Rellingen : Geheimnisvolle Hamburger Deerns

Künstlerin Helmtrud Kraienhorst stellt ihre Bilder erstmals im Rellinger Rathaus aus.
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Künstlerin Helmtrud Kraienhorst stellt ihre Bilder erstmals im Rellinger Rathaus aus.

Leuchtende Farben: Die Ausstellung von Helmtrud Kraienhorst läuft noch bis 15. Oktober auf der Rathaus Galerie.

shz.de von
24. September 2013, 16:00 Uhr

Mit einem frechen Lied über Eppendorferinnen stimmte Sängerin Tine Rathke auf die Ausstellung „Hamburger Deerns“ auf der Rellinger Rathaus Galerie ihrer Freundin Helmtrud Kraienhorst ein. Die zwei Kernthemen der Präsentation: Frauen und Hamburg.

Bei der in Hasloh lebenden Künstlerin Kraienhorst steht von 1985 an die Malerei im Mittelpunkt, seit 1993 stellt sie regelmäßig aus. „Das experimentelle Ausloten ist die Sache der Künstlerin“, erläuterte Kunsthistorikerin Stephanie Gans. Verschiedene Stoffe, Zeitungsausschnitte, aber auch Spuren von Kaffee und Überbleibsel von Einkaufszetteln finden sich auf ihren häufig in leuchtenden Farben gemalten Bildern.

Der Betrachter ist eingeladen, handschriftliche Zitate zu entschlüsseln. Doch bei näherem Hinsehen brechen Sätze plötzlich ab. Gans verwies hier auf dadaistische Elemente der unbequemen Nonsens-Kunst.

Die jeweiligen Bilder bergen Überraschungen. Eine Darstellung zeigt Freundinnen mit feuerroten Haaren. Eine Frau scheint den Betrachter unvermittelt anzusehen. Flirtet die abgewandte Dame mit einem Mann? Handelt es sich um beste Freundinnen, Konkurrentinnen – oder beides? Kraienhorsts Bilder laden ein, sich mit ihrem Inhalt auseinanderzusetzen. Doch auch Gebäude aus Speicherstadt, bekannte Ladenschilder und vieles mehr finden sich auf den Hamburg-Werken.

Im Zuge ihrer Technik verschmelzen mitunter Aquarell- und Acryltechnik. Einige der Leinwände sind mit Kalkfarben grundiert – die dunkleren Bilder transportieren hierdurch eine andere Stimmung als hellere Abbildungen in knallroten und orangenen Farben. Modezeichnungen sind erkennbar, bei genauerem Hinsehen verwandeln sich Lampen in ästhetische Frauenfiguren. „Vorhandene historische Gewänder spiegeln eine gewisse Freude an der Weiblichkeit wider“, betonte die Kunsthistorikerin. Nicht selten lasse die Hasloherin dem „Humor“ eine bedeutsame Rolle zukommen.

„Toll“ und „unglaublich vielseitig“: Viele der erschienenen Gäste lobten die Werke der 57 Jahre alten Künstlerin. Die kaufmännische Angestellte Linda Hausendorf aus Hasloh besuchte sogar schon VHS-Kurse bei Kraienhorst. „Das Malen hat viel Spaß gemacht und entspannte“, bilanzierte Hausendorf. Malerin Susanne Poller aus Ellerbek lobte Kraienhorsts Lebendigkeit in ihren Werken.

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