„Saubere Kleidung“ : Frauenkleidermarkt als Publikumsmagnet

Die Models der Modenschau erhielten für ihre flippige, aber auch klassische Garderobe viel Applaus.
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Die Models der Modenschau erhielten für ihre flippige, aber auch klassische Garderobe viel Applaus.

Bei der 15. Auflage des Events erzielten die Organisatoren eine Spende in Höhe von 8500 Euro.

shz.de von
19. Februar 2018, 16:30 Uhr

Rellingen | „Bunt und schrill ist in“. Die Gleichstellungsbeauftragte Dorathea Beckmann hat beim 15. Rellinger Frauenkleidermarkt wieder einmal Bescheid gewusst. Mit lustig-frechen Kommentaren führte sie Zuschauer und elf Models wie Andrea Rodig durch die Modenschau. Bei der zugunsten der Kampagne für Saubere Kleidung unterstützten Aktion kam ein Spendenbetrag in Höhe von 8500 Euro zusammen. 

Mit den Spenden engagieren sich die Rellinger in jedem Jahr für eine sozialgerechte Modeindustrie. Sie fließen an Organisationen wie Femnet, die für bessere Arbeitsbedingungen der Textilarbeiterinnen in den Produktionsländern eintritt.

Beckmann verstand es nicht nur, die Besucher in gute Laune zu versetzen, sondern verführte sie auch erfolgreich zum Kauf. „Hosen sind eine Katastrophe“, wusste sie allerdings zu berichten. Sollte frau mal ein passendes Exemplar finden, könne sie anfangen zu jubeln.

Das Team der Gleichstellungsbeauftragten wies noch einmal daraufhin, die Augen beim Kleiderkauf aufzuhalten. „Wir haben schon Macht, was Herstellungsbedingungen als auch Materialien betrifft“, appellierte Helferin Jutta Asche. Es sei beim Einkauf beispielsweise sinnvoll, auf Qualität wie auf fair hergestellte Kleidung zu achten.

„Wir haben eine sehr gute Bilanz zu verzeichnen", sagte Beckmann. Die Qualität der Kleidung sei von Kundenseite bestätigt worden. Es sei aber Geschmackssache, ob jeder Besucher jährlich ausgiebig fündig werde. Die Organisatoren wussten vor allem die neue Logistik zu schätzen. Spender brachten die Kleidung direkt in der Schmidt-Schaller-Halle vorbei.

Die pensionierte Gymnasiallehrerin Sabine Herrmann engagierte sich erstmals als Helferin beim Markt. „Ich finde die Idee gut, Kleidung für einen guten Zweck zu verkaufen“, erläuterte Herrmann. Sie habe bei Reisen mit Schülern nach Sri Lanka und Tansania gemerkt, dass es „häufig die Frauen sind, die Unterstützung“ benötigen. Sie seien es zumeist, die Familie und Beruf vereinbaren müssten. Die aus dem Iran kommende Soheila Sedihiria half bereits zum vierten Mal mit viel Spaß bei der Aktion mit.

Besucherin Daniela Grimm schaut jährlich beim Markt vorbei. „Mich überzeugt die Aktion für einen guten Zweck“, bilanzierte die Quickbornerin. Sie spende selbst und kaufe im Gegenzug ein. Produkte aus dem Rellinger Eine-Welt-Laden sowie eine Cafeteria mit selbstgebackenem Kuchen rundeten das Angebot ab.



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