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Gedenktag: „Auch Barmstedt hat eine Geschichte“

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

shz.de von
erstellt am 28.Jan.2014 | 08:54 Uhr

Mit einer Gedenkstunde auf dem Barmstedter Friedhof haben gestern mehrere Politiker und Bürger der Opfer der NS-Herrschaft gedacht. „Das ist für uns selbstverständlich“, sagte SPD-Ortsvereinschef Stefan Bolln, dessen Partei die Veranstaltung zum zehnten Mal organisiert hatte. „Wir haben eine Geschichte, und Barmstedt hat eine Geschichte.“

Als die Soldaten der Roten Armee vor 69 Jahren das KZ Auschwitz befreiten, „standen sie vor der grauenvollen Massenmord-Maschinerie des Hitler-Reiches“, sagte der Ex-SPD-Kreisvorsitzende Hans-Helmut Birke, der die Ansprache hielt. Verfolgung, Ausbeutung „bis zur psychischen und physischen Vernichtung“ und Stigmatisierung habe es überall gegeben – „auch in Barmstedt“. Laut dem Alvesloher Historiker Gerhard Hoch hätten dort 500 Zwangsarbeiter arbeiten müssen. „Und der wahrheitswidrigen Behauptung vieler Bürger, sie hätten von nichts gewusst, ist er entschieden entgegengetreten.“ Durch ihre Kleidung mit „Abzeichen“ wie „P“ für Polen und „O“ für Osteuropa seien die Zwangsarbeiter deutlich erkennbar gewesen.

Es ehre „die Stadt, dass sie mit einem Gedenkstein und einer Tafel auf die dunkle Zeit aufmerksam macht“, so Birke. Mit dem Gedenken „wollen wir ein Zeichen setzen gegen das kollektive Vergessen und die Unkultur des Wegschauens“. Es sei wichtig, „aufkommenden Neonazismus“ frühzeitig zu verhindern. „Neonazis haben in unserer Gesellschaft nichts zu suchen. Das sind wir den Opfern und unserer Vergangenheit schuldig.“

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