Gackernder Familienzuwachs

Erzeugnisse der eigenen Hühner: Johann (8, links) und Piet (9) präsentieren stolz die Eier der Hennen.
Foto:
1 von 3
Erzeugnisse der eigenen Hühner: Johann (8, links) und Piet (9) präsentieren stolz die Eier der Hennen.

Vater und Sohn starten Hühnerhaltung im eigenen Garten / Selbstgebauter Stall ermöglicht das Ei aus artgerechter Haltung

shz.de von
09. März 2018, 16:00 Uhr

Vorsichtig öffnet Johann Otten (8) eine Klappe an der Seite des Hühnerstalls. Eine angenehme Wärme tritt aus dem mit Stroh ausgelegten Brutkasten in die kalte Winterluft. Die Hühner fangen empört an zu gackern, daher schließt der Achtjährige die Klappe wieder. Er weiß, dass man die gefiederten Damen jetzt besser alleine lässt. Sein Freund Piet  (9) hilft ihm beim Schließen des Kastens. Die beiden Jungs sind auf das Huhn gekommen.

Johann und sein Vater Rüdiger Otten haben gemeinsam eine Hühnerzucht im Garten der Familie begonnen. Das Interesse von Johann wurde auf einem Schulausflug der Grundschule Appen zum Geflügelzuchtverein Appen geweckt, wo der Vorsitzende Erwin Martens über die Tiere informierte. Johanns Interesse blieb bis heute bestehen. „Wir haben uns mit Herrn Martens die Hühner und die Eier angeguckt. Die Küken fanden wir besonders niedlich“, erzählt Johann begeistert. Daraufhin besuchte er mit seinem Vater Rüdiger mehrmals die Zucht, um Informationen zu sammeln.

Im Januar letzten Jahres begann schließlich der Bau des Vater-Sohn-Projekts Hühnerstall im hinteren Teil des Gartens der Familie. Dieser konnte im Mai von vier Hennen und Hahn Elvis bezogen werden. „Die Hennen haben keine Namen, weil wir sie nicht auseinander halten können.“, scherzt der Familienvater. Bei den Hühnern handelt es sich um die Rasse Wyandotten. „Das ist witzig, der Name passt zu uns – wir heißen ja Otten“, so der Vater. Gut integriert in die Familie sind sie bereits. Im Sommer liefen die Hühner erstmals außerhalb ihres Geheges fröhlich durch den Garten und haben auch schon Erkundungstouren in die Nachbargärten gestartet.

„Meine Frau rief mich panisch an, dass die Hühner verschwunden seien, die waren bei den Nachbarn“, berichtet Rüdiger lachend. Auch er ist im Hühnerfieber und unterstützt seinen Sohn bei der Pflege der Tiere. Das zweimal tägliche Füttern und Auswechseln des Wassers übernimmt Johann jedoch selbst. Die Fütterung besteht meist aus Bio-Abfällen oder Gemüse. „Am liebsten essen sie Nudeln“, berichtet Johann. Die frische Kost bekommt den Tieren und auch den Eiern gut. „Man schmeckt an den Eiern, was die Hühner besonders viel gefressen haben“, so Rüdiger Otten. Die Hühner legen etwa alle zwei Tage ein Ei.

Um einen geregelten Tagesablauf für die Hühner zu gewährleisten, steht Johann morgens früh auf, um für sie das Licht anzuschalten. Abends schaltet er es wieder aus. Denn seine gefiederten Haustiere legen nur ab einer gewissen Stundenzahl Licht am Tag Eier. Im Winter, wenn die Tage besonders kurz sind, würden sie sonst eine Legepause machen. „Wenn die Henne ein Ei legt, plustert sie sich ganz dick auf und gackert laut“, erläutert Johann. Die wichtigsten Voraussetzungen zur privaten Hühnerzucht sind für ihn, dass man sich um Futter und Wasser kümmert, aber vor allem sei eine Absprache mit den Nachbarn nötig. „Elvis fängt bei Tagesanbruch, etwa um 6.30 Uhr, für mindestens zehn Minuten an zu krähen“, erzählt Rüdiger Otten lachend. Zukünftig planen er und sein Sohn, auch Küken aufzuziehen.

zur Startseite
Karte

Kommentare

Leserkommentare anzeigen