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„Integration beginnt bei Kindern“ : Gelungene Flüchtlingsinitiative von Volkshochschule und Bücherei in Halstenbek

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Das Bastelangebot sowie das Café international werden von vielen Seiten rege genutzt.

Halstenbek | Flüchtlingshilfe in Halstenbek – das funktioniert. Mädchen aus dem Irak und Afghanistan sitzen gemeinsam am Tisch. Sie kleben Schlittschuhe auf Schneemänner und verzieren sie mit Schal und Mütze. Die ehrenamtlichen Helferinnen Marcela Alvarez-Spelzhaus und Kirsten Löwenstein unterstützen die Kinder beim Basteln und Spielen.

Auch Lilli Kerbel vom Diakonieverein Migration sowie die Leiterin der Halstenbeker Bücherei, Heidrun Tummoßeit, helfen den Mädchen und Jungen. „Das Schöne ist, dass die Kinder miteinander kommunizieren, auch wenn sie unterschiedliche Sprachen sprechen, sich beispielsweise beim Basteln helfen“, sagt Kerbel erfreut. Die Integration müsse bei den Kindern anfangen. Auch ältere Halstenbeker Kinder von weiterführenden Schulen schauten vorbei, um den Flüchtlingskindern vorzulesen.

Mit dem wöchentlich veranstalteten Bastelprogramm, jeweils montags von 15 bis 17 Uhr, in den Räumen der Bücherei bieten Diakonieverein und Bücherei ein neues Angebot. Es läuft parallel zum in den Räumen der Volkshochschule (VHS) Halstenbek veranstalteten Café international. Die Eltern der beaufsichtigten Kinder versuchen dort, Halstenbeker Bürger und Menschen anderer Nationen mit ähnlichen Schicksalen kennenzulernen.

Der Diakonieverein kommt für die Materialkosten des Vereins auf, die Räume stellt die Bücherei. Ehrenamtliche Mitarbeiter wie Alvarez-Spelzhaus und Löwenstein tragen zum Gelingen bei. „Es fasziniert mich, mit den Kindern in Kontakt zu kommen“, sagt Löwenstein. Die Kinder hätten bei ihren kreativen Tätigkeiten viel Spaß und lernten so auf spielerische Art und Weise die deutsche Sprache. Löwenstein freut sich, über das „ihr von den Eltern entgegengebrachte Vertrauen“.

Ähnlich äußert sich Büchereileiterin Tummoßeit: „Es ist schön, dass die Eltern oben im Café ihren Aktivitäten nachgehen können, weil die Kinder hier gut betreut werden.“ Ansonsten fehle den Eltern die Ruhe, sich auf die Sprache zu konzentrieren. Einige zeigten sich dankbar, mit den Deko-Artikeln ihre Unterkunft farbenfroher zu gestalten.

Das im gleichen Gebäude veranstaltete Café international lebt ebenfalls vom Engagement der Ehrenamtler und erfreut sich großer Beliebtheit. VHS-Sprachenkoordinatorin Belén Gaudioso rief das Café vor zehn Jahren ins Leben. Die Menschen dürfen inzwischen auch hier wöchentlich vorbeischauen. Die Neuankömmlinge können Spiele machen und beim Kaffeetrinken klönen. „Das Publikum hat sich seit Anfang des Jahres verändert“, berichtete die für das Café verantwortliche Helferin Kathleen Unterspann. Inzwischen kämen hauptsächlich Flüchtlinge.

Hussein Mezher (18) aus Bagdad schaut häufig bei den Treffen vorbei. „Ich kann hier sprechen und Menschen treffen“, erläuterte der 18-Jährige. Mezher lebt erst seit drei Wochen in Halstenbek. Er hofft, in Deutschland Medizin studieren zu können. Seinen Highschool-Abschluss im Irak habe er bereits in der Tasche, mit 91 von 100 Punkten. Veranstaltungsort für Café international und das Bastelangebot sind die Räume von VHS und Bücherei in der Schulstraße 9, montags zwischen 15 und 17 Uhr.

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erstellt am 14.Dez.2015 | 00:32 Uhr

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