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Halstenbek steht den Bienen bei : Gemeinde in der Endrunde des BUND-Wettbewerbs „Bienenfreundlichste Kommune Schleswig-Holsteins“

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Die Jury, die über den Wettbewerb entscheidet, bewertet die Hilfsmaßnahmen der Bewerber.

Halstenbek | Es regnet. Es hagelt. Ungemütlich ist es in Halstenbek an diesem Nachmittag. Doch das schreckt die sechsköpfige Gruppe von Umwelt- und Bienenexperten nicht ab. Festes Schuhwerk, Jacke mit Kapuze – und los geht es in Richtung Baumschulgelände, Friedhof, Baumschulmuseum und Krupunder See. Der Auftrag: Antworten zu finden auf die Frage, ob die Gemeinde Halstenbek das Potenzial hat, den BUND-Wettbewerb „Bienenfreundlichste Kommune Schleswig-Holsteins“ zu gewinnen.

Wildbienen-Experte Norbert Voigt, die Biologen Dr. Florian Schulz und Birte Pankau – Jury-Mitglieder des BUND-Landesverbands –, lauschen dazu den Ausführungen der Halstenbekerin Christa Kluxen mit gezücktem Notizblock. Gibt es natürlichen Wildbienen-Lebensraum? Ein artenreiches Angebot an Blühpflanzen? Standortgerechte Pflanzen? Wildblumenwiesen? Sind Pestizide bei der Bewirtschaftung öffentlicher Flächen tabu? Steht Halstenbek den bedrohten Wildbienenarten bei?

Kluxen, die Vorsitzende der Holsteiner Imker, weiß auf alles eine Antwort. Und zeigt auf praktische Beispiele. Unterstützt wird die Expertin von Jürgen Dammers, Kreisvorstand des BUND Pinneberg, und Halstenbeks Umweltbeauftragten Rodion Wohlleben.

Auf Kluxens Privatgelände am Domänenweg sowie dem angrenzenden Baumschulgelände ist nicht nur der Laie sofort überzeugt: Bienen und Hummeln müssen sich hier pudelwohl fühlen. Ins Auge stechen Lüneburger Stülper, der Sonnenwachsschmelzer, Nisthilfen, sogenannte Beuten und Todholz. Denn Bienen leben hauptsächlich im Erdboden. Zierkirschen, Weißdorn, Eberesche und Weiden bieten zudem einen reich gedeckten Tisch.

Bei zwölf Grad werden Bienen munter

Zu sehen oder zu hören sind die emsigen Bestäuber und Honigproduzenten nicht. Erst bei sechs, beziehungsweise zwölf Grad Außentemperaturen sind Hummeln und Bienen aktiv.

Der Wettbewerb hat aus Sicht der Jury eine Botschaft: Es ist höchste Zeit zu handeln. In Europa sind etwa 150 verschiedene Nutzpflanzen und etwa 80 Prozent der Wildpflanzen abhängig von Bestäubung durch Insekten. „Von den 296 in Schleswig-Holstein vorkommenden Wildbienenarten gilt über die Hälfte als gefährdet“, betont Diplom-Biologin und Projektleiterin Pankau. Bundesweit gibt es etwa 600 Arten. Der Wettbewerb solle die Menschen für die Not der Bienen sensibilisieren.

Der Regen hat sich verzogen. Die Notizblöcke der Jury sind voll. Jetzt hoffen die Halstenbeker Aktivisten, dass sie die Finalisten-Kommunen Ruhwinkel, Schleswig, Bad Schwartau, Lübeck, Preetz, Ratekau und Timmendorfer Strand ausstechen werden. „Am Mittwoch, 25. Mai, wird bei der Siegerehrung in Kiel der Gewinner bekanntgegeben“, so Pankau. Es winken eine Plakette, Sachpreise, eine Erwähnung der Gemeinde in einer Fachbroschüre und die Pflanzung einer Winterlinde, Baum des Jahres 2016. Äußerst schmackhaft für summende Leckermäuler.

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erstellt am 28.Apr.2016 | 12:15 Uhr

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