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Ilo-Areal in Pinneberg : Forderung der Stadt ausgeschlagen - nur 30 Wohnungen mehr

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Der Ausschuss für Stadtentwicklung beschließt Bau von 360 Wohnungen auf früherem Motorenwerk-Gelände. Die Stadt hatte 450 gefordert.

Pinneberg | Rückschlag für die Stadt bei der Suche nach Flächen für Flüchtlingswohnungen. Der Ausschuss für Stadtentwicklung stimmte am Dienstagabend zwar dem Bau von 360 Wohnungen – 30 mehr als ursprünglich geplant – auf dem Gelände der ehemaligen Ilo-Motorenwerke am Bahnhof Pinneberg mehrheitlich zu. Die Verwaltung hatte zuvor in Abstimmung mit der für das Projekt zuständigen Firma Matrix allerdings die Errichtung von 450 Wohneinheiten empfohlen.

„Eine Vier ganz vorn kommt für uns nicht in Frage“, sagte Gerhard Thomssen (SPD), der dem Ausschuss vorsteht. CDU und FDP sahen das genauso. Die 360 Wohnungen „könnten wir uns gerade noch vorstellen“, betonte Carl-Eric Pudor (CDU). Von diesen sollen 20 Prozent, also etwa 70 Wohnungen, öffentlich gefördert werden. Zudem gab der Ausschuss der Verwaltung mit auf den Weg, eine zweite Variante zu prüfen, die die SPD ins Spiel brachte. Nach dieser soll alles bei der Ursprungsplanung von 330 Wohnungen bleiben, dafür aber auf einer für Gewerbe vorgesehenen Fläche des Areals zwei zusätzliche Etagen mit 16 bis 20 Wohnungen entstehen – die allesamt unter sozialer Förderung.

Scharfe Kritik an dem Beschluss kam von den Grünen. „Wir benötigen nicht mehr hochwertigen, sondern mehr bezahlbaren Wohnraum. 330    Wohnungen reichen völlig aus, es müssen nur mehr davon sozial gefördert werden. „30 statt 20 Prozent“, sagte Manfred Stache, der sich auch mit dem Vorschlag der SPD nicht anfreunden konnte. „Dass gewerbliche Flächen weichen sollen, finden wir nun ganz katastrophal. Wenn Menschen dorthin ziehen, dann muss die Infrastruktur mitwachsen“, sagte er. Ausschuss-Vorsitzender Thomssen verwies allerdings auf den Handlungsdruck, der auf Stadt und Politik laste. Dass Pinneberg, wie von der Verwaltung prognostiziert, ab 2016 jährlich 76 Wohnungen neu bauen müsse, um den Flüchtlingszustrom zu bewältigen, sei eher noch eine vorsichtige Schätzung. „Wir befinden uns in einem Paradigmenwechsel. Da sind 20 Prozent geförderte Wohnungen besser als nichts“, so Thomssen.

Wohnungen für Flüchtlinge sollen darüber hinaus auch auf einem Areal im Bereich westlich der Aschhooptwiete und südlich des Eggerstedter Wegs entstehen. Die Stadt will mit dem Grundstückseigentümer einen städtebaulichen Vertrag abschließen – die Hälfte der entstehenden Wohnungen, mindestens aber 30, sollen sozial gefördert werden. Der Ausschuss gab dafür grünes Licht. Laut Uwe Lange (,,Bürgernahe“) soll sich die Verwaltung ein Vorkaufsrecht sichern – das sei möglich, wenn es sich um eine Fläche handle, für die ein ,,öffentliches Interesse“ bestehe. Für ihren Plan, am Hindenburgdamm ein weiteres – achtgeschossiges – Wohnhaus zu erreichen, erteilte der Ausschuss der Verwaltung hingegen eine Absage. Grund: Die Verdichtung in dem Bereich sei jetzt schon zu hoch.

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erstellt am 19.Nov.2015 | 00:32 Uhr

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