Mit interaktiven Grafiken : Frühling auf dem Arbeitsmarkt

9177 Menschen waren Ende Februar im Kreis Pinneberg ohne Job – 22 mehr als im Januar.
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9177 Menschen waren Ende Februar im Kreis Pinneberg ohne Job – 22 mehr als im Januar.

Die Zahl der offenen Stellen steigt leicht. Zahlreiche Flüchtlinge befinden sich in Sprachkursen und Vorbereitungslehrgängen.

shz.de von
01. März 2017, 18:15 Uhr

Elmshorn | Die Zahl der Arbeitslosen im Kreis Pinneberg ist zwar saisonal leicht gestiegen. Doch es zeigen sich die ersten Frühlingsboten. Die Zahl der neu zur Besetzung aufgegebenen Stellen, etwa im Baugewerbe, ist gestiegen.

9177 Menschen waren Ende Februar im Kreis Pinneberg ohne Job – 22 mehr als im Januar. Die Arbeitslosenquote lag damit wie im Vormonat bei 5,4 Prozent. Im Februar 2016 hatte sie noch 5,5 Prozent betragen. „Die erwartete Frühjahrsbelebung deutet sich bereits an. Die weiterhin gute Konjunktur und der Ausbildungsbeginn im Februar sorgten für steigende Abmeldungen im Februar. Dank des frost- und schneearmen Februars suchen zudem auch witterungsabhängige Branchen bereits wieder Personal“, sagte Thomas Kenntemich, Leiter der Agentur für Arbeit Elmshorn.

Wegen milden Wetters gingen laut Kenntemich bereits Anfragen nach Baufacharbeitern ein. Fachkräfte seien auch in Metall- und Elektroberufen wieder gesucht. Zudem würden vermehrt Stellen für Kaufleute ausgeschrieben. Gute Chancen böten sich weiterhin Altenpflegern und Erziehern. Unternehmen gaben dem gemeinsamen Arbeitgeber-Service der Arbeitsagentur und des Jobcenters 827 sozialversicherungspflichtige Arbeitsstellen neu zur Besetzung auf. Das sind 341 mehr als im Januar. Die Stellenmeldungen zum Jahresbeginn erreichen jedoch nicht das Niveau des Vorjahres. In diesem Jahr wurden bislang 1313 Stellen zur Besetzung aufgegeben. Das sind 66 oder 4,8 Prozent weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Das zahlenmäßige Verhältnis zwischen gemeldeten Ausbildungsstellen und Bewerbern im Kreis Pinneberg ist derzeit fast ausgeglichen. Seit Oktober 2016 meldeten sich 1286 Ausbildungsplatzbewerber bei der Berufsberatung, dies waren 56 mehr als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Im gleichen Zeitraum haben die Unternehmen 1292 Berufsausbil-dungsstellen zur Besetzung gemeldet – fünf weniger als im Vorjahreszeitraum.

Kenntemich wirbt bei Jugendlichen dafür, nicht nur aufs Studium zu setzen: „Der Weg ins Berufsleben über eine betriebliche Ausbildung kann kürzer und chancenreicher sein. Viele Lehrstellen bei namhaften Unternehmen sind noch zu vergeben. Neben spannenden Ausbildungsinhalten bieten sie häufig gute Karriere- und Verdienstmöglichkeiten. Anspruchsvolle Ausbildungen können für Abiturienten eine echte Alternative zum Studium sein“, sagte Kenntemich.

 

Zu den 9177 Arbeitslosen kamen weitere 3120 Menschen, die ohne Arbeit waren, weil sie etwa vorübergehend krank oder in Fortbildungen waren. 12 297 Personen waren somit in Unterbeschäftigung. Sie ist in den vergangenen zwölf Monaten um 573 Personen gewachsen. Kenntemich sagte: „Das begründet sich großteils damit, dass derzeit viele Flüchtlinge an Sprachkursen, Vorbereitungslehrgängen und Praktika teilnehmen. Im Februar waren 1789 Flüchtlinge arbeitsuchend gemeldet, nur 548 standen auch sofort zur Verfügung.“

Woher kommt die Arbeitslosenstatistik?

Die Bundesagentur für Arbeit berechnet die registrierte Arbeitslosigkeit. Diese wird definiert durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales. Die Arbeitslosenquote ist der Anteil der Arbeitslosen an der Gesamtzahl der sogenannten zivilen Erwerbspersonen, also aller Erwerbstätigen und Arbeitslosen zusammen.

Wer gilt als arbeitslos?

Man ist nicht einfach arbeitslos, nur weil man nicht arbeitet. Arbeitslos ist, wer weniger als 15 Stunden in der Woche arbeitet, aber mehr als 15 Stunden arbeiten will und jünger als das jeweilige Rentenalter ist. Unter registrierter Arbeitslosigkeit werden die Arbeitslosen gezählt, die arbeitslos gemeldet sind.

Wer gilt nicht als arbeitslos?

Nicht als arbeitslos gewertet werden

- Alle, die an Maßnahmen der Bundesagentur für Arbeit teilnehmen. Auch alle Arbeitslosen, die durch private Arbeitsvermittler betreut werden, werden nicht mehr in der offiziellen Arbeitslosenstatistik geführt.

- Langzeitarbeitslose, die in Zusatzjobs auf den „Ersten Arbeitsmarkt“ vorbereitet werden, also eine sogenannte Arbeitsgelegenheit mit Mehraufwandsentschädigung haben.

- Personen, die arbeitsunfähig erkrankt sind.

- Arbeitslose, die mindestens 58 Jahre alt sind und wenigstens zwölf Monate Hartz IV beziehen, ohne ein Jobangebot bekommen zu haben.

Was ist die Unterbeschäftigungsquote?

In der Unterbeschäftigung werden zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen auch die Personen erfasst, die nicht als arbeitslos im Sinne des Sozialgesetzbuches (SGB) gelten, weil sie Teilnehmer an einer Maßnahme der Arbeitsförderung oder kurzfristig erkrankt sind.

Die Unterbeschäftigung setzt sich zusammen aus drei Personengruppen:

  1. den Arbeitslosen nach § 16 SGB III,
  2. Teilnehmern an bestimmten Maßnahmen der Arbeitsmarktpolitik und
  3. Personen in bestimmten Sonderstatus (vor allem kurzfristig erkrankte Personen).
Wo kann man sich über Jobs im Norden informieren?

Stellenangebote gibt es

- in der Jobbörse der Agentur für Arbeit

- regional auf jobs.sh

- bundesweit auf Internet-Plattformen wie Monster.de oder Stepstone.de

 
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