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Pinneberger Tageblatt

22. November 2017 | 06:22 Uhr

Pinneberg : Frische Farbe für die Lebenshilfe

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Der Ortsverein Pinneberg und Umgebung der Lebenshilfe eröffnet am Freitag einen neuen Treffpunkt mitten in der Stadt – für Menschen mit und ohne Behinderung. Das Projekt wird drei Jahre lang von der Aktion Mensch gefördert.

von
erstellt am 10.Mai.2017 | 16:00 Uhr

Pinneberg | Erst hatten Professoren in der Privathochschule Akad in Pinneberg doziert. Zwischenzeitlich, während das Amtsgericht saniert wurde, urteilten dann Richter in dem Gebäude am Rathaus. Jetzt stehen rote, gelbe und blaue Stühle in einem der Räume im Erdgeschoss. An den Fenstern hängen Schilder mit der Aufschrift „Lebenshilfe“. Peter Carstens und Gerhard Ramcke streichen die Wände weiß. Bunt würde viel besser passen, für das, was die Vorstandsmitglieder des Ortsvereins Pinneberg und Umgebung der Lebenshilfe vorhaben.

Dort, wo noch verpackte Stellwände, Leitern und Lampen wahllos herumstehen, soll am Freitag, 12. Mai, von 14 bis 17 Uhr die Eröffnung eines neuen Treffpunkts für Menschen mit und ohne Behinderung gefeiert werden. Antje Hachenberg nennt es „Plattform“. Es ist ein Projekt mit offenem Ausgang. Fest steht nur eins: In den Räumen sollen Menschen zusammengebracht werden. „Mehr Miteinander für alle“ lautet deshalb das Motto des Vorhabens, das von der Aktion Mensch gefördert wird. Drei Jahre lang fließt Geld nach Pinneberg. Insgesamt sind es 140  000 Euro. Eineinhalb Jahre hat es gedauert, bis die Pinneberger den Zuschlag erhielten. 30 Prozent der Kosten tragen sie selbst. Die Eigenmittel stammen aus einer Erbschaft – von einer Pinnebergerin, die dem Verein ihr Haus vermachte.

Hachenberg wurde dem ehrenamtlichen Team des Lebenshilfe-Vereins als hauptamtliche Projektkoordinatorin zur Seite gestellt. Knapp 20 Stunden die Woche versucht sie in den kommenden Monaten, Menschen an einen Tisch zu bringen. Synergien auszuloten.

Dabei geht es laut Vorstandsmitglied Evelyn Jungermann auch darum, die Selbstvertreter, also die Menschen mit Behinderung, zu stärken. Ihnen einen Raum zum Austausch zu geben. Um Möglichkeiten des Einbringens, etwa in der Politik, aufzuzeigen. Aber auch ehrenamtliche Tätigkeiten könnten vermittelt werden. „Warum sollten Menschen mit Behinderung nicht selbst ein Ehrenamt übernehmen?“, fragt Jungermann. Hachenberg nennt ein Beispiel: Sie habe von einer Kita in Elmshorn gehört, die Tiere besitze, die am Wochenende betreut werden müssten. „Oder es finden sich mehrere zusammen, die sich gern zum Fußball spielen treffen möchten“, führt Hachenberg, die wie die anderen aus dem Lebenshilfe-Verein ein behindertes Kind hat, aus.

„Wir müssen miteinander leben und unsere Gesellschaft gestalten – und das bei weniger werdenden Mitteln“, sagt sie zudem in Anspielung auf das auch von der Lebenshilfe kritisierte Bundesteilhabegesetz. Das Team freut sich auch auf alle, die Interesse haben, sich ehrenamtlich im Lebenshilfe-Verein zu engagieren. Ihre Einladung zur Eröffnung geht ausdrücklich an alle Pinneberger: „Wir zeigen gern allen, was hier in den nächsten drei Jahren passiert“, sagt Hachenberg.

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