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Es dominiert bildende Kunst : Freude bei den Drosteipreisträgern 2017

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Die Jury wählt Fotografen und Maler. 13 Nominierungen gab es in diesem Jahr.

shz.de von
erstellt am 16.Jun.2017 | 10:00 Uhr

Pinneberg | Das Rennen um den Drosteipreis des Kreises Pinneberg machten in diesem Jahr zwei bildende Künstler: Der Fotograf Volker Renner wurde von der Jury mit dem Anerkennungspreis ausgezeichnet, der Maler Michael Heering wurde zum diesjährigen Förderpreisträger ernannt. Die beiden Künstler erhalten neben der Ehrung auch einen Geldpreis in Höhe von 5000 Euro für den Anerkennungspreis beziehungsweise 2500 Euro für den Förderpreis.

Der Drosteipreis, der bis zum Jahr 2015 noch Kreiskulturpreis des Kreises Pinneberg hieß, wird einmal jährlich als Anerkennungspreis für künstlerisch Schaffende verliehen. Diese können den Sparten bildende Kunst, Literatur, Musik und darstellende Kunst angehören. Nominiert werden sie von Einwohnern des Kreises Pinneberg, den Kommunen des Kreises Pinneberg und den Mitgliedern der Jury. Posthume Verleihungen des Preises sind nicht möglich.

„In diesem Jahr dominierte die Sparte bildende Kunst den Wettbewerb“, sagte Stefanie Fricke, künstlerische Leiterin der Drostei in Pinneberg und Mitglied der Drosteipreis-Jury. Die insgesamt 13 Vorschläge – im vergangenen Jahr seien es mehr gewesen – verteilten sich diesmal auf acht bildende Künstler, zwei Literaten und drei Musiker, sagte Fricke. Die Entscheidung für Renner und Heering habe die Jury einmütig getroffen.

„Wir haben mit beiden Preisträgern in diesem Jahr qualitativ hohe Maßstäbe setzen können“, sagte Kerstin Seyfert (CDU), Vorsitzende des Kulturausschusses des Pinneberger Kreistags und ebenfalls Jury-Mitglied. Die Politikerin freue sich bereits jetzt darauf, dass das Werk der beiden Künstler im Zuge der Preisverleihung im Kreiskulturzentrum im Herzen der Pinneberger Innenstadt zu sehen sein wird. Diese findet am Sonntag, 5. November, in der Drostei statt und wird eine öffentliche Veranstaltung sein, bei der das Publikum sicherlich auch den Dialog mit den Künstlern suchen kann.

Auf den Spuren eines Bildbands von 1973

 

Volker Renner wird in diesem Jahr mit dem Drosteipreis des Kreises Pinneberg ausgezeichnet. Der Fotograf wurde im Jahr 1977 in Pinneberg geboren, lebt derzeit in Hamburg und ist für sein künstlerisches Schaffen oft unterwegs. Renner hat zunächst angewandte Kulturwissenschaften in Lüneburg studiert, ehe er 2002 ein Studium der visuellen Kommunikation an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg aufnahm. Dieses schloss er 2007mit Auszeichnung ab und wurde dann für zwei Jahre Meisterschüler bei Peter Piller an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig. Eines von Renners Projekten war eine Reise durch die USA auf den Spuren des Fotografen Stephen Shore im Jahr 2010. Shore hatte 1973 einen Bildband mit Fotos veröffentlicht, die während eines Roadtrips durch die Staaten entstanden waren. Renner versuchte diesen Bildband fast 40 Jahre später nachzustellen. Das Ergebnis „A Rad Trip Redone“ ist 2012 erschienen, von der Aufmachung gleicht es seinem Vorbild – allerdings sind einige Seiten weiß, denn Renner konnte nicht alle Motive finden. Mit dem Preisgeld in Höhe von 5000 Euro möchte Renner seinen nächsten Katalog finanzieren. „Ein derartiger Preis motiviert mich, weiterhin Kunst zu machen“, sagte Renner.

Heering will mit Werken den Diskurs anregen

 

Michael Heering ist der diesjährige Träger des Drostei-Förderpreises des Kreises Pinneberg. Er wurde 1974 in Hamburg geboren und wuchs in Schenefeld auf, wo er immer noch lebt. Sein Atelier hat der Maler allerdings in der Hansestadt. Heering begann sein Studium der bildenden Künste im Jahr 2000 an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg, wo er unter anderem von Daniel Richter unterrichtet wurde. Sein Diplom erwarb der Schenefelder bei Gerd Roscher und Wim Wenders. Heering sieht Wirken und Werk eines Künstlers als untrennbar voneinander an. Ihm sei es nicht wichtig, den Markt zu bedienen, sondern mit seinem künstlerischen Schaffen einen Diskurs anzustrengen, an dem sich nicht nur Künstler, sondern auch Laien beteiligen. Dieses gelang ihm unter anderem bei Ausstellungen im Einkaufszentrum „Stadtzentrum“ Schenefeld. „Ich freue mich, wenn man ein wenig versteht, was ich tue“, sagte Heering über den Förderpreis. Die 2500 Euro, die er durch diesen  erhält, möchte er in Leinwände und Farben investieren, sagte er. Zudem habe er vor Kurzem ein neues Atelier bezogen, in das er auch gern noch etwas investieren wolle. „Das Geld fließt also sofort wieder in meine künstlerische Produktion“, sagte Heering.

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