zur Navigation springen

Landdrostei in Pinneberg : Gehobene Küche trifft auf Kultur

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Am 15. September eröffnen die neuen Pächter das Restaurant in der Drostei

Im Oktober vergangenen Jahres unterzeichnete das Gastronomen-Ehepaar Aggi und Mario Meusel den Vertrag. Am 15. September soll das seit etwa drei Jahren leer stehende Restaurant in der Pinneberger Drostei wieder eröffnen. Die Arbeiten laufen derzeit auf Hochtouren. Dazu gehören der komplette Innenausbau, der behutsam vorangetrieben wird. So bleibt zum Beispiel die rustikale, historische Balkendecke. Schließlich befindet sich das Restaurant in einem Kleinod des norddeutschen Backsteinbarocks.

Im großen Gastraum des Restaurants finden bis zu 40 Gäste Platz, zwei kleinere Nebenräume sind auch für kleine Gesellschaften von sechs  bis 20 Gästen geeignet. Für größere Feste können die Barocksäle der Drostei genutzt werden, die von Meusels Küche kulinarisch versorgt werden.

Die offene Küche ist übrigens auch das besondere Highlight von „Meusel’s Landdrostei“. Dort werden die Gäste dem Koch Mario Meusel bei seiner Arbeit am Herd zuschauen können. „Das schafft Transparenz und Persönlichkeit“, sagt er.

Der Kreis Pinneberg begrüßt, dass es in der Drostei wieder ein Restaurant geben wird, erklären Landrat Oliver Stolz und Kreispräsident Burkhard Tiemann (CDU), der seinen Amtssitz in der Drostei hat und sich über die neuen Nachbarn im Hause freut. Der Kreis erwarte, dass das ganze Haus durch das Restaurant belebt werde. Da für Ausstellungen und Konzerte das Catering jetzt nicht mehr „außer Haus“ bestellt werden müsse, würden sich Kulturbetrieb und Restaurant gegenseitig ergänzen, so Stolz als Vorsitzender der Stiftung Landdrostei.

Die Investitionskosten liegen im hohen sechsstelligen Bereich. Davon trägt der Kreis Pinneberg 600.000 Euro.

Die Nachfrage nach Veranstaltungsräumen für Hochzeiten, Geburtstage oder Empfänge sei für das dritte Quartal 2015 sprunghaft angestiegen, nachdem bekannt geworden sei, dass mit Aggi und Mario Meusel vom Lambert in Hamburg namhafte Pächter die Restauration in der Drostei übernehmen, erklärt Jens Bollwahn, Geschäftsführer der Stiftung Landdrostei und Leiter des Fachdiensts Controlling und Finanzen des Kreises.

Im Keller war im 18. Jahrhundert die Küche untergebracht, von der aus alle Bewohner und Besucher des Hauses versorgt wurden. Bei der Restaurierung 1990 wurden dafür Belege (alte Fliesen) im jetzigen südöstlichen Gastraum gefunden. Der Kamin ist ebenfalls als erhaltenes Zeugnis dieser Nutzung zu sehen, er ist im Original erhalten. Der Kamin wäre funktionsfähig, wenn man einen Feinstaubfilter nach den jetzt geltenden Bauvorschriften einbauen würde.  Auf diesen Einbau wurde aus Kostengründen verzichtet, daher ist jetzt nur ein künstliches Feuer zu sehen. Bei der Sanierung wurde im  sehr freundlichen  Einvernehmen mit den Pächtern Rücksicht genommen auf die bestehende fest eingebaute Innenausstattung, so neben dem Kamin auch die hölzernen Deckenbalken, die kostbaren Oländer-Platten als Bodenbelag, die Holzfenster und die prägenden Innentüren.

Mit saisonaler und regional orientierter Küche will Mario Meusel die Gaumen seiner Gäste verwöhnen – und in Pinneberg sein Publikum finden. Es wird Ziegenfleisch vom Hof Kruse aus Rellingen, Fleisch von Galloways aus dem Klövensteen und von Charolais-Rindern vom Brandnerhof sowie Gemüse aus den Vierlanden geben. „Auch auf dem Pinneberger Wochenmarkt werde ich Gemüse und Obst kaufen“, sagt er.

Convenience-Produkte werden in seiner Küche nicht verwendet. Das ist bei dem Hamburger verpönt. „Wir machen alles selbst“, sagt er. Auch den Kuchen, den seine Ehefrau Aggie Meusel, gelernte Hotelfachkauffrau, backt. Der wird im Sommer auf der Außenterrasse serviert.

Eine enge Vernetzung zwischen Restaurant und Kulturbetrieb der Drostei gehört zu dem Konzept der Gastronomen, sie übernehmen das anfallende Catering.

„Da die Pachteinnahmen zu 100 Prozent in den Kulturbetrieb fließen, kommen sie auch den Menschen im Kreis unmittelbar zugute", führt Kreispräsident Tiemann aus. Denn über die monatlichen Pachteinnahmen sei sichergestellt, dass der hohe kulturelle Standard erhalten bleibe, ohne dass es zu einer Mehrbelastung des Kreishaushaltes komme.

Die Meusels kommen vom Fach: Das Ehepaar betreibt seit zwölf Jahren das Restaurant Lambert im Hamburger Stadtteil Osdorf mit großem Erfolg. Das Konzept wollen sie auch für Pinneberg umsetzen. „Doch der Pachtvertrag läuft aus. Da haben wir uns entschlossen, es in Pinneberg zu machen“, sagen die beiden. Somit wird der Fahrweg kürzer, denn die Meusels wohnen mit ihren Kindern bereits in der Kreisstadt. Einen Teil des Personals vom Lambert wollen sie mitbringen, drei neue Stellen kommen hinzu.

In Pinneberg können die Meusels auch mit vielen Stammgästen vom Lambert rechnen. „Als Freunde hörten, dass wir das Restaurant in der Pinneberger Drostei pachten, sagten sie: Dann brauchen wir nicht mehr so weit zu fahren.“

Was macht einen guten Koch aus? „Dass er gut abschmecken kann. Es reicht nicht, wenn das Essen gut aussieht, es muss auch schmecken“, sagt Meusel.

zur Startseite
Karte

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen