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EU-Förderung für den Kreis Pinneberg : Fünf Millionen Euro für die Aktiv-Region

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Derzeit läuft die zweite Periode der Aktivregionen in Schleswig-Holstein. Auch Privatpersonen können Projekte fördern lassen.

shz.de von
erstellt am 28.Aug.2015 | 14:00 Uhr

Kreis Pinneberg | Knapp fünf Millionen Euro EU-Fördermittel fließen bis 2020 durch die sogenannten Aktivregionen in den ländlichen Raum in und um den Kreis Pinneberg. „Häufig wissen die Leute gar nicht, dass es Förderung für ihr Vorhaben gibt“, sagt Mathias Günther, Geschäftsstellenleiter der Aktivregionen Holsteiner Auenland und Pinneberger Marsch und Geest. Das Besondere an der Förderung der Aktivregionen: Nicht nur Gemeinden, Vereine oder Unternehmen können Fördermittel beantragen, sondern auch Privatpersonen.

Das Förderprogramm funktioniert so: Das schleswig-holsteinische Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft und ländliche Räume (MELUR), das das  von der EU kommende Budget verwaltet, gibt das Geld in die Aktivregionen. „Dann sollen sich Akteure finden und eine Strategie basierend auf einer Stärken-, Schwächen- und Bedürfnisanalyse erarbeiten“, sagt Imme Lindemann (kleines Foto), die in der Geschäftsstelle für die Aktivregion Holsteiner Auenland zuständig ist. Sie berät die Mitglieder des Vereins bei der Entscheidung über Fördermittelanträge.

Innerhalb der Aktivregionen beschließt der Projektbeirat  vor Ort darüber, wer eine Förderung für sein Projekt erhält. Dabei gelten jedoch strenge Regeln. „Die Fördermittel sind an die Gesamtsumme des jeweiligen Projekts gekoppelt,“ sagt Günther.

Maximal 55 Prozent der Investitionssumme  von  öffentlichen Projekten werden gefördert. Die Förderung von Projekten gemeinnütziger Träger beträgt je nach Region zwischen 45 Prozent (Marsch und Geest) und 55 Prozent (Holsteiner Auenland). Sonstige Träger erhalten zwischen 40 und 55 Prozent Förderung, je nach  Maßnahmenart und Aktivregion. Das jeweilige Projekt muss also auch mit Eigenmitteln finanziert werden. „Das Geld bekommt man nur bei der Umsetzung und es ist an die Gesamtsumme gekoppelt“, so Günther. Teils würde ein geringer Förderanteil riesige Investitionen auslösen. Im Bereich Marsch und Geest werden Projekte maximal mit 100.000 Euro unterstützt, auch wenn die Investitionssumme deutlich höher liegt, im Holsteiner Auenland je nach Projekt mit 50.000 Euro bis 100.000 Euro. Diese fließen etwa in die Erstellung von Machbarkeitsstudien, die Schaffung von barrierefreien Zugängen oder  die Restaurierung historischer Stätten.  

Die schleswig-holsteinischen Aktivregionen sind Teil des  europäischen Landwirtschafts-Fonds für die Entwicklung ländlicher Räume (ELER) und gehören zum LEADER-Programm, das für die „Verbindung zwischen Aktionen zur Entwicklung der ländlichen Wirtschaft“ steht. In Schleswig-Holstein wurde ein flächendeckender Ansatz für das Programm gewählt. Im Entscheidungsgremium müssen  mindestens 50 Prozent Wirtschafts- und Sozialpartner sitzen. Um als Aktivregion anerkannt zu werden, muss das zusammenhängende Gebiet dem Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft und ländliche Räume eine Entwicklungsstrategie vorlegen.

„Was wir fördern, sieht aus wie ein bunter Strauß. Wir fördern aber nicht alles. Die Projekte müssen in die Strategie der Aktivregion passen“, sagt Günther. Während es in dieser Förderperiode in der Pinneberger Marsch und Geest darum geht, Ortskerne zukunftsfähig zu gestalten, mit Ressourcen nachhaltig umzugehen, Land und Natur zu erleben sowie die lokale Bildungslandschaft aufzubauen und zu stärken,  will die Aktivregion Holsteiner Auenland  gemeinsam Arbeitsplätze im ländlichen Raum schaffen, Energie sparen, die Daseinsvorsorge sichern sowie die Bildungsregion Holsteiner Auenland etablieren. Das Landesamt für  Landwirtschaft, Umwelt und ländlichen Raum überwacht, ob die Fördermittel gemäß dieser Schwerpunkte eingesetzt werden und bewilligt letztendlich die Zahlung.

Insgesamt gibt es in  Schleswig-Holstein 22 Aktivregionen. Die zusammenhängenden Gebiete sollten laut dem MELUR minimal 50.000 Einwohner und maximal 120.000 Einwohner haben. Die Aktivregionen setzen sich ganz unterschiedlich zusammen. Nicht immer ist an der Kreisgrenze Schluss. „Häufig finden sich Gemeinden zusammen, die eine ähnliche Problemlage haben“, sagt Lindemann. Für das Holsteiner Auenland sei das etwa  das Thema Tourismus gewesen. „Die Gemeinden haben bereits vor der Gründung touristisch zusammengearbeitet“, sagt sie.

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