Auszeichnung : Gabriela Matthies hinterlässt Spuren in Pinneberg

Der Innenminister des Landes bezeichnete sie als Motor im Kulturbereich in der Stadt Pinneberg: Die Kommunalpolitikerin Gabriela Matthies (SPD) hat das Stadtmuseum ins Leben gerufen. Am Freitag wird es mit dem Gütesiegel „Zertifiziertes Museum“ ausgezeichnet.
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Der Innenminister des Landes bezeichnete sie als Motor im Kulturbereich in der Stadt Pinneberg: Die Kommunalpolitikerin Gabriela Matthies (SPD) hat das Stadtmuseum ins Leben gerufen.

Die Trägerin der Freiherr-vom-Stein-Verdienstnadel setzt sich für die Kultur in Pinneberg ein.

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13. Dezember 2017, 12:00 Uhr

Pinneberg | Gabriela Matthies hat Ende November die Freiherr-vom-Stein-Verdienstnadel im Husumer Ratssaal aus den Händen von Innenminister Hans-Joachim Grote (CDU) für ihr jahrzehntelanges Wirken in Pinneberg entgegengenommen hat. Am vergangenen Donnerstag ehrte sie auch Bürgervorsteherin Natalina di Racca-Boenigk (CDU) in der Ratsversammlung. Matthies hatte Tränen in den Augen. So kennt man die 64-Jährige, die in der Buchhandlung Bücherwurm arbeitet. Bescheiden ist die studierte Diplompädagogin und kein Mensch, der sein Engagement an die große Glocke hängt. „Tu Gutes und schweig darüber“, scheint ihr Motto zu sein. „Es gibt eine gewisse Selbstverständlichkeit, dass man sich einbringen muss“, sagt Matthies.

Aber die anderen dürfen, nein, müssen auch mal über ihre Leistungen reden. Die Freiherr-vom-Stein-Verdienstnadel – das ist die höchste Auszeichnung für ein ehrenamtliches Wirken, die das Land Schleswig-Holstein vergibt – mehr geht nicht. Schleswig-Holsteins Innenminister Grote hat die Verdienstnadeln in Husum an 35 Frauen und Männer für ihre Verdienste in der ehrenamtlichen Kommunalpolitik verliehen. 946 „engagierte“ Lebensjahre für die Gemeinschaft kamen unterm Strich zusammen.

27 davon bringt Matthies mit ein. Seit 1990 ist sie Mitglied der Ratsversammlung. In den vergangenen Jahren war sie in nahezu allen städtischen Ausschüssen tätig, zum Beispiel neun Jahre als Mitglied im Ausschuss für Umwelt, Naturschutz und Kleingartenwesen. Bis zum heutigen Zeitpunkt ist sie 19 Jahre im Ausschuss für Schule, Kultur, Sport und Jugend aktiv. Seit 2003 präsentiert Matthies die Stadt als Erste stellvertretende Bürgervorsteherin. In dieser Funktion war sie von Anfang an an der Errichtung und Unterstützung des Kinder- und Jugendbeirats beteiligt. 

Kein Pinneberg Museum ohne Matthies

Doch das sind nur Aufzählungen. Matthies hat Spuren in Pinneberg hinterlassen, die zu sehen sind. Ohne sie würde es kein Museum in Pinneberg geben. „Ich habe es ins Leben gerufen“, sagt sie im Gespräch mit unserer Zeitung. Mit Erfolg: Am Freitag wird es in Flensburg mit dem Gütesiegel „Zertifiziertes Museum“ ausgezeichnet. Als eines von 18 Museen in Schleswig-Holstein.

„Herbert Hoffmann hat den sportlichen Aspekt im Ausschuss abgedeckt, ich den kulturellen“, sagt sie. Auch für die städtische Bücherei macht sie sich stark. Sie werde dafür sorgen, dass sie erhalten bleibt. „In vielen Bereichen haben sich die Aufgaben in der Bücherei verändert“, weiß sie. Die Ausleihzahlen seien nicht mehr allein das Maß, an dem man die Effektivität einer Bücherei heute messe. Es gehe heute auch um Gesprächskreise für Migranten, um Integration. Außerdem setzte sie die Vision einer Schulsozialarbeit für Pinneberger Schulen um.

„Ein Thema, das mir sehr am Herzen liegt, ist die Ernst-Paasch Halle. Ich wünsche mir für Pinneberg, dass wir dort eine Kulturstätte bekommen, die den zahlreichen Vereinen eine Heimat sein kann und andere Veranstaltungen anlockt“, berichtet sie. Die Ernst-Paasch-Halle und damit verbunden die Familie und Firma Wupperman gehörten zur Geschichte Pinnebergs, betont sie. Kein Wunder, dass Grote während seiner Laudation Gabriela Matthies als den Motor im Kulturbereich der Stadt Pinneberg bezeichnete.

Aufgewachsen ist sie indes in Sylt. Nach dem Examen zog es Matthies nach Hamburg. Sie lernte ihren Mann, Reinhard Matthies, der heute auch in der Pinneberger Lokalpolitik mitmischt, kennen und lieben. Wegen der guten Anbindung zogen sie nach Pinneberg. Familiengründung: Zwei Töchter erblickten das Licht der Welt. In Pinneberg wohnt das Ehepaar in der Innenstadt. Das sei optimal, um all ihre ehrenamtlichen Termine wahrzunehmen.

Was möchte sie den Pinnebergern mit auf den Weg geben? „Ich wünsche mir, dass sie die Stadt als das erkennen, was sie ist: Eine Stadt, in der man gut leben kann und in der man sich zu Hause fühlt.“ Dass Pinneberg lebenswert bleibt, dafür will Gabriela Matthies sich weiter einsetzen. Zur Kommunalwahl tritt sie wieder an. Um später weitere Spuren in Pinneberg zu hinterlassen.

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