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Kreis Pinneberg : Flugpaten retten Tieren das Leben

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Heika Schröter und Hans Schneider engagieren sich im Verein „Hunde-Brücke“. Tierschützer überprüfen neue Besitzer genau.

Kreis Pinneberg | Mehr als 50 Hunde hat Hans Schneider bereits betreut, aufgepeppelt oder als sogenannter Flugparte aus dem Ausland nach Deutschland gebracht. „Ich bin oft morgens hin und abends zurückgeflogen. Das waren echt schon anstrengende Touren“, sagt Schneider. Seine Motivation: „Es ist immer schön, wenn man die schwangeren neuen Hundebesitzer am Flughafen trifft.“

Flugpaten werden von Tierschutzorganisationen händeringend gesucht. „Jeder, der in den Urlaub fliegt, kann sich eintragen lassen“, sagt Heika Schröter, die sich wie Schneider bei der „Hunde-Brücke“ engagiert – unter anderem als Flughafenbetreuerin. Sie nimmt die Neuankömmlinge in Hamburg in Empfang. „Wir haben immer ein Notfallpaket dabei“, sagt Schröter. In diesem befänden sich Futter, Wasser, eine Leiune und Leckerlies. Streicheleinheiten gäbe es ohnehin. „Der Hund wird richtig betreut, damit er sich erst einmal richtig wohlfühlt“, erläutert Schröter.

Flugpaten bieten einen Platz für bis zu fünf Tiere an, die bei ihrem Flug mitfliegen. „Es muss niemand Angst haben, dass er auf den Hunden sitzenbleibt“, versichert Schröter. Diese würden von Vereinsmitgliedern am Flughafen in Empfang genommen.

Die meisten Hunde stammten aus Spanien. Dort können Hunde grundlos in staatlichen Tötungsstationen abgegeben werden. Nach 21 Tagen werden die Hunde, wenn sie niemand „abkauft“, getötet. 270.000 Hunde sollen laut Schätzungen von Tierschützen jährlich dieses Schicksal erleiden. Auf der Webseite des Vereins finden Interessenten die Tiere, die derzeit in Spanien untergebracht sind. „Die meisten Tiere, die wir nach Deutschland holen, sind bereits vermittelt“, sagt Schröter. Ist noch kein neuer Besitzer gefunden, werden die Tiere vor Ort betreut – so wie „Bruno“ und „Pirata“, die Schneider derzeit betreut. Seit acht Wochen kümmert er sich mit seiner Frau und Hund „Aido“, den er ebenfalls aus einer spanischen Tötungsstation rettete, um die Neuankömmlinge. „Wir suchen noch nette Eltern für die beiden“, sagt Schneider und ergänzt: „Es müssen hundeerfahrene Personen sein. Und keine Couch Potatoes. Die beiden müssen raus und gefordert werden.“

Die Tierschützer checken daher vor der Vermittlung die zukünftigen Besitzer ab. „Wir holen die Tiere nur, wenn wir überzeugt sind“, sagt Schröter, die schwärmt: „Ich hatte nur Tierschutzhunde und bin glücklich ohne Ende. Ich habe die tollsten Hunde, die es gibt.“

Hans Schneider mit seinem Hund „Aida“ (l.) und Podenco-Mischlingsrüde „Pirata“, der ein neues Zuhause sucht. (Foto: Fröhlig)
Hans Schneider mit seinem Hund „Aida“ (l.) und Podenco-Mischlingsrüde „Pirata“, der ein neues Zuhause sucht. (Foto: Fröhlig)
 

Schröter kennt die Kritik, dass es auch in Deutschland genug notleidende Tiere gebe: „Die Tiere werden dort getötet, wenn sich keiner um sie kümmert. Das kann ich nicht.“ Dennoch schränkt sie ein: „Es gibt auch Menschen, die es übertreiben.“ Ein Tier holen, dass dann im Tierheim lande, komme für sie nicht in Frage. Die „Hunde-Brücke“ besucht die neuen Besitzer einmal im Jahr. „Wir prüfen dann, ob alles noch passt“, sagt Schneider. Sollte dies absolut nicht der Fall sein, nehme der Verein die Tiere zurück und betreue sie selbst, bis ein neues Herrchen oder Frauchen gefunden sei. Daher appelliert Schröter: „Jeder sollte sich als Flugpate registrieren lassen.“


 

 

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erstellt am 18.Dez.2015 | 10:00 Uhr

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