Comedy : Gags ohne Pause und Cartoons in Pinneberg

Piero Mastalerz führte Gespräche mit von ihm gezeichneten Cartoons.
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Piero Mastalerz führte Gespräche mit von ihm gezeichneten Cartoons.

Am Freitag fand die zweite Comedy Night im Geschwister-Scholl-Haus statt. Die Reihe soll fortgesetzt werden.

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29. Januar 2018, 12:30 Uhr

Pinneberg | „Ich bin schon beim ersten Mal hier gewesen. Es hat mir super gefallen,“, sagte Regina Veith und richtete sich auf ihrem Platz gemütlich ein: Comedy Night im Geschwister-Scholl-Haus (GSH) in Pinneberg. Es war die zweite Auflage des Events, die am Freitag zu sehen war. Die Premiere im Oktober wurde vom Publikum sehr gut angenommen.  

Das Programm für die Show war vielseitig. Roman Reinert fungierte als Moderator und führte mit Lockerheit und leichten Gags nicht nur durch den Beginn des Abends sondern füllte auch die Pausen zwischen den einzelnen Comedians mit Leben. Besonders viele Lacher erntete er mit seinem Vergleich von HSV und SPD. „Der HSV und die SPD, über beide muss man nicht lange reden, sie befinden sich doch beide auf dem absteigenden Ast. Der FC Bayern München hingegen ist wie die CDU. Die können spielen und machen was sie wollen, die gewinnen trotzdem“, schilderte Reinert, der auch den Schenefelder Comedy Preis moderiert.

Der erste Showact des eigentlichen Programms war Armin Sengbusch. Beim Pinneberger Publikum ist er unter dem Namen Schriftstehler gut bekannt. Er präsentierte einen Ausschnitt aus seinem aktuellen Programm „Depressionen leicht gemacht“. Ob es das Navigationsgerät ist oder fremde Menschen sind – alles sei aus Sicht einer depressiven Person nur unnötig und anstrengend. „Ich wünsche mir ein Navi, das genauso schlechter Stimmung ist wie ich! Es gibt doch nichts Beglückenderes als eine melancholische, zittrige Stimme die dann einwirft ‚Wenn du jetzt langsam nach links driftest . . . da wartet der Gegenverkehr‘. Jeder Depressive würde sich sofort verstanden fühlen“, betonte der hauptberufliche Comedian und Poetry Slammer in seiner Rolle eines Depressiven.

Florian Sengbusch war als nächster auf der Bühne zu sehen. Er plauderte mit dem Publikum und erzählte Gags aus seinem Leben. Er wohnt in Varrel, einem Ort in der Nähe von Bremen. Und über diesen Ort hatte er allerhand zu erzählen: „Also zuerst: Es ist nicht das Varel, das alle kennen. Nein, ich wohne in Varrel, da ist tatsächlich noch weniger los! Nicht mal die Kühe sind abends um acht noch draußen.“ Als Stand-up-Comedian wusste er es, das Thema der Depressionen von Sengbusch geschickt mit einzuflechten. „Wenn du depressiv bist, dann hast du in Varrel schlechte Karten. Bei uns gibt es keine Tankstelle, an der man sich Alkohol kaufen kann, um die Sorgen zu betäuben. Nein, bei uns gibt es eine Milchtankstelle! Wer kauft sich denn bitte einen Liter nicht homogenisierte Milch, um sie sich reinzuziehen?“, so seine Frage in die Runde.

Den Abschluss des zweistündigen Abends bildete Piero Mastalerz. Er ist Cartoonist und war unter anderem an der NDR-Produktion „Frühstück bei Stefanie“ beteiligt. Sich selbst bezeichnet er aufgrund seiner italienisch-polnischen Abstammung gern als „heißblütigen Spargelstecher“. Sein Auftritt stellte den Höhepunkt der Comedy Night dar. Mastalerz führte Gespräche mit von ihm gezeichneten Cartoons, die zum Leben erwachten. Eine dieser Figuren wollte ihm gern die Show stehlen, indem sie ihr eigenes Programm zum Besten gab: Es bestand hauptsächlich daraus, Hamster anzuzünden oder Frösche explodieren zu lassen. Das Publikum war begeistert und das Lachen ebbte zu keinem Zeitpunkt ab. Auch mit selbstgeschriebenen Liedern, die Mastalerz mit der Ukulele begleitete, traf er den Nerv der Zuschauer.

Die zweite Comedy Night im GSH in der Bahnhofstraße in Pinneberg war ein voller Erfolg. Zwar kamen weniger Zuschauer als beim ersten Mal, doch das tat der Stimmung keinen Abbruch. Die vier Comedians waren professionell und publikumsnah. Das Preis-Leistungs-Verhältnis, vier Euro für eineinhalb Stunden Show, war überdurchschnittlich gut. Es ist geplant, diese Veranstaltungsreihe fortzusetzen.

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