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Pinneberger Tageblatt

20. August 2017 | 15:38 Uhr

Pinneberg : Gelungene „Momo“-Premiere

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Schüler der Johannes-Brahms-Schule interpretieren den Klassiker von Michael Ende neu.

Pinneberg | Zwei Stunden Zeit vergingen wie im Fluge. Woher kam sie, wohin ist sie entschwunden? Es war jedenfalls eine köstliche Zeit, in der sich auf der Bühne alles um sie drehte. Der JBS-Unterstufenchor und die Band der Schule hatten sie genutzt, um mal eben die Welt zu retten. Erfolgreich! Das demonstrierte der Beifall in der bis zum letzten Platz besetzten Aula der Johannes-Brahms-Schule (JBS) am Ende dieser kurzen Zeit.

Die Rede ist von „Momo“, dem Musical. Es basiert auf der „seltsamen Geschichte von den Zeit-Dieben und von dem Kind, das den Menschen die gestohlene Zeit zurückbrachte“. So der Untertitel von „Momo“, dem Jugendroman von Michael Ende. Ein Jahr lang haben rund 80 Mädchen und Jungen gemeinsam mit Chorleiter Jens Holm viel Zeit darauf verwandt, daraus ein Bühnenstück zu machen. Sie erfanden Dialoge, suchten dazu passende Musik, kamen mit Regisseurin Friederike Bauer vom Rellinger Theaterverein zu unzähligen Proben zusammen. Dann endlich standen sie sehr aufgeregt vor ausverkauftem Haus im Rampenlicht der Premiere.

Darum geht es in dem Stück: Die Menschen haben alle keine Zeit mehr. Sie hetzen über die Bühne, können niemandem helfen, sind nur noch gejagt? Warum? Sie haben sich von den grauen Herren beschwatzen lassen, Konten bei der Zeitsparkasse zu eröffnen. Dorthin fließt nun all ihre Zeit. Die grauen Herren drehen sich daraus Zigarren und lassen die Einlagen der geprellten Sparer in blauen Dunst aufgehen.

Nur die Kinder haben noch Zeit, aber sie sind bereits im Visier der Grauen. Die kleine Momo durchschaut den Plan, zieht genügend Spielgefährten auf ihre Seite und rettet mit ihnen zusammen schließlich die Welt vor dem totalen Zeitverlust.

Dramatik auf der Bühne

Bis sie das geschafft haben, geht es auf der Bühne sehr dramatisch zu. Eine Szene jagt die nächste. Die Band spielt dazu mit allem, was ihre Instrumente hergaben. Die Sänger halten temperamentvoll dagegen. Mal wird gerappt, mal ist es lyrisch. Hits der 90er Jahre liefern die Melodien.

Schon in der Pause wurde das Stück heftig diskutiert. Michelle, Mirja, Madeleine, Shara und Linda, alle aus dem fünften Jahrgang und damit Klassenkameradinnen vieler Chormitglieder, überboten sich gegenseitig mit Lobeshymnen auf das Musical und die Mitspieler. Linus aus der zweiten Klasse der Rellinger Brüder-Grimm-Schule, der mit seinem Beifall einen älteren Bruder auf der Bühne unterstützte, fasste die Stimmung fachmännisch zusammen: „Voll krass“, lautete sein Urteil.

Am Ende holte die Zeit alle wieder ein, ein glückliches, gut gelauntes Publikum und eine große Schar total erschöpfter Kinder. Premierenfeier? „Nein danke“, winkten Momo und ihre Mitspieler ab. Nur schnell ins Bett und richtig ausschlafen wollten sie, so sehr hatten sie sich verausgabt in ihrem unglaublich engagierten Kampf zur Rettung der Welt.

Das Stück eignet sich für Zuschauer ab acht Jahren, aber auch Erwachsene werden auf ihre Kosten kommen: Die Musik besteht überwiegend aus Hits der 90er Jahre, die viele noch kennen werden. Die Texte sind von den Schülerinnen und Schülern selbst geschrieben. Da die Zahl der Karten in der Aula der JBS, Fahltskamp 36, begrenzt ist, empfehlen wir dringend, den Vorverkauf in der JBS oder im Bücherwurm zu nutzen. Karten für Erwachsene kosten sechs Euro für Kinder drei Euro. Für Familien mit eigenen Kindern ist eine Familienkarte für 15 Euro erhältlich. Weitere Aufführungen finden am  14. und 15. November statt, beginnen jeweils um 19 Uhr und dauern etwa zwei Stunden.
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erstellt am 10.Nov.2014 | 10:00 Uhr

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