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Premiere in Pinneberg : Forum Theater zeigt „Nach dem Regen“

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Erstmals ist die Farce von Sergi Belbel im Programm. Die Charaktere des Stücks treffen sich dabei auf dem Dach eines Hochhauses.

shz.de von
erstellt am 03.Nov.2014 | 10:00 Uhr

Pinneberg | Regisseurin Sabine Körner ist Nichtraucherin und bekennt sich zu ihrer Höhenangst. Dennoch entschied sie sich bei ihrem Regie-Debüt am Forum Theater Pinneberg für die Farce „Nach dem Regen“ aus der Feder des katalanischen Schriftstellers und Regisseurs Sergi Belbel i Coslado, das auf dem Dach eines 49-stöckigen Hochhauses spielt. „Es sind die Menschen, die mich interessieren“, erläuterte sie die Auswahl der Komödie, die am Sonnabend Premiere feierte.

Die namenlosen Charaktere des Stücks treffen zufällig zusammen. Quasi zwischen Himmel und Erde. Auf dem Dach eines Hochhauses. Dieses ist der Zufluchtsort der Mitarbeiter eines Großkonzerns. Rauchen ist in den Büros verboten. Aber das Dach bildet eine Ausnahme und so schleppen sich acht Angestellte in den elf Szenen aus verschiedenen Beweggründen hinauf. Immer zu Fuß – schließlich ist der Liftboy ein Spion. „Rauchen um zu überleben“, heißt es im Programmheft. Und im Laufe des Stückes wird klar, dass die Zigarette als verbindendes Element der Gruppe die Kommunikation ermöglicht.

Der Druck im Beruf nimmt zu

Die Akteure sind die Blonde (gespielt von Carina John), die Brünette (Gudrun Gößler), die Rothaarige (Sarah Madeleine Tusk) und die schwarzhaarige Sekretärin (Tomke Julius). Dazu kommen die Exekutivdirektorin (Nathalie Marth), der Verwaltungschef (Andreas Hettwer), der Stadtbote (Nunzio Sinatra), der Programmierer (Joachim Willhöft) – und „Die Stimme“ (Dietrich Osten), die vor jeder Szene aus dem Off zu hören ist.

Im ersten Teil der Farce steht der berufliche Druck der Charaktere im Mittelpunkt. Interesse füreinander? Nicht vorhanden. In einer Szene laufen die vier Sekretärinnen wild durcheinander. Jede redet vor sich hin – doch keine hört der anderen zu. Die Farce hat bereits da ihre Zielsetzung erreicht: den Zuschauer mit Absurditäten und Unsinn den Spiegel vorzuhalten und durch die überspitzte Darstellung zum Nachdenken anzuregen.

Im zweiten Teil geht es um die Gefühlswelt der Charaktere. Krankheiten, berufliche Sorgen, Beziehungsprobleme und den Tod eines Angehörigen. Die Schauspieler kommen dem Abgrund bildlich und inhaltlich immer näher. Geraucht wurde übrigens nicht auf der Bühne. Aus Brandschutzgründen.

Das Forum Theater spielt  „Nach dem Regen“ in der Ernst-Paasch-Halle, Lindenstraße 10. Aufführungen sind am Freitag und Sonnabend, 7. und 8. November, und am Sonntag, 9. November. Sonntag um 18 Uhr, ansonsten um 19.30 Uhr. Tickets gibt’s für zehn Euro (ermäßigt 7,50 Euro) im Bücherwurm, sowie  eine Stunde vor Aufführungsbeginn.
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