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20 Jahre lang Dienst am Menschen : Freiwilligen Forum Pinneberg feiert runden Geburtstag

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Das Freiwilligen Forum feiert im Rathaus seinen runden Geburtstag. Das Führungsduo geht in Ruhestand und übergibt die Geschäfte an Nachfolger.

shz.de von
erstellt am 09.Feb.2016 | 14:00 Uhr

Pinneberg | Als der Moment des Abschieds kam, flossen bei Renate Scobel die Tränen. Nach 20 Jahren gaben sie und Edeltraud Bergmann am Sonnabend während der Feierlichkeiten zum 20-jährigen Bestehen des Freiwilligen Forums Pinneberg den Staffelstab an Joachim Moll und Uwe Richter weiter. In dem Projekt engagieren sich Menschen in ihrer Freizeit für ihre Mitmenschen und helfen diesen bei einer Vielzahl von Alltags-Aktivitäten – vom Behördengang bis zur Hausaufgabenhilfe.

„Das war es jetzt für uns. Danke für 20 Jahre ehrenamtliche Arbeit“, sagte Bergmann. Beide überreichten ihren Nachfolgern einen überdimensionalen gebackenen Schlüssel. „Wir übergeben Ihnen ein funktionierendes Unternehmen mit hochmotivierten Mitarbeitern und Spenden, die bisher immer die Kosten gedeckt haben“, sagte Scobel.

Moll griff die Schlüsselidee auf: „Diesen zu übernehmen ist für Uwe Richter und mich ein großer Moment. Wir übernehmen ein Haus mit Küche, Personal und technischer Ausstattung.“ Er versicherte den anwesenden Ehrenamtlichen – insgesamt sind aktuell 167   im Freiwilligen Forum aktiv, von denen zwei Drittel Frauen sind – den Verein in der vertrauten Weise zu erhalten, aber auch weiterzuentwickeln. „Gestatten Sie uns aber bitte auch, den einen oder anderen Raum zu renovieren oder neu einzurichten. Unser zukünftiges Handeln wird immer darauf ausgelegt sein, eigenständig und unabhängig zu bleiben“, betonte Moll.

„Es gab eine Schwemme von Frührentnern in den 1980er Jahren“, erinnerte Scobel an den Beginn des Vereins. Als die Kirchenkreis-Mitarbeiterin nach London reiste, lernte sie die dortige Freiwilligenarbeit kennen. „Da wussten wir: Das ist es“, sagte Scobel. Die Idee sollte in Pinneberg umgesetzt werden. Um keinem auf die Füße zu treten, habe man am Gesprächskreis der Wohlfahrtsverbände teilgenommen. Dort sei man begeistert gewesen und habe dem Verein ein Startkapital in Höhe von 2500 Euro gespendet. „Damit hatten wir nie gerechnet“, sagte Bergmann.

Inge Christen (v. l.), Heidi Quast, Marie-Luise Fuchs und Ingrid König stoßen auf das 20-jährige Bestehen des Forums an. (Foto: Fröhlig)
Inge Christen (v. l.), Heidi Quast, Marie-Luise Fuchs und Ingrid König stoßen auf das 20-jährige Bestehen des Forums an. (Foto: Fröhlig)
 

Scobel, die von Diakoniepastorin Maren von der Heyde mit dem goldenen Kronenkreuz der Diakonie ausgezeichnet wurde, erläuterte die Besonderheit ihrer Idee: „Im Mittelpunkt der Freiwilligenarbeit steht nicht der Hilfsbedürftige, sondern der arbeitende Mensch. Jeder entscheidet selbst, was er macht und wie viel und wie oft er es anbietet.“ So wurden im vergangenen Jahr insgesamt 150 Einsätze an 16 Einrichtungen wie Schulen, Seniorenheimen und Museen in Pinneberg geleistet. 80 Schüler wurden bei Hausaufgaben oder beim Lesenlernen unterstützt. „Helfen bildet, schafft Kontakte und macht Freude“, stellte Scobel fest.

„Sie verschenken nicht nur ihre Zeit an andere Menschen und helfen direkt, sondern sie prägen auch eine Kultur der Herzenswärme“, lobte Pinnebergs Bürgermeisterin Urte Steinberg (parteilos) die Arbeit der Ehrenamtlichen. „Mein Fazit: Was Sie seit Jahren betreiben, ist Ehrenamt pur. Ohne Sie wäre die Stadt ärmer.

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