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Pinneberger Tageblatt

23. November 2017 | 01:18 Uhr

Geigenkunst für Rellingens Fresken

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Konzert Benefizkonzert mit dem Violinisten Florian Sonnleitner / Drei Stücke von Bach und Westhoff

shz.de von
erstellt am 26.Jun.2017 | 16:00 Uhr

200 Musikfreunde sind am Sonnabend in der Rellinger Kirche in den Genuss eines besonderen Benefizkonzertes gekommen. Der erste Konzertmeister und international erfolgreiche Kammermusiker Florian Sonnleitner brachte auf beeindruckende Weise virtuose Weise Werke von Johann Sebastian Bach (1685-1750) und Johann Paul Westhoff (1656-1705) zu Gehör. Mit dem Konzert in der Barockkirche unterstützte Sonnleitner die Arbeit der Stiftung Denkmalschutz. Die Spenden sollen genutzt werden, um die in den Kirchenlogen befindlichen Fresken zu renovieren und farblich aufzuhellen. Johann Behringer, Ortskurator der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, freute sich wie Kantor Oliver Schmidt über die hochkarätige musikalische Veranstaltung zugunsten der Renovierung der Rellinger Fresken.

Mit der Partita I h-Moll von Bach eröffnete der erste Konzertmeister des Bayerischen Rundfunksymphonieorchesters das Konzert. Sonnleitner spielte die vier Sätze auf seiner aus dem Jahr 1758 stammenden Violine von Giovanni Battista Guadagnini. Das historische Instrument harmonierte dabei mit den ausgewählten Stücken der aus dem 17. und 18. Jahrhundert stammenden Komponisten.

Bachs Sonaten und Partiten für Violine zählen zu den berühmtesten Meisterwerken ihrer Art. Anders als Bachs Suiten für Violoncello sind die Violinsoli in einer autographen Reinschrift des Komponisten vorhanden. Sonnleitner präsentierte die Tanzmelodik mit komplizierter Rhythmik auf technisch hohem Niveau und ohne Noten.

Der zweite Konzertteil umfasste die Suite B-Dur für Violine Solo von Johann Paul Westhoff. Es ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit anzunehmen, dass der junge Bach 1703 Westhoff in Weimar persönlich kennen lernte. Westhoffs Suiten folgen dem Grundschema Allemande-Courante-Sarabande-Gigue. Sie verzichten komplett auf die im süddeutschen Raum beliebte lautmalerische Programmatik.

Mit der Sonata III C-Dur BWV 1005 endete der dritte Konzertteil. Bach führt im Zuge des Stücks eine persönliche Auseinandersetzung mit der Sonate als Gattung der italienischen Musik. Die Steigerung in den Fugen ist charakteristisch für das Werk. Die Stille störte lediglich ein kleiner Zwischenfall: Eine Saite riss während des temperamentvollen Vortrags. Sonnleitner sorgte schnell für Ersatz – und das Konzert konnte fortgesetzt werden. Johann Behringer von der Stiftung Denkmalschutz dankte dem bereits seit Jahren die Arbeit der Stiftung unterstützenden Sonnleitner. „Es bedarf keiner besonderen Worte“, sagte Behringer. Die Persönlichkeit des Geigers spreche für sich. Sonnleitners Musik erwecke das Denkmal zum Leben. Mit den Worten „Möge der musikalische Abend noch lange nachwirken“ entließ Behringer das Publikum.

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