VHS Quickborn : Gegen Analphabetismus

Sie wollen Analphabeten helfen: Bundestagsabgeordneter Ernst-Dieter Rossmann (SPD, v. l.), VHS-Leiterin Anette Ehrenstein, Fachbereichsleiter Burkhard Arndt und Astrid Huemke, Vorsitzende der SPD-Fraktion Quickborn.
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Sie wollen Analphabeten helfen: Bundestagsabgeordneter Ernst-Dieter Rossmann (SPD, v. l.), VHS-Leiterin Anette Ehrenstein, Fachbereichsleiter Burkhard Arndt und Astrid Huemke, Vorsitzende der SPD-Fraktion Quickborn.

VHS startet mit Lernangebot für Erwachsene, die nicht lesen und schreiben können. 25.000 Analphabeten gibt es im Kreis Pinneberg.

shz.de von
20. Juni 2014, 10:00 Uhr

Quickborn | Mehr als 7,5 Millionen Menschen in Deutschland können nicht richtig lesen und schreiben. „Im Kreis Pinneberg sind es etwa 25.000“, schätzt Ernst-Dieter Rossmann, SPD Bundestagsabgeordneter für den Kreis Pinneberg und ehrenamtlicher Vorsitzender des deutschen Volkshochschul-Verbandes. Gemeinsam mit VHS-Leiterin Anette Ehrenstein macht er sich dafür stark, dass Analphabeten schnelle und kompetente Unterstützung erhalten.

Die Quickborner VHS bietet deshalb erneut ein Alphabetisierungsprojekt an. „Wir haben so einen Kursus bereits vor einigen Jahren angeboten, jedoch war die Nachfrage nicht sonderlich groß“, erzählte Ehrenstein. Ein großes Problem sei es auch, einen geeigneten Dozenten zu finden. „Sie brauchen eine spezielle Ausbildung und deshalb sind die Dozenten immer sehr gefragt und ausgebucht“, so Ehrenstein.

Doch jetzt hat sie eine Kursleiterin gefunden. Der Kursus richtet sich an Analphabeten sowie an Fremdsprachler. Auch Interessierte, die nicht aus dem Kreis Pinneberg kommen, sind willkommen. „Die Teilnehmer haben die Möglichkeit, anonym zu bleiben. Ich würde mich schon über fünf Teilnehmer riesig freuen. Für uns ist dieses Projekt eine Herzensangelegenheit. Wir starten sogar, wenn wir nur einen Teilnehmer haben“, so Ehrenstein.

Der Kursus soll für Menschen sein, die gar nicht lesen und schreiben können oder große Schwierigkeiten beim Lesen und Schreiben haben. Start ist am 15. September in den Räumen der VHS im Forum. „Wir geben auch individuelle Termine, wenn gewünscht“, ergänzte Arndt. Die Kosten für den Kursus liegen in einer Größenordnung in Höhe von 30 bis 40 Euro.

Im Gespräch mit Astrid Huemke, Vorsitzende der Quickborner SPD-Fraktion, und Fachbereichsleiter Burkhard Arndt von der Verwaltung wurden auch Anregungen ausgetauscht und Vorschläge gemacht, die Bereiche der VHS im Allgemeinen betreffen.

„Die Frage ist natürlich, inwieweit ich die Volkshochschule unterstützen kann“, so Rossmann. Es gibt zum Beispiel Lehrgänge, die über 1000 Euro kosten: „Dass die Finanzierung von Weiterbildung nicht zu 100 Prozent vom Land übernommen werden kann, ist uns ja klar. Jedoch plädiere ich dafür, die Weiterbildungsprämie zu erweitern und die Rechtsansprüche auf Weiterbildung auszubauen. Es gibt jetzt aber eine Obergrenze, bis zu der geholfen wird – und die liegt bei 1000 Euro pro Lehrgang“, erklärte Rossmann.

Der Politiker schlägt eine Zwei-Komponenten-Lösung vor: zwei Jahre lang Erstausbildung und drei Jahre Weiterbildung. „Man muss außerdem das Gleichgewicht zwischen akademischer und beruflicher Weiterbildung halten“, sagte er. Diese Regelung gebe es noch nicht. Rossmann möchte sich dafür aber bundespolitisch einsetzen.

Etwa 6000 Kursteilnehmer hat die Volkshochschule Quickborn im Jahr bei  zirka 400 Kursusangeboten. Insgesamt 78 Dozenten arbeiten für die Einrichtung. Sie hat sich besonders die berufliche Weiterbildung in kompakter Form auf die Fahne geschrieben. VHS-Leiterin ist die Quickbornerin Anette Ehrenstein.
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