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Bretter, die die Welt bedeuten : Forum Theater Pinneberg feiert 20. Geburtstag

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Der Verein blickt auf 94 Produktionen mit mehr als 370 Vorstellungen zurück.

shz.de von
erstellt am 18.Feb.2015 | 12:00 Uhr

Pinneberg | Nein, ein Zeitungsartikel allein reicht nicht aus, um die vergangenen 20 Jahre des Forum Theaters Pinneberg Revue passieren zu lassen: 94 Produktionen mit mehr als 370 Vorstellungen, sieben Open-Air-Stücke und 150 Zuschauer pro Produktion – das sind beeindruckende Zahlen. Am 22. Februar 1995 wurde von acht Theaterbegeisterten das Forum Theater Pinneberg ins Leben gerufen. Mit dem Ziel, die Kulturlandschaft Pinnebergs zu bereichern.

Mission erfüllt? „Das Konzept ging auf“, sagt Vorsitzender Andreas Hettwer. Er und sein Stellvertreter Hans Molenda blicken auf die vergangenen Jahre zurück: „Spielte man zunächst noch mit einer Handvoll Darstellern einzelne Szenen Straßentheater auf der Empore vor der ehemaligen Kreissparkassenfiliale am Rübekamp, wechselte der Ort des Geschehens sehr bald in die heutige Stammspielstätte mit ihrem historischen Ambiente, die Ernst-Paasch-Halle“, berichtet Hettwer.

Das Ensemble habe offensichtlich den Nerv der Zeit getroffen, so der Vorsitzende: „Innerhalb des ersten Jahres wuchs der Verein auf über 70 Mitglieder an, die sehr häufig Theatergruppen an den Pinneberger Schulen angehörten und auf der Suche nach der Fortführung ihres geliebten und gelebten Hobbys, dem Schauspielen, waren“, sagt er. Heute hat der Verein 110 Mitglieder. Davon 40 aktive Erwachsene und 16 aktive Kinder, die in den Stücken mitspielen. Molenda betont, dass man im Verein auf eine Basisdemokratie setze. Soll heißen: „Die Mitglieder entscheiden, was gespielt wird“, sagt er. Das Repertoire reicht dabei von Klassikern wie Shakespeares „Viel Lärm um nichts“ über „Arsen und Spitzenhäubchen“ und „Robin Hood“ bis hin zu modernen Stücken wie Neil Simons „Ein ungleiches Paar“ und Harold Pinters „Heimkehr“. „Solche Stücke muss man wagen. Rückblickend finde ich es total stark, dass wir Zuschauer haben, die seit 20 Jahren treu zu unseren Aufführungen kommen“, sagt Molenda.

„Dabei waren die sechs Open Air-Aufführungen im Rahmen der damaligen Pinneberger Stadtfeste mit der Landdrostei als Kulisse jeweils absolute Höhepunkte der Vereinsgeschichte“, ergänzt Hettwer. „Im Jahr 2000 hatten wir gar dieideelle Trägerschaft zum 125-jährigen Stadtjubiläum mit dem von unserem Mitglied Detlef Murphy selbst geschriebenen Schauspiel ‚Der Pinneberger Jedermann‘, das der heutigen Gesellschaft in einer Kleinstadt mit einem Augenzwinkern den Spiegel vorhielt“, erinnert sich der Vorsitzende Hettwer.

Nicht nur Schauspiel

Nicht immer geht es nur ums Schauspielen: Weil die Ernst-Paasch-Halle früher für den Sportunterricht genutzt wurde, musste die Bühne während einer Aufführungsreihe immer wieder auf- und abgebaut werden.

Wie die Zukunft aussieht – das können die beiden angesichts des Damoklesschwerts, das über der Ernst-Paasch-Halle hängt, nicht sagen. Die Rede ist von dem drohenden Abriss des Gebäudes. Was die Sache auch nicht leichter macht: In der ehemaligen Hausmeisterwohnung sind Kostüme, Requisiten und das technische Equipment untergebracht.„Wir haben keine Millionen für eine neue Halle“, sagt Hettwer. Doch er bleibt optimistisch: „Wir blicken in eine spannende Zukunft für die nächsten 20 Jahre. Spannend deswegen, weil es Dinge gibt, die wir nicht beeinflussen können, und Entwicklungen, die wir von außen kritisch beobachten.“

Zu den acht Gründungsmitgliedern des Vereins gehören Lutz Hatje, Thore  Klink, Katja Korinth, Kay-Uwe Kühn, Dirk Sörensen-Paulsen, Nicole Wollschlaeger, Nicole Burbante und Dörte Korn. Lutz Hatje (damaliger erster 1. Vorsitzender), Thore Klink (direkter Vorgänger von Hettwer), Katja Korinth und Kay-Uwe Kühn sind immer noch aktive Mitglieder. Dirk Sörensen-Paulsen hilft dem Verein von Zeit zu Zeit, ohne noch Mitglied zu sein, die anderen drei Frauen sind ebenfalls im Laufe der Jahre aus dem Verein ausgetreten. Das Forum Theater präsentiert zum 20. Geburtstag ihre 95. Inszenierung in der Ernst-Paasch-Halle in der Lindenstraße 10. „Honigmond“ von Gabriel Barylli wird am 21., 22., 27. und 28. Februar sowie 1. März aufgeführt. Beginn ist sonnabends um 19.30 Uhr und sonntags um 18 Uhr. Eintritt: zehn Euro. Vorverkauf ist im „Bücherwurm“, Dingstätte 24.
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