Kicken wie die Weltmeister : Freundschaftsturnier in Pinneberg

Das Freundschaftsturnier zwischen dem Sport-Club Pinneberg und den Inklusionsteam der Lebenshilfe Pinneberg soll keine einmalige Veranstaltung bleiben.

Das Freundschaftsturnier zwischen dem Sport-Club Pinneberg und den Inklusionsteam der Lebenshilfe Pinneberg soll keine einmalige Veranstaltung bleiben.

Die Fußballinklusionsgruppe der Lebenshilfe spielt gegen den Sport-Club Pinneberg – und gewinnt.

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29. Mai 2017, 13:00 Uhr

Pinneberg | Das größte Lob verteilte Andreas Witten, Trainer der Fußballinklusionsgruppe der Freizeitförderung der Lebenshilfe Pinneberg, schon vor dem ersten Anstoß beim Freundschaftsturnier gegen den Sport-Club Pinneberg (SCP). „Was die Jungs auf sich nehmen, um Fußball spielen zu können und mit welchem Engagement sie dabei sind, das verdient höchsten Respekt. Wenn alle Spieler in Deutschland so engagiert wären, wären wir immer Weltmeister.“ In der Inklusionsgruppe, die Witten im April 2014 gegründet hat, sind derzeit 25 Kicker aktiv – mit und ohne Behinderungen.

„Für meine Jungs ist so ein Turnier ein echtes Highlight“, sagte Witten. Auf dem Kleinfeld traten die Inklusionskicker gegen die erste Herrenmannschaft des SCP an, die gerade den Aufstieg in die Bezirksliga perfekt gemacht hat. „Jahrelang fand das Turnier beim VfL statt. Als Herr Witten auf uns zugekommen ist, haben wir sofort zugesagt“, erläuterte Günter Hochreiter, stellvertretender Vorsitzender des SCP. Und er versprach schon: „Das wollen wir wiederholen. Das wird nicht einmalig sein.“ Der SCP war aber nicht nur Gastgeber des Turniers auf dem Sportplatz An der Raa, sondern hatte auch Geschenke für die Gäste. 15 Regenjacken wurden verteilt. „Damit Ihr auch bei jedem Wetter vernünftig trainieren könnt“, sagte Hochreiter bei der Übergabe an Witten.

Auf dem Kleinfeld spielten die beiden Mannschaften der Lebenshilfe gegen die in zwei Mannschaften aufgeteilten ersten Herren. Beim Anstoß gab es kurz Verwirrung unter den Spielern als Bürgermeisterin Urte Steinberg sich den Ball schnappte. „Ich wurde gefragt, was ich denn da zu suchen hätte“, sagte Steinberg lachend. Sie löste das Problem galant: „Ich habe einfach einen anderen Mitspieler angespielt.“ Nach zwei – vom SCP vielleicht nicht mit vollem Einsatz gespielten Duellen – feierten die Inklusionsteams die Plätze eins und zwei. „Das ist für meine Jungs ein unglaubliches Ergebnis“, war sich Witten sicher.

Günter Hochreiter (r.), stellvertretender Vorsitzender des SCP, überreichte 15 Trainingsjacken an Andreas Witten, Trainer der Fußballinklusionsgruppe der Freizeitförderung der Lebenshilfe Pinneberg.
Bastian Fröhlig
Günter Hochreiter (r.), stellvertretender Vorsitzender des SCP, überreichte 15 Trainingsjacken an Andreas Witten, Trainer der Fußballinklusionsgruppe der Freizeitförderung der Lebenshilfe Pinneberg.
 

Das Inklusionsteam trainiert immer dienstags von 18 bis 20 Uhr auf dem Kleinfeld an den Werkstätten Eichenkamp, Rellinger Straße 55. „Wer Lust hat, kann einfach mal mitkicken. Egal ob mit oder ohne Handicap“, sagte Witten. Im Winter wird in der Heidewegschule trainiert. „Ein richtiger Spielbetrieb wäre ein Traum“, blickte Witten in die Zukunft. Allerdings ein weit entfernter: „Das ist ein langer Weg. Dafür müssten wir den Kader deutlich ausbauen und noch einige Trainingseinheiten machen.“

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