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Schüleraustausch : Frischer Wind durch Gastkind

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Eine junge Thailänderin verbringt ein Schuljahr bei Familie Ewert in Borstel-Hohenraden.

Borstel-Hohenraden | Thananit hat ihr Leben in der thailändischen Hauptstadt eingetauscht. 2.251 Einwohner statt 8,281 Millionen Menschen hat Borstel-Hohenraden, wo sie ihren Schüleraustausch verbringt. „Hier grüßen sich die Menschen, wenn sie spaziergehen“, sagt die 16-Jährige als erstes, als sie nach Dingen gefragt wird, die sich von ihrem Leben in der Heimat unterscheiden.

Seit September ist die Jugendliche Teil von Familie Ewert. Statt Häuserschluchten befinden sich vor der Haustür nun Weiden mit Kühen. „Ich liebe das Dorfleben und die Natur“, sagt sie. Seit Mai 2016 lernt die 16-Jährige Deutsch und war der Meinung, dass ein Auslandsaufenthalt die Sprachkenntnisse noch vertiefen wird. Nicht alle Worte kommen ihr einfach über die Lippen, ein Gespräch ist jedoch gut möglich. Nach drei Wochen Orientierungs- und Sprachkursus der Austauschorganisation Youth for Understanding (YFU), kam sie in Borstel-Hohenraden an.

Gastkind ermöglicht frischen Blick auf das Familienleben

„Thananit bringt frischen Wind in die Familie“, sagt Wiebke Ewert, die von ihrer Gasttochter „Mama“ genannt wird. Die Aufnahme eines Austauschschülers würde einen neuen Blick auf das Familienleben ermöglichen.

Thananit nimmt am Alltag teil. Das bedeutet nach dem Essen Tisch abräumen und mit dem Bus zum Quickborner Elsensee-Gymnasium zu fahren, wo sie am Unterricht teilnimmt, aber auch die Feier der Konfirmation der Gastschwester. Einige Male hat die Jugendliche bereits für Familie Ewert gekocht, dabei wurden Unterschiede deutlich. „Das erste Mal war es eindeutig zu scharf für uns“, sagt Ewert lachend. Das Thema Essen gehörte für Thananit zur Eingewöhnung, denn so viel Brot wie in Deutschland kannte sie nicht. Noch bis zum Ende des Schuljahrs wird sie in Borstel-Hohenraden leben. Dann verlässt sie ihr deutsches Zuhause und geht zurück nach Thailand.

Youth for Understanding (YFU – zu Deutsch Jugend für Verständigung)  arbeitet mit über 50 Partenländern zusammen. Der Verein bietet Jugendlichen die Möglichkeit, in einer Gastfamilie eine andere Kultur kennen zu lernen. Es werden nicht nur Reisen ins Ausland, sondern auch Gastfamilien in Deutschland organisiert.  Das Ziel des Vereins ist es, den Jugendlichen Verantwortungsbewusstsein und die interkulturelle Verständigung zu vermitteln.

Im Sommer kommen dann erneut etwa 500 Jugendliche im Alter zwischen 15 und 18 Jahren, die ein Schuljahr in Deutschland verbringen werden. Für sie werden noch dringend Gastfamilien gesucht. „Es müssen keine klassischen Familien sein. Es muss einfach zwischen Schüler und Familie passen“, sagt Editha Fitzner, die sich als ehrenamtliche Betreuerin um Gastfamilien und Austauschschüler im Pinneberg-Umland kümmert.

„Es gibt auch die Möglichkeit, sich erst einmal zeitlich begrenzt als Welcome-Familie zu melden“, sagt Fitzner. Wer Interesse hat meldet sich unverbindlich bei YFU unter Telefon (040) 2.27.00.20 oder per E-Mail an gastfamilien@ yfu.de. Nach Vorgesprächen werden der Familie dann Schüler, die zu der Familie passen, vorgeschlagen. Die Jugendliche werden mit Seminaren auf ihren Aufenthalt vorbereitet.

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erstellt am 15.Mai.2017 | 12:00 Uhr

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