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„Der Betrug im Internet boomt“ : Gefahren im Netz - Expetrten klären auf

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Informationsveranstaltung in Pinneberg: Experten beantworten am 16. Mai Fragen zu Gefahren im Netz.

von
erstellt am 03.Mai.2017 | 13:30 Uhr

Pinneberg | Ulrich Rahnenführer hat gestern so viel telefoniert, wie schon lange nicht mehr. Bekannte meldeten sich – alarmiert. Der Kreistagsabgeordnete aus Appen hat gestern um 9.29 Uhr eine E-Mail an all seine Kontakte versendet. Er sei in der Ukraine, habe seinen Reisepass und seine Kreditkarte verloren. Die Botschaft wolle ihn ohne Pass fliegen lassen, er brauche nur Geld, um das Flugticket und die Hotelrechnung zu bezahlen: 1700 Euro. „Ich gebe es dir zurück sobald ich da bin. Das Geld durch Western Union ist die beste Möglichkeit“, schreibt Rahnenführer weiter. Nur: Ulrich Rahnenführer hat den Text, in dem Kommasetzung und Groß- und Kleinschreibung vernachlässigt werden, gar nicht verfasst. Es handelt sich um eine Betrugsmail.

Auffällig: Die Mail wurde laut Rahnenführer nicht an Familienmitglieder verschickt. Unterschrieben ist sie mit: „Liebe Grüße Uli“. So nannten ihn seine Freunde tatsächlich, sagt Rahnenführer. Auf den Trick hereingefallen sei aber niemand. Dennoch sagt er: „Diese Hilflosigkeit ist schon bedrückend.“ Er ziehe für sich die Lehre daraus, alle paar Wochen sein Passwort zu ändern.

Ulrich Rahnenführer lässt Vorsicht walten, nachdem er Opfer wurde. Zu spät also. Eine Grundskepsis an den Tag legen, wachsam sein, sich niemals sicher fühlen: Das will der Kriminalpräventive Rat der Stadt Pinneberg während einer Informationsveranstaltung am Dienstag, 16. Mai, ab 19 Uhr im Ratssitzungssaal, Bismarckstraße 8, vermitteln. Der Titel: „Gefahren im Internet und wie Sie sich dagegen schützen können“. Rahnenführers Fall ist einer von vielen in diesem Bereich. Die Delikte sind vielfältig – von beleidigenden Kommentaren über Betrugsmaschen und Datendiebstahl bis hin zu Schadstoffsoftware.

Die beiden Impulsreferate an diesem Abend befassen sich deshalb einmal mit den Gefahren durch Dritte (Betrug, Identitätsdiebstahl und Phishing, Bot-Netze) und einmal mit den sogenannten eigenen Stolpersteinen wie verbotenen Inhalten, Gefahren in den sozialen Netzwerken und Persönlichkeits- und Urheberrechten. Für den ersten Themenblock ist die Polizei zuständig. Laut Jörg Mangelmann von der Polizeidirektion Bad Segeberg fallen viele Menschen vor allem auf falsche Shops herein und gingen Betrügern in Versteigerungsportalen ins Netz. „Der Betrug im Internet und am Telefon boomt“, sagt er. Für die Polizei bedeutet das vor allem: mehr Zeit- und Schulungsaufwand. „Die Polizisten werden überhäuft mit Sachverhalten, die sie einordnen und verstehen müssen.“ Betroffen seien Internetnutzer jeden Alters.

Jörn Folster vom Jugendschutz des Kreises, der den zweiten Vortrag hält, betont indes: „Viele Menschen verletzen regelmäßig Urheberrechte.“ Das könne bereits durch das Nutzen eines Profilbildes bei WhatsApp geschehen. Was darf ich? Wo sollte ich vorsichtig sein? Viele hätten den Eindruck, ihr Leben sei immer komplizierter, sagt Pinnebergs Jugendpfleger Raimund Bohmann, „deshalb ist es ein Angebot von uns, individuell auf die Interessierten einzugehen.“ Mit „uns“ meint Bohmann Vertreter der Polizei, des Jugendschutzes, der schulischen Gewaltprävention, des Weißen Rings und die Gleichstellungsbeauftragte. Sie alle werden im Anschluss an die Referate für Fragen zur Verfügung stehen. Die Teilnahme ist kostenlos.

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