Gemeinsam gegen den Krebs

Maren Pein erläutert den Kindern, wie die Melkanlage auf dem Almthof funktioniert und die Kühe kooperieren.  Fotos: Mustafa Qayumi (5)
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Maren Pein erläutert den Kindern, wie die Melkanlage auf dem Almthof funktioniert und die Kühe kooperieren. Fotos: Mustafa Qayumi (5)

Viele Träger und Engagierte ermöglichen schwerkranken Kindern einen unvergesslichen Nachmittag auf dem Appener Almthof

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31. Juli 2018, 16:20 Uhr

Ukrainische Kinder, die an Krebs erkrankt sind, haben gestern den Appener Almthof besucht – dort sollen sie ihr schweres Schicksal für einen Moment vergessen, Kraft und Lebensfreude tanken; einfach Kind sein und nicht in erster Linie Patient. Möglich wird das durch die wohlwollende Kooperation engagierter Menschen.

Die 20 Kinder zwischen sechs und 16 Jahren sind für vier Wochen nach Deutschland eingeladen. Begleitet werden sie von Ukrainischen Kinderärzten und Krankenschwestern. Auf ehrenamtlicher Basis wird ihnen mit einfachsten Mitteln eine Reha-Maßnahme ermöglicht, die sie in ihrem Heimatland nicht bekommen können. Übernachtet wird in einer Schule in Neumünster, Physiotherapie und ärztliche Betreuung finden dort statt. Für die Seele gibt es auch Freizeitangebote – wie den Besuch auf dem Almthof.

Damit das alljährliche Ereignis stattfinden kann, ziehen viele an einem Strang: Eberhardine Seelig (78) betreibt den hinter dem Angebot stehenden Verein „Teestube David – unsere Hilfe zum Leben nach Tschernobyl“. Jedes Jahr reist Seelig in die Ukraine und kooperiert mit einem dortigen Verein. „Das langfristige Ziel ist, dass meine Arbeit irgendwann in der Ukraine vor Ort übernommen wird“, berichtet sie.

Das Rote Kreuz Appen lädt die Kinder seit Jahren auf den Almthof ein, die Spendenorganisation „Appen musiziert“ unterstützt die Arbeit der Teestube David regelmäßig mit Spenden. Auch Familie Pein vom Almthof gibt das Ihrige für einen gelungenen Nachmittag: Maren Pein backt Kuchen und Waffeln, die sich mit den Diäten der Kinder vertragen. Nach dem Waffelessen zeigte sie den Kindern die Melkanlage und erklärte, wie die Kühe freiwillig in die Melkmaschine kommen – um sich von ihrer Milchlast befreien zu lassen.

Für Pein ist es eine Ehre bei dem Netzwerk aus helfenden Händen dabei zu sein, das den vierwöchigen Aufenthalt der Kinder ermöglicht: „Jeder gibt seinen Teil dazu“, sagt sie. „Das Tolle ist, zu sehen, wie glücklich die Kinder sind, nach so einem einfachen Tag.“ Nach einer Treckerfahrt und dem Besuch des Maislabyrinthes, klang der Tag im Bürgerhaus aus. Mit Bürgermeister Hans-Joachim Banaschak, Pastor Frank Schüler und Appen-Musiziert-Initiator Rolf Heidenberger endete für die Kinder der Tag mit einem kleinen Geschenk: Schulmaterialien. Mit denen können sie hoffentlich bald das Lernen fortsetzen: Denn in der Schule haben sie lange gefehlt.

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