Ellerbek : „Gemeinsam“ spendet 2500 Euro

Freude bei den Geschwistern Sam (7, links) und Finn (11): Der Vorsitzende des Vereins „Gemeinsam“, Burkhard Tiemann (links), und sein Stellvertreter Helmuth Kruse (rechts) überreichen ihnen und Vater Jochen Athmer einen symbolischen Scheck.
Freude bei den Geschwistern Sam (7, links) und Finn (11): Der Vorsitzende des Vereins „Gemeinsam“, Burkhard Tiemann (links), und sein Stellvertreter Helmuth Kruse (rechts) überreichen ihnen und Vater Jochen Athmer einen symbolischen Scheck.

Geld hilft der Ellerbeker Familie Athmer: Sohn Nick verunglückte schwer, die Genesung wird noch einige Zeit dauern

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24. Januar 2015, 16:00 Uhr

Ellerbek | Von einem Moment zum anderen war nichts mehr wie vorher: Als im November der neunjährige Ellerbeker Schüler Nick Athmer von einem Baum stürzte und sich einen Trümmerbruch des Schädelknochens zuzog, geriet die Welt der sechsköpfigen Familie aus den Fugen. Beim Neujahrsempfang der Gemeinde berichtete Bürgermeister Günther Hildebrand (FDP) vom Schicksal der Familie und einer Spende aus den Erträgen der 550-Jahr-Feier der Gemeinde.

Unter den Gästen war auch Burkhard Tiemann, der nicht nur Kreispräsident, sondern auch Vorsitzender des Vereins „Gemeinsam“ ist. Es bedurfte nur einer kurzen Unterhaltung mit der Ellerbeker Schulleiterin Thorina Nielsen und Hildebrand, dann stand für Tiemann fest: Hier müssen wir helfen.

Flugs stellte Nielsen einen Antrag auf Unterstützung beim Verein, die Bewilligung ließ nicht lang auf sich warten. Und so überreichte Tiemann zusammen mit dem stellvertretenden Vorsitzenden Helmuth Kruse vor zwei Tagen einen Scheck in Höhe von 2500 Euro. Das Geld stammt aus dem Erlös der Aktion „Kinder in Not“, die von dieser Zeitung präsentiert wurde.

„Unser Anliegen ist es, dass die drei Geschwister ein Leben ohne Benachteiligung führen können – und das kostet Geld für gute Betreuung“, sagt Tiemann. Seit dem Unfall, fehlt im Haushalt Mutter Heidi: Sie betreut ihren Sohn während der Reha in der Helios-Klinik in Geesthacht.

„Die Krankenkasse hat uns eine Haushaltshilfe genehmigt und wir erhalten viel Hilfe aus der Nachbarschaft und von Freunden“, berichtet Vater Jochen. Auch sein Arbeitgeber, die Firma Hanseata – deren Inhaber aus Ellerbek stammen –, ist um das Wohl der Angestellten bemüht und räumt Athmer flexiblere Arbeitszeiten ein. „Die Senior-Chefin ist sogar schon einmal als Babysitterin eingesprungen“, sagt Athmer dankbar.

Doch trotz aller Hilfen gibt es immer wieder Lücken in der Betreuung. „Wir fahren alle zusammen jedes Wochenende zu Nick“, erklärt der Vater. Stundenlang ruhig im Zimmer zu sitzen, könne jedoch niemand von den Geschwistern erwarten. „Wir benötigen dann immer eine Person mit pädagogischer Erfahrung, die sich mit den Kindern sinnvoll beschäftigt“, so Athmer.

Das wird auch noch für einige Zeit so bleiben: Nicks Genesung macht zwar große Fortschritte, auf die Hilfe der Mutter wird er jedoch noch mehrere Monate lang angewiesen sein. „Nick kann noch nicht wieder sprechen, aber er versteht uns und reagiert entsprechend“, berichtet sein Vater. Inzwischen könne er schon ein paar Schritte gehen und sogar mit Hilfe Treppen steigen. „Er muss dabei einen Helm tragen, es fehlt ihm ja ein Teil des Schädeldecke“, erklärt Athmer. Der wurde in einer Not-Operation entfernt, um der Schwellung des Gehirns nach dem Sturz Raum zu geben.

„Derzeit wird ein Knochenersatz in Finnland angefertigt, in etwa drei Wochen kann er implantiert werden“, sagt der Vater. Möglicherweise kehre dann auch die Sprache schnell wieder zurück, so die Hoffnung der Ärzte und der Eltern.

„Die Therapeuten in Geesthacht sind sehr engagiert, Nick erhält bis zu neun Behandlungen am Tag“, berichtet Athmer. Stück für Stück kehre Nick so in ein normales Leben zurück. „Allerdings haben uns die Ärzte auch klar gemacht, dass wir nicht in Tagen und Wochen, sondern allenfalls in Monaten denken dürfen“, sagt Athmer. Trotz des schweren Schicksals gebe es durchaus heitere Momente: „Nick steckt auch voller Schabernack und macht Blödsinn mit seinen Brüdern“, sagt Athmer. Die Brüder wiederum leihen sich schon mal Nicks Rollstuhl aus, um durch die Flure zu flitzen.

„Wir freuen uns, Ihre Not ein wenig lindern zu können“, sagt Tiemann. Und hofft auf weitere Unterstützer für Nick und seine Familie auf dem langen Weg zurück in die Normalität.

„Gemeinsam“: Hilfe für Nick

Der Verein „Gemeinsam“ hat sich zur Aufgabe gemacht, benachteiligte Kinder und Jugendliche im Kreis Pinneberg finanziell zu unterstützen. Wer Familie Athmer helfen möchte, spendet unter dem Stichwort „Nick“ auf das Vereinskonto bei der Sparkasse Südholstein, IBAN: DE64230510300015037237;

BIC: NOLADE21SHO. uts

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