Der Weichensteller geht : Gerhard Lanz die Pinneberger Musikschule

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Abschied: Nach 20-jährigem Wirken als Vorsitzender verlässt Gerhard Lanz die Pinneberger Musikschule.

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29. März 2017, 12:30 Uhr

Pinneberg | Die nüchterne Verwaltung und die schönen Künste. Passt das zusammen? Für Gerhard Lanz schon. Immerhin war der ehemalige Büroleitende Beamte im Pinneberger Rathaus nach Ende seiner Tätigkeit auch Vorsitzender der Musikschule. „Die Kreativität beim Musizieren hat mich bereichert“, sagt Lanz, der selbst Horn und Klavier spielt. Doch jetzt verlässt er die Brücke: Nach 20-jährigem Wirken hat sich Lanz aus Altersgründen aus diesem Ehrenamt zur Jahreswende verabschiedet. Am Sonntag, 2. April, wird der 83-Jährige mit einer Konzertveranstaltung gewürdigt. Sein Nachfolger wird John Riecken, ein Anwalt für Künstler und Kreativschaffende, der ebenfalls eng mit der Musikschule verbunden ist.

„Einen Weichensteller“, nennt Winfried Richter, Leiter der Musikschule, Lanz. Weswegen ihn die Mitgliederversammlung auch zum Ersten Ehrenvorsitzenden des Musikschulvereins gewählt und damit die großen Verdienste von Lanz um die Musikschularbeit in Pinneberg gewürdigt hat.

„Kaum einer bemerkte, wie aus dem Hauptamt vor allem durch den Einsatz von Gerhard Lanz die Weichen für eine positive Zukunft der Musikschule gestellt wurden“, sagt Richter. Heute steht die Musikschule mit 2000 Schülern und 70 Lehrern auf einem guten Fundament. Ein Blick zurück ins Jahr 1983, als Hans-Hermann Kath Bürgermeister von Pinneberg war. Damals sollte die Abteilung der Jugendmusikschule aus der Volkshochschule ausgegliedert werden, das Ende der Musikschularbeit in Pinneberg drohte. Protestler klagten die Verantwortlichen an und forderten lautstark den Erhalt der Musikschule.

„Es gab damals ein Haushaltsdefizit wie heute auch. Die Zuschüsse für die Jugendmusikschule wurden gestrichen und die Verträge der Musiklehrer gekündigt“, erinnert sich Lanz. Die Lehrer gingen allerdings vor das Arbeitsgericht und gewannen. Aus diesem Streit heraus resultierte 1985 die Gründung der Musikschule in Form eines Vereins, so Lanz. „Bei vielen dieser Gespräche war ich oft als Büroleiter dabei“, sagte er. Als Lanz nach mehr als 40-jähriger Tätigkeit in der Verwaltung pensioniert wurde, suchte die Musikschule gerade einen neuen ehrenamtlichen Vorsitzenden. Das war 1996. Für alle Beteiligten war Lanz der Richtige für den Posten, hatte er doch viel zur Gründung der Musikschule beigetragen. Und die Verantwortlichen wurden nicht enttäuscht: Vor allen Dingen sorgte Lanz dafür, dass es einen regelmäßigen finanziellen Fünfjahresvertrag gibt, wie Richter betonte. „Das ist wichtig für die Sicherheit der Gehälter“, so Lanz.

Aber das ist nur die eine Seite der Medaille: Für Richter sind öffentliche Musikschulen auch eine Säule der Musikkultur. Ihr Angebot bestehe nicht vorrangig in der Vermittlung von Instrumental- und Gesangsunterricht, sondern ermögliche auch die Teilhabe am Ensemble- oder Orchesterspiel sowie musikalische Bildung. „Diese notwendige kommunale Daseinsvorsorge war Lanz stets als Leitidee während seiner Tätigkeit als Vorsitzender präsent“, lobt Richter Lanz’ Wirken.

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