Das Sonntagsgespräch : Für eine Flexibilisierung des Renteneintrittsalters

Josef Werner ist seit 2013 Vorsitzender der Senioren-Union des Kreises Pinneberg.
Josef Werner ist seit 2013 Vorsitzender der Senioren-Union des Kreises Pinneberg.

Josef Werner, Pinneberger Kreisvorsitzender der Senioren-Union, erläutert seine Vorstellungen von der Ruhestandsgestaltung.

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25. Mai 2015, 06:00 Uhr

Kreis Pinneberg | Welche Rolle spielt die Senioren-Union innerhalb der CDU?

Der Senioren-Union gehören Menschen an, die älter als 60 sind und sich für politische, gesellschaftliche und kulturelle Themen interessieren. Sie ist zwar eine Vereinigung innerhalb der CDU, ist aber selbstständig und verfügt über einen eigenen Haushalt sowie eine Satzung. Mitglieder der Senioren-Union müssen auch nicht unbedingt der Partei angehören. Die politischen Grundvorstellungen decken sich aber mit denen der CDU.

Wie sieht die Arbeit des Kreisverbandes aus?

Wir übernehmen im Prinzip Dinge, die die sechs Ortsverbände allein nicht leisten können. Es gibt dabei drei Schwerpunkte. So bieten wir unseren Mitgliedern die Möglichkeit, sich durch Vortragsveranstaltungen über bestimmte Fragestellungen ausführlich zu informieren. Dazu organisieren wir regelmäßig Reisen, zum Beispiel nach Straßburg und Brüssel, bei denen wir uns mit der Arbeit der EU beschäftigt haben. Zu unseren Aufgaben gehören auch Stellungnahmen zu gesellschaftlichen und politischen Themen. Wir beschäftigen uns unter anderem mit Fragen der Zukunft, der Rentenversicherung, der Energieversorgung sowie der Sicherheit und der Verkehrstüchtigkeit von Senioren. Zu diesen und anderen Themen geben wir Stellungnahmen gegenüber der Presse, der CDU und der Landes-Senioren-Union ab.

Welche Themen liegen Ihnen besonders am Herzen?

Die Sicherheit ist ein sensibler Bereich. Die Zahl der Einbrüche nimmt immer weiter zu. Darüber sind vor allem Senioren verängstigt und besorgt. Deshalb kann es nicht sein, dass die Polizeipräsenz runtergefahren wird und die Planstellen reduziert werden. Verbesserungen könnte auch vorausschauende Polizeiarbeit bringen, indem man schaut, wo Verbrechensschwerpunkte sind. Das ist in den USA schon längst üblich und wird nun auch in Hamburg versucht. Die Rentenversicherung beschäftigt uns ebenfalls. Die Rentensteigerungen lagen in den vergangenen Jahren meistens unter den Preissteigerungen und hinkten der allgemeinen Einkommensentwicklung hinterher. Das hat sich in diesem Jahr wegen eines Einmaleffekts aufgrund einer geänderten statistischen Basis erstmals geändert, wenn auch nicht in der zu erwartenden Höhe.

Warum engagieren Sie sich für die Senioren-Union?

Ich war schon vorher mehrere Jahrzehnte politisch aktiv und gehörte unter anderem der Halstenbeker Gemeindevertretung und dem Kreistag an. Als ich vor vier Jahren angesprochen wurde, ob ich in der Senioren-Union mitarbeiten will, war ich dazu gerne bereit. Mir liegt es einfach nicht, nur mit dem Hund spazieren zu gehen, die Zeitung zu lesen und viel Sport zu treiben. Überhaupt werden die Menschen über 60 immer aktiver und möchten sich gerne engagieren, weil sie für das Rentenalter noch viel zu viel Energie haben.

Der demographische Wandel ist ein Dauerthema. Haben Sie den Eindruck, dass die ältere Generation mittlerweile wieder bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt hat als es früher der Fall war?

Ich bin mir nicht sicher, ob in der Wirtschaft schon wirklich ein Wandel eingetreten ist. Ich beobachte aber, dass viele der Meinung sind, mit 65 noch nicht zum alten Eisen zu gehören. Wie lange jemand arbeiten kann und will, hängt auch vom Beruf ab. Auf dem Bau kann man mit 70 sicher nicht mehr arbeiten. In anderen Branchen wäre das dagegen ohne weiteres möglich. Deswegen sind wir für eine Flexibilisierung des Renteneintrittsalters. Allerdings dürfen damit keine Nachteile für die Rentner und die Arbeitgeber verbunden sein.

Hat sich die Arbeit der Senioren-Union in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten aus Ihrer Sicht gewandelt?

Die Senioren-Union gibt es im Kreis Pinneberg seit 26 Jahren. Beim Start waren es gerade einmal 60 Mitglieder, heute sind es 460. Das Interesse ist also im Laufe der Jahre kontinuierlich gewachsen.

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