gesagt, der Geschädigte sei „rumgerannt, hat jeden angemacht und von jedem eine geknallt gekriegt“.

Auch drei weitere Polizisten, die nach der Schlägerei vor Ort waren, beschrieben das Verhalten des Geschädigten gestern vor Gericht als aggressiv und aufbrausend.

Der vierte Zeuge, Ermittlungsbeamter Thomas W., hatte nach der Kneipenschlägerei John S. vernommen, der am Tatabend in der Gaststätte als Türsteher gearbeitet hatte. John S. hatte bereits am ersten Prozesstag ausgesagt und dabei seine Angaben gegenüber der Polizei relativert und die Angeklagten weniger belastet. „Mir hat John S. die Wahrheit gesagt“, war W. sicher. Er werde wohl einen Grund gehabt haben, die Angeklagten vor Gericht nicht zu sehr zu belasten.

Außer den Polizisten sollten gestern auch Thorsten K., Mahmut B. und Albert R. als Zeugen aussagen. Doch lediglich B. war anwesend und trug nichts neues zum Tatverlauf bei. „Ich darf ja nichts Falsches sagen und ich darf ja auch nichts erfinden, oder?“, fragte er das Gericht. Diese bestätigte B.s Annahme und so sagte dieser lediglich: „Ich kann ihnen sagen, dass ich öfters mal mit den Männern in der Kneipe war und da ist nie etwas passiert. Aber an dem Abend war ich zu besoffen, um mich jetzt noch zu erinnern.“

Am Ende plädierte die Staatsanwaltschaft dafür, K. zu einer Freiheitsstrafe in Höhe von insgesamt einem Jahr zu veruteilen, denn K. war zeitgleich noch wegen einer weiteren gefährlichen Körperverletzung im Dezember 2012 angeklagt. Auf eine Bewährungsstrafe wolle sich die Staatsanwaltschaft nicht einlassen, denn der Angeklagte habe sich innerhalb kurzer Zeit zweimal schuldig gemacht. „Ich sehe nicht, dass Sie sich künftig im Griff haben werden“, sagte die Staatsanwaltschaft zu K..

M. hingegen solle, so die Staatsanwaltschaft, zu einer Freiheitsstrafe von acht Monaten ausgesetzt zur Bewährung verurteilt werden. Denn bei ihm sehe sie eine positive Sozialprognose und gehe davon aus, dass er sich künftig im Griff habe.

Die Verteidigung hingegen forderte mildere Strafen für ihre Mandanten. M.s Vertreterin Franziska Hammer plädierte für Freispruch, schließlich habe nur John S. gegen M. ausgesagt. Für K. forderte Rechtsanwalt Peter Looft, die Strafe auf Bewährung auszusetzen. Allerdings lediglich für die Körperverletzung vom Dezember. Für die Kneipenschlägerei sei auch sein Mandant freizusprechen.

Das Gericht verurteilte K. zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr, M. zu einer Freiheitsstrafe von acht Monaten. Beide ausgesetzt auf Bewährung, mit der Auflage, an einem Verhaltenstraining teilzunehmen.

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erstellt am 24.Okt.2013 | 16:00 Uhr

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