Pinneberg : Gelbe Karte für Parksünder

Bei ihnen finden Pinneberger mit Problemen offene Ohren: Bernd Heinz Stachowski (Mitte) mit den Beraterinnen des Sozialverbands und seiner Vorstandskollegin Marianne Meier (rechts) kämpfen auch für die Rechte behinderter Autofahrer.
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Bei ihnen finden Pinneberger mit Problemen offene Ohren: Bernd Heinz Stachowski (Mitte) mit den Beraterinnen des Sozialverbands und seiner Vorstandskollegin Marianne Meier (rechts) kämpfen auch für die Rechte behinderter Autofahrer.

Der Ortsverein des Sozialverbands in Pinneberg wird sich demnächst an einer bundesweiten Aktion beteiligen: Parksünder erhalten dann die Gelbe Karte.

shz.de von
06. August 2014, 12:00 Uhr

Pinneberg | Seit vier Monaten ist er Chef. Ehrenamtlicher Vorsitzender des Sozialverbands in Pinneberg. Bernd Heinz Stachowski ist in seinem Amt angekommen – er kann von steigenden Mitgliederzahlen berichten. Und von einem sinkenden Altersdurchschnitt. „Soziale Probleme betreffen immer häufiger junge Leute“, sagt Stachowski. „Den Menschen geht es insgesamt schlechter“, will er erkannt haben.

Der Sozialverband – für viele Menschen Ansprechpartner, wenn sie in Auseinandersetzungen mit Behörden nicht mehr weiter wissen. Der Pinneberger Ortsverband, der aktuell 1967 Mitglieder zählt, kann sich auf professionelle Berater des Kreisverbands verlassen. Sie sitzen im Büro im Drosteiweg 4. Dort finden Mitglieder offene Ohren – und im Zweifel auch juristische Unterstützung. „Zu uns kommen Menschen, die Schwierigkeiten mit der Rentenkasse oder bei der Anerkennung einer Behinderung haben“, weiß Katrin Oberjat. „Das sind handfeste Probleme.“

Wer auf die Dienste des Sozialverbands Wert legt, der zahlt fünf Euro im Monat. Familien sind mit neun Euro monatlich dabei. Für das Geld gibt es auch die Zeitschrift des Sozialverbands. Und der Ortsverband stellt ein attraktives Jahresprogramm mit Ausfahrten und Feiern zusammen. Stachowski legt jedoch auch Wert auf die politische Ausrichtung seines Ortsverbands. „Wir wollen kein reiner Geselligkeitsverein sein“, sagt der Immobilienkaufmann, der 2008 für das Amt des Pinneberger Bürgermeisters kandidierte. „Es findet ein permanenter Sozialabbau statt, dafür wollen wir vor Ort sensibilisieren.“ In Kürze würden sich Mitglieder an einer Aktion des Bundesverbands beteiligen. Es sei geplant, Autofahrer, die zu unrecht Behindertenparkplätze belegen, anzusprechen. Den Sündern wird ein Flyer mit dem Aufdruck „Sie haben meinen Parkplatz! Wollen Sie auch meine Behinderung?“ überreicht. Quasi eine gelbe Karte. Stachowski selbst will am Klinikum aktiv werden: „Dort sind die reservierten Parkplätze ständig besetzt.“

Sprechstunde: Im Büro des Sozialverbands, Drosteiweg 4, werden montags, dienstags und donnerstags, jeweils von  8 bis 12 Uhr Sprechstunden angeboten. Wer Beratung wünscht, muss zuvor dem Verband beigetreten sein. Nähere Informationen gibt es  unter der Rufnummer (04101) 79 36 34.

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